Atarashi Sho

Naruto RPG # 3 Reiche # FSK 16

Das Atarashi Sho ist ein Rpg Forum das in der Welt des bekannten Anime/Manga Naruto spielt. Wir haben ein FSK Rating von 16, sowie einen FSK18 Bereich. Wir versuchen jedem Mitglied des Forums seine vollsten Möglichkeiten zu gewähren, solange das Konzept in die Geschichte des Forums passt und nichts "zu stark" ist. Unsere Geschichte spielt in einer weit entfernten Zukunft des originalen Manga. Naruto starb vor 1000 Jahren und seit jeher ist vieles geschehen. Die Reiche lebten in Frieden doch dies nicht lange. Kriege die die Welt erschütterten brachten viele Veränderungen und die Reiche überfielen sich nach und nach und so entstand eine neue Weltordnung. Konoha Gakure im Feuerreich nahm das gesamte Blitzreich mitsamt dem Dorf Kumo Gakure ein, Suna Gakure nahm ebenfalls ihren Nachbarn Iwa Gakure und das Erdreich ein und Kiri Gakure? Sie verfielen in alte Gedanken und gründeten erneut den Blutnebel, Chigiri. Wir leben heute, 1000 Jahre nach Naruto´s Tod in schweren Zeiten. Der Krieg ist beendet doch leben wir in einer kalten Kriegsphase. Chikyû jenes Reich das aus Suna und Iwa entstand hat ist das größte Reich. Die Hauptstadt tief unter der Erde verborgen und verbunden durch Tunnel. Konoha Tô das große Dorf des Waldes und letztlich Chigiri das Dorf welches Brutalität und Stärke förderte und einen kleinen Kontinent für sich einnahm.


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Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

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Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Kohada Kayo am Fr März 04, 2016 11:42 pm

Kurz nachdem Junji, Sannin des Dorfes Konoha, zurückgekehrt ist, soll ein großes Fest die Straßen und Gassen mit Leben füllen, des Grund die Ernennung eines neuen Kage sein soll. Doch wer ist diese Person eigentlich? Neugierig wie immer, hat sich der Wildfang Kairi in die Kopf gesetzt, mehr über ihn herauszufinden. Ihn, den Hyuuga, über den sie alle momentan reden, dass er nach so langer Zeit zurück gekehrt ist. Doch gesprächig oder gesellig scheint er nicht gerade zu sein, weshalb das rothaarige Mädchen sich dazu entschließt andere Wege zu finden, um an Informationen zu kommen.
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Kohada Kayo am Sa März 05, 2016 12:18 am

