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 Junji lernt atmen.

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Hyuuga Junji
"Künstler des Todes"

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Anzahl der Beiträge : 322
Anmeldedatum : 21.11.15

Shinobi Akte
Alter: 27
Größe: 183cm
Besonderheiten: Stark vernarbt, linker Arm fehlt

BeitragThema: Junji lernt atmen.   Mi Mai 11, 2016 3:32 pm

Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Ein einfacher Kreislauf mit einfachen Auswirkungen, zumindest wenn man nicht allzu sehr ins Detail geht oder wenn man diesen, scheinbar festen Habitus aufbricht, ihm neue Diemensionen verleiht. Junji grinste widerwärtig bei dem Gedanken an das Ziel seiner Reise, doch so schnell wie dieser Aufschwung von Emotionen gekommen war, so schnell unterdrückte er diesen auch wieder mit stoischer härte, konzentrierte sich stattdessen wieder auf das, was ihn voll und ganz vereinnahmte. Meditation. Genau das war der erste Schritt seines Weges, die Technik seiner Gedanken zu verwirklichen, denn ohne eine Idee von Kontrolle und Auswirkung war der Sannin auf keinem grünen Ast. Lediglich einmal hatte er in einem Kampf versehentlich jenen Effekt hervorgerufen, die Auswirkungen des Chakras in seinen Muskeln, übertragen über mit dem Sauerstoff über das Blut. Unbewusst hatte der Hyuuga seine Atmung derart beeinflusst, dass sie seine Leistungsfähigkeit signifikant verstärkte, doch noch wusste er nicht wie. Junji aber ging in sich. Tage lang hatte sich der schwarze Lotus von Konoha in Ruhe niedergelassen und in seiner Meditation versucht sich zu erinnern, was genau geschehen war. Im Bestreben eben dieses Erlebnis noch einmal zu verspüren, hatte er tatsächlich Erfolge verbucht, doch auch jetzt war er noch nicht am Ende.
Stunden brachte der Sannin damit zu, jedes einzelne Gefühl in sich aufzuspalten, jedes Gefühl mit einer Regung zu verbinden und letztendlich alles zusammenzusetzen, um genau das noch einmal hervorzurufen. So einfach aber war das nicht. Mehr als einmal hatte er bereits versucht, seine Atmung durch Chakra zu beeinflussen, doch so recht wollte es nicht gelingen. Viel eher hatte der Schwarzhaarige darauf das Gefühl Druck auf seinem Brustkorb zu verspüren oder einfach trotz der Luft in seiner Lunge Unbehagen zu verspüren. Was dabei völlig ausblieb war die Leistungsverstärkung, die sich sogar zeitweise in das genaue Gegenteil umänderte. Der Hyuuga hatte schnell erkannt, dass sein Bestreben ein schweres Unterfangen sein würde und es einiges an Übung erforderte, tatsächlich zum Erfolg zu kommen. Junji kam zu dem Schluss, dass die Technik es sein müsste, nicht seine Lungen mit Chakra zu fluten, sondern genau zu kontrollieren, wie viel Chakra ein Atemzug imstande war aufzunehmen, ohne dass er sich aus dem Takt brachte. Doch das war noch längst nicht alles! Chakra allein würde die Lunge nicht aufnehmen, jene Energie musste erst die richtige Form bekommen, damit überhaupt die Möglichkeit bestand, dass das Chakra in seine Muskeln gelangte. Die Vermutung lag nahe, dass man mit großer Chakrakontrolle die Energie in winzige Teile aufspalten musste und diese dann in gleichen Teilen mit der Atemluft in der Lunge mischte. Nur so konnten die vielen kleinen Teilchen über seine Bronchen ins Blut gelangen und damit schließlich auch in die Muskeln. Es war ein umständlicher Weg, doch ein starkes, erstrebenswertes Ziel und so erhob sich Junji, dessen exponierter Platz auf einem großen Findling inmitten eines Farnmeers, wie ein Mönch wirken ließ, der über den Sinn des Lebens sinnierte.
Mit einem seufzen kam er zum stehen, denn die Position auf den Füßen gab ihm für den Anfang eine entspanntere Haltung des Brustkorbes, ehe er damit begann seine Experimente auch in anderen Positionen durchzuführen, da es der Hyuuga schließlich universell anzuwenden gedachte. Viele Male scheiterte er bei dem Versuch das Chakra so aufzuspalten, dass es klein genug war, um seinen Atem nicht zu beeinflussen, doch es vergingen Stunden und mit der Zeit erlangte der Sannin ein Gefühl für die Intensität und Menge des Chakras, denn seine Forum zu verändern war für ihn, als ein Meister der Hyuuga keinerlei Problem. Noch aber stellte sich immer nicht die gewünschte, amplifizierende Wirkung für seinen Körper ein, was in seinen Augen damit zusammenhing, dass er noch nicht wusste, wie das Chakra nun wirklich mit der Atemluft verbunden werden musste. Es war scheinbar eine Sache die Form zu verändern, doch eine ganz andere, diese Form auch zu ihrem Nutzen zu bringen und so begann eine weitere Zeit der Meditation. Noch vor dem Aufgang der Sonne hatte Junji jenen Ort im Farnfeld aufgesucht, es war noch dunkel gewesen und die Sonne war nur von einem schwachen Schleier über dem Horizont angekündigt gewesen, doch nun stand der glänzende Ball hoch am Himmel. Seine Hitze strahlte auf den Hyuuga herab, auf dessen fahler Stirn Schweißperlen zu sehen waren, die jedoch nur in zweiter Instanz von der Temperatur stammten. Viel Chakra hatte er bei seinen Übungen verbraucht und es war schon etwas merkwürdig zu sehen, wie jemand, der einfach nur für Stunden reglos dagestanden hatte, von Anstrengung übermannt wurde. Keine Anstrengung der Beine, die aufgrund der Starre schmerzten, nein, sondern echte Anstrengung, genau jene körperlicher Anstrengung. Nun aber saß der Sannin wieder, doch sein Körper war noch immer müde, regenerierte langsam, denn nun war es sein Kopf, sein Verstand der an einer Idee tüftelte und so wanderte der Sonneball weiter. Weit im Westen senkte er sich wieder dem Horizont zu und hüllte die Welt in ein kräftiges Abendrot, dass wie eine Flamme über den Baumwipfeln flackerte. Da kam es ihm wie ein Blitz in den Sinn geschossen. Natürlich, dachte er und schlug die Augen auf, die aufgrund des Dämmerlichtes leicht zuckten. Ein Feuer! Regloses Chakra brachte nichts, es musste sich bewegen, es musste sich in seinen kleinsten Teilchen so bewegen, wie die Luft das tat, die über Nase und Mund eingesogen wurden.