Vom Essenstisch aufgesprungen, war die recht kleine Kohada in den angrenzend Wald, welcher noch Teil des Clananwesens war, gelaufen und blieb erst stehen, als sie ihre Zehen im Moos und im Gras vergraben konnte. Es fühlte sich einfach so viel besser an, als der Holzboden im Hausinneren. Am Tisch hatte sie versucht tatsächlich den Mund zu halten und schnell das Essen aufzuessen. Ihr Vater hatte allerdings in ihren Augen lesen können, dass sie irgendetwas plante und ihr merkwürdiges Verhalten passte dazu. Deshalb hatte es bevor sie aufstehen konnte am Ende dennoch Streit zwischen den beiden Sturköpfen gegeben. Oder zumindest eine kleine Auseinandersetzung mit drohendem Unterton, dass er genau herauskriegen würde, wenn sie etwas anstellen würde. Doch mit der Lüge, sie hätte nur einen neuen ganz besonderen Baum gefunden, auf den sie unbedingt hochklettern musste, weil die Aussicht sicher Atemberaubend sei, hatte sie sich letztlich doch verabschieden können.
„YOSH!“ rief sie aus und stemmte eine Hand in ihre Hüfte. Burakko, sich auf der Schulter des rothaarigen Mädchens festgekrallt, war verstimmt wegen des abrupten Haltes und zwickte ihr in das Ohr. „ Burakko!“ gab sie dann mit einem selbst verstimmten Tonfall von sich, doch das war sehr schnell wieder vergessen und sie ließ ihn auf ihre freie Hand fliegen. So konnte sie ihm nun besser in die Augen sehen und ihr Lächeln zeigte nun auch etwas liebesvolles, als sie die andere Hand aus der Hüfte löste und sanft über sein Gefieder strich. „ Lass uns starten. Ich bin ja so aufgeregt!“ Ihre überschlagende Stimme und das leise Kichern am Ende bestätigten das. Da ihr Vater aber sich an der Tür stand und die beobachtete, stieß sie ihre Hand nach oben, damit Burakko bereits los flog und sie lief ihm hinterher zu ihrem Lieblingsbaum. Dort angekommen hatte er sich bereits auf einen Ast niedergelassen und sah ihr dabei zu, wie sie empor kletterte. Ziemlich geübt und das ohne Chakra. Die meisten Kameraden waren langweilig und nutzten Kinobori. Aber Warum? Sie hatte sich gesträubt dagegen es zu lernen, sie konnte auch so sehr gut auf Bäume klettern!
Weiter und weiter kletterte sie, bis ihre kleinen Hände einen Ast ergreifen konnte, dessen Ende die Tour verkündete. Auf ihn raufgezogen, balancierte sie zu ihrem selbst gezimmerten Baumhaus. Das sah man deutlich. Es war keineswegs perfekt, aber sie hatte es damals vor einigen Jahren alleine gebaut, damit keiner wusste wo es war… Oder zumindest nur wenige. Von hier aus konnte man den Verlauf der Sonne und die Sterne wunderbar beobachten. Das Blätterdach hatte hier ein Loch und das keine Decke vorhanden war, konnte man sich prima auf den Boden legen und beobachten. Über einem kleinen Teil des Hauses gab es jedoch dennoch eine Art improvisierte Decke, die aus Tüchern und Holz gefertigt war, denn sie schützte zwei Schränke ein wenig vor Wetter. Dort drin bewahrte sie Leckereien, Skizzenbücher, Stifte, Bücher, ein Fernglas, Decken und einiges anderes auf. Daneben war noch eine Ecke mit Kissen, in der Kairi sich verkroch, wenn sie trotz Regens doch nicht nach Hause wollte. Auf dem Schrank neben den Kissen, waren zudem Tücher zu einem Haufen zusammengeworfen worden und Burakko hatte sich Nest darauf gebaut. Es schien als wäre es nicht sein richtiges Nest, aber als würde er sich dennoch gerne mal darin ausruhen. Genau das tat er auch gerade als die rothaarige Kohada sich in die Kissen sinken ließ und es sich bequem machte.
Den Kopf zu ihrem Raben gewandte, strahlten ihre Augen mittlerweile auch vor Aufregung, doch sie schien sich zu beruhigen zu wollen. Sonst würde sie noch ihren schönen Plan ruinieren. Ihren Plan mehr über den Sannin Hyuuga Junji zu erfahren. Neugierig wie sie war, konnte sie manchmal nicht wiederstehen, mehr über andere zu erfahren. Aber diesmal war es nicht irgendwer, sondern ein berühmter Shinobi in den Reihen Konohas. Sie würde Burakko auf diese ‚Mission‘ schicken und ihn mit ihrem geistigen Auge begleiten.
„ Schau nicht so. Du bist doch auch genauso neugierig wie ich! Und ich möchte ihn einfach mit meinen eigenen Augen sehen. Na ja … oder zumindest durch deine hindurch. So kann ich mehr erfahren, als wenn ich dich nur mit meinem Chakra los schicke. Und nicht zu vergessen, du kriegst dann auch was heute Abend von meiner Misosuppe ab. Und du weißt doch wie ungerne ich die teile!“ sagte sie und lächelte ihm noch ein letzten Mal verheißerisch zu.
Die Fingerzeichen waren geformt, das Jutsu gewirkt. Wie leblos wirkte das Mädchen in ihrem Baumhaus nun. Zusammen gesackt in den Kissen, die Augen geschlossen. Doch der Rabe erhob sich wieder in die Luft und steuerte das Clan Viertel des Hyuuga an. Ein guter Ort um einen Hyuuga zu finden, dachte sich das Mädchen. Zu lange würde sie das Jutsu wohl noch nicht auf Recht erhalten können. Aber vielleicht hatte sie Glück fand ihn und konnte etwas Interessantes herausfinden.
Schwer war es trotzdem ihn zu finden. Hyuuga hatten nicht gerade auffällige Haarfarben und Junjis Aussehen hatte sie zwar mal gesehen bzw. vielmehr beschrieben bekommen, aber ihn unter ihnen allen zu finden, war nicht einfach. Doch letztendlich konnte sich der schwarze Rabe auf einen Ast setzten. Seit einigen Minuten hatte er den Mann nun gefunden und war ihm bis zu einem Teehaus im Hyuugaviertel gefolgt. Auf Abstand, um nicht auffälliger zu sein, als ein Vogel e schon war. Im Schatten der Bäume ruhend, hatte der Rabe dennoch einen Einblick in das Teehaus. Als jedoch ersichtlich war, das er dort eine Weile bleiben wollte, erhob sich der Rabe erneut und näherte sich dem Gebäude, ließ sich auf einem Fenster nieder und spähte in den Raum. Möglichst leise war er gelandet, um nicht gleich bemerkt zu werden, um nicht gleich wieder verscheucht zu werden. Aber ja dort war. Doch er trank Tee. Wie schade. Nichts Aufregendes. Nichts Interessantes. Nichts Wissenswertes. Dennoch waren die schwarzen Augen scharf auf ihn gerichtet und beobachteten jede Bewegung akribisch, wartend, lauernd, ob nicht doch noch etwas geschah.
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Hyuuga Junji am So März 06, 2016 2:17 pm

Junji hatte gesehen, wie die Sonne hinter dem Plateau von Konoha aufgestiegen war. Er hatte sie beobachtet, ihre blutroten und glühenden Streifen, welche die dünnen Holzstreben seines kleines Hauses wie goldene Säulen hatte anmuten lassen. Es verging kaum ein Tag, an welchem Junji nicht schon zu dieser Stunde wachte und gerade jene Ruhe, welche den Morgen an so vielen Orten umfing, schätzte er sehr. In seinen Erinnerungen war es lauter gewesen an diesem Ort, doch der Sannin dankte es dem Schicksal sehr. Der Hyuuga hatte einfach nur dagesessen und sich in der Transzendenz seines Ausblicks verloren. Stunden hatte er sich nicht gerührt und war erst geweckt, als in der Ferne ein Donnergrollen an sein Ohr drang. Dort war der Himmel dunkel. Blitze durchzuckten den Horizont, leuchteten auf, verschwanden wieder. Es war bereits Mittag. Sanfter Wind riss an Junjis weißer Jimbeijacke, deren Ränder mit schwarzem Stoff verstärkt waren und zeugte davon, dass das Gewitter nicht nach Konoha kommen würde. Er streckte die von der langen Bewegungslosigkeit steif gewordenen Glieder und erhob sich. Seine weiten Ärmel fielen über die bandagierten Hände und verbargen sie vor Blicken, als wollte er sie verstecken.
Der Sannin verspürte Hunger, während er über seine heutigen Pläne nachdachte. Eine Sache gab es da, welche er ungerne aufschob und am liebsten schon erledigt hätte. Es wurmte Junji, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen passierte, denn er hegte so etwas nur selten. Tat er es aber, so passierte es noch seltener, dass er das Gelingen in fremde Hände legte, musste aber feststellen, dass dies nicht immer möglich war. So ging der Hyuuga dieses Wagnis ein und wurde enttäuscht. Selbst schätzte er Nachsicht nicht und war eher ein Verfechter von Härte und Strafe, doch seine Verbündeten waren wenige und jene, die ihr sogenanntes Licht in das vermeintliche Dunkel brachten viele.