Junji schmunzelte. Dunkelheit umgab ihn und nur das schwache Leuchten des Mondes warf einen fahlen, langen Schatten über sein Antlitz, der ihn wie einen Dämon anmuten ließ. Die leeren Augen waren so weiß wie das Funkeln der Sterne über ihm, doch in ihnen konnte man nicht erkennen, was den Hyuuga bewegte, denn er hatte es geschafft. Er hatte Atemzüge vollführt und mit jedem erkannte er die neue Kraft stärker, die ihn nun durchflutete. Es hatte gedauert, doch seine überlegenen Fähigkeiten in der Chakrakontrolle hatten schnell einen Weg gefunden, die winzigen Charkateile in seiner Lunge so in Bewegung zu bringen, dass sie quasi mit der Atemluft verschmolzen und die Energie unmittelbar in seine Muskeln und Organe überging. Junji erkannte es wieder, jenes Gefühl, welches er bereits einmal hatte verspüren dürfen als Nebenprodukt oder Ausuferung des Zufalls, der ihm in einem Kampf begegnet war. Diesmal aber hatte er die Kontrolle und sofort bemerkte er, dass das Potenzial dieser Technik noch nicht am Ende war. Die Konzentration der Chakramenge im Vergleich zur Atemluft war noch lange nicht beim Optimum und so begann der Sannin zu experimentieren. Die Dunkelheit um ihn herum kümmerte ihn genauso wenig wie der Schweiß, der nun nicht mehr nur auf seiner Stirn stand, sondern auch seine Kleidung benetzte, kleben ließ, ja durchweichte. Pausen gab es nicht, nicht für einen Mann seiner Ambitionen, solange er noch Chakra und Ausdauer hatte, würde er weitermachen und dann, nur dann würde er seinen Weg nach Konoha antreten und nach einer Ruhepause fortfahren. Immer wieder begann der Hyuuga also die Masse des Chakras zu erhöhen, um damit den gewünschten Zustand der Sättigung weitaus schneller zu erreichen. Je öfter Junji sich an dieser Technik versuchte, desto sicherer und auch intuitiver wurde er in der Nutzung des Chakras, was dazu führte, dass er in vergleichsweise kurzer Zeit große Fortschritte verbuchen konnte, was die Geschwindigkeit anging. Dabei war tatsächlich nicht nur zu beachten, dass er weniger Atemzüge im Gesamten benötigte, sondern auch generell kürzere Atemzüge, denn je weniger Luft er in seine Lungen pumpte, desto mehr Chakra konnte er zeitgleich aufnehmen. Immer wieder probierte der Sannin neue Methoden und Mischungen, so lange, bis er absolut sicher darin war und von sich behaupten konnte, diese Technik im Grunde entwickelt zu haben.
Dennoch war er noch immer recht starr in der Ausführung und der Hyuuga benötigte noch immer ein gewisses absorbierendes Maß an Konzentration, was womöglich aber auch daran liegen konnte, dass er müde und erschöpft war. Noch immer war der Mond hoch ab Himmel und das schwache Licht spiegelte sich in den vielen kleinen Schweißperlen auf seiner bleichen Haut. Dicke Augenringen zeigten sich unter seinen Augen und zeugten von der Müdigkeit in seinen Knochen, den Strapazen die er hatte erleiden müssen. Da ihn ebenso Hunger und Durst plagten machte sich Junji auf den Heimweg und beschloss den letzten Schritt am nächsten Tage zu gehen.
Etwas später als sonst war der Sannin aufgestanden, der sonst mit der Sonne erwachte, wenn nicht früher. Seine späte Schlafenszeit und die Müdigkeit des Vortages aber hatten ein wenig mehr Regeneration als sonst benötigt und so war es der frühe Vormittag, der ihn wieder zu jenem Meer aus Farnen führte, das ihm schon zuvor als Trainingsplatz gedient hatte. Mit Freude bemerkte er, dass die Technik sich nun, mit frischer Energie weitaus kräftiger anfühlte als noch beim gestrigen Training und das es ihm nach einer Pause nun tatsächlich deutlich leichter feil, das nötige Chakra zu sammeln und zu formen. Seine ersten Versuche gleiches auch in Bewegung zu tun waren eher schlecht als recht, doch auch dabei galt es nur sich noch mehr seinem Atemrhythmus bewusst zu werden. Junji lernte schnell, passte sich geschickt an und schon nach zwei Stunden gelang es ihm auch in einem akrobatischen Dauerlauf seine Technik zu verwenden. Er hatte es geschafft.
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