Nachdenklich war Junji aus seinem Haus herausgetreten. Seine lange schwarze Mähne reichte ihm bis zum Oberschenkel und wog leicht in der Brise, aufgewirbelt durch das ferne Unwetter. Wie immer hatten die meisten Geräusche, die an sein Ohr drangen ihren Ursprung außerhalb des Hyuugaclanviertels, dass wie auch in seiner Erinnerung meist still und ohne viel Aufsehen im Herzen des Dorfes lag. Nur eine Seele begegnete dem Sannin auf seinem Weg quer durch seine Heimat hindurch. Respektvoll grüßte man einander, schwieg jedoch... zumal ihm lediglich das Gesicht bekannt war, ein Name dazu aber nicht einfallen wollte. Fünf ereignislose Minuten erreichte Junji schließlich sein Ziel und hielt einen Augenblick davor inne. Er war zuvor in einen kleinen Garten getreten, der durchzogen mit einem kleinen Bächlein der in einen Teich im Schatten einer großen Weide mündete, eine alt bekannte Idylle zeigte. Ein kleines hölzernes Haus stand dort und der Geruch von frischem Leim und Teekräutern lag in der Luft. 'Yorokobi' war auf einer kleinen Tafel über dem weit offenen Eingang vermerkt, doch niemand war zu sehen. Gemächlich trat Junji ein, suchte sich eine Tatami an der zum Wasser hin geöffneten Wand und ließ sich dort im geordneten Lotussitz nieder. Die von Stoff verhüllten Hände im Schoß geparkt wartete er und das einige wenige Minuten, ehe eine junge Dame in einem hellblauen Kimono sie beehrte. Der Hyuuga kannte sie nicht und schenkte ihr nur einen müden ausdruckslosen Blick, den sie mit einem entwaffnend freundlichen Lächeln auf ihrem ebenmäßigen Gesicht zu kontern versuchte, was ihr allerdings misslang.
"Guten Tag, mein Herr.", sprach sie nicht minder freundlich und hockte sich neben ihn, das Tablett auf den Schoß gelegt, um seine Bestellung aufzunehmen, "Was darf es denn sein?"
"Grünen Tee.", entgegnete Junji karg und richtete den Blick wieder in Richtung des Teiches. Aus dem Augenwinkel beobachtete er, wie sich das Mädchen verbeugte und wieder im hinteren Teil des Hauses verschwand. Geduldig wartete der Sannin die Zeit ab, die ein guter Tee brauchte und den es auch zweifelsohne an diesem Ort gab! Das war schon früher so gewesen, sogar als sein leiblicher Vater noch gelebt hatte. Schwer konnte Junji leugnen, dass er gespannt war ob der Qualität des Heißgetränks, dass er so sehr schätzte und das er viel zu selten hatte genießen dürfen auf seiner langen Reise. Die Dame kehrte mit unveränderter Laune wieder und servierte mit geübter Präzision. Sie war besser als der plumpe Junge, der zuvor hier Kellner gewesen war, man sah ihr förmlich an, dass sie Freude an ihrer Tätigkeit hatte, doch man sah ihr auch an, dass sie sich in Junjis Gegenwart unwohl fühlte. Der Hyuuga hatte diese Wirkung auf viele Menschen, wie er beobachtet hatte, denn etwas Besonderes, nicht Greifbares wohnte seinem Anblick inne. Vielleicht war es seine Verdorbenheit, die unter seiner stoischen Schale nach außen kam, doch vielleicht etwas gänzlich Anderes. Er wusste es nicht, interessierte sich auch nur so weit dafür, dass man nicht begann Fragen über ihn und das zu stellen, was er tat, wenn ihn niemand beobachtete.
"Darf es noch etwas sein?", fragte die Kellnerin, nachdem Junji seine Bestellung ohne ein Wort entgegengenommen hatte.
"Nein.", antwortete er ohne den Blick zu heben, was noch immer nicht an der herzlichen Ausstrahlung kratzte, die die junge Frau innehatte. Als sie verschwunden war hob Junji seine Tasse und prüfte den Tee sehr genau und war positiv über Geschmack und Geruch überrascht. Schon früher hatte er vorzüglich gemundet, doch mit der Zeit hatte sich sogar das verbessert... ganz im Gegensatz zu einer anderen Angelegenheit.
Nachdem der Sannin seinen Trunk beendet hatte, schlug er mit andächtiger Eleganz, die auf eine sinnliche Weise jeder seiner Bewegungen innewohnte, seinen linken Ärmel zurück. In seiner Hand, von der man keinen Millimeter Haut sah, befand sich eine kleine Phiole mit einer Flüssigkeit, die von der Farbe her an Harz erinnerte. Die Sonne fiel direkt auf das kleine Behältnis und ließ es golden erscheinen und wenn man genau hinsah, konnte man kleine, ja winzige Kristalle in ihr schwirren sehen. Behutsam stellte Junji sie auf den Tisch und verdeckte die bandagierte Hand wieder unter dem Stoff seines Ärmels. Dann wartete er wieder. Wieder vergingen nur wenigen Augenblicke, ehe die Frau wieder auftauchte. Nach wenigen Schritten in seine Richtung verharrte sie in ihrer Bewegung und blieb stehen. Das sonnengleiche Lächeln war schlagartig aus ihren Zügen verschwunden und sie machte, ohne dass der Hyuuga seinerseits eine Reaktion zeigte, auf dem Absatz kehrt. Es sollte ein weiteres Mal nicht lange dauern, da kehrte sie wieder, jedoch nicht allein. Ein hochgewachsener Mann stand an ihrer Seite, sein langes, braunes Haar hatte er sorgfältig gekämmt und zu einem Zopf gebunden. Das Gesicht war kantig und die gleichsam braunen Augen verengten sich bei Junjis Anblick zu Schlitzen.
"Lass uns allein.", raunte seine tiefe Stimme etwas erstickt, doch die Angesprochene nickte besorgt und verschwand wieder im hinteren Teil des Hauses.
"Also sind die Gerüchte doch wahr.", begann er von neuem, als er sie in Zweisamkeit wähnte, "Du bist zurück."
Junji rührte sich im ersten Moment nicht, drehte dann aber den Kopf in Richtung des Neuankömmlings. Er musterte ihn aufmerksam von Kopf bis Fuß, wartete ehe er antwortete.
"Du wirst nachlässig, Moribo-San."
Die Stimme des Hyuuga war dunkel und hatte einen Nachdruck, der mit dem kalten, von Narben durchzogenen Gesicht, dass sie sprach fast angsteinflößend wirkte.
"Setz dich."
Moribo sagte nichts, zögerte aber erst der Aufforderung seines Gegenübers nachzukommen und tänzelte ein wenig von einem Fuß auf den Anderen, nahm schließlich aber gegenüber des Gastes Platz. Sein Blick wechselte immer wieder zwischen der Phiole und Junji, der ihn nur schweigend aus seinen leeren Augen anstarrte.
"Ich... ich hatte dir eine Nachricht geschickt... ich..."
"Ich habe sie bekommen.", unterbrach der Hyuuga das Stammeln Moribos und ihrer beiden Stimmen zeugten vom unverwechselbaren Ernst der Situation.
"Warum... warum hast du nicht geantwortet?"
Eine Weile lang schien es, als wollte Junji darauf nicht eingehen, es schien als wollte er lediglich mit seinem Blick durch den Braunhaarigen stechen und ihn damit töten, doch dann durchzuckte ihn ein Ruck. In einer fließenden Bewegung koordinierte der Sannin einen Vorstoß, der so elegant und so gezielt war, dass man nur erahnen konnte, wie viel Zeit er wohl in die Perfektionierung seiner Körperbeherrschung gesteckt hatte. Seine Rechte schnellte unter dem Ärmel hervor, ein Kunai war am Griff fest von den Fingern umschlossen und ehe man einen Lidschlag vollführt hatte war das Schauspiel schon vorbei. Das Kunai samt Hand war wieder unter dem Ärmelstoff verschwunden und Moribo hatte die Augen weit aufgerissen, unfähig zu reagieren. Eine Sekunde verstrich und peinlich genau in der Mitte seines Kinns tat sich ein kleiner Schnitt auf. Auch wenn man es nicht erkennen konnte, Junjis leerer Blick war genau auf diese Stelle gerichtet und er beobachtete, wie sich das Blut an dieser Stelle langsam, fast ängstlich zu einem Tropfen formte. Dann fiel er. Kurz, sehr kurz konnte man ein hohes Maß an Befriedigung auf den Zügen des Hyuuga sehen, der noch immer wie gebannt auf das Blut starrte. Ein neuerlicher Ruck durchzuckte seinen Körper, doch diesmal war es seine Linke, die hervorschnellte, die Phiole griff, sie geschickt mit einem Daumen öffnete und den einzelnen Tropfen Blut in die goldenen Flüssigkeit fallen ließ. Junji hob das Behältnis vor ihre Augen, sodass es sich genau zwischen ihren Gesichtern befand und man genau beobachten konnte, was mit dem Blut geschah. Zuerst war es so, als würde man Tinte in Wasser fließen lassen und das Rot breitete sich in schönen Formen wie ein Nebel durch die andere Flüssigkeit aus. Anstatt sie jedoch zu verdunkeln verschwand jegliches Anzeichen des Lebenssaftes nach kurzer Zeit und Junji ließ die Phiole wieder sinken.
"Kannst du mir das erklären?"
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Kohada Kayo am So März 06, 2016 4:47 pm

Ein leichter Windstoß bauschte die Federn unter seinem Kinn auf, als der schwarze Rabe den Kopf in den Nacken legte. Eine Eigenart, die zeigte, dass er sich langweilte. Nichts Interessantes geschah und durch ihren verbundenen Geist wusste er, dass auch Kayo enttäuscht schien. Sicher, die Narben in seinem Gesicht verrieten, dass er in mehreren Kämpfen gewesen sein musste, die man nicht mit dem Wort einfach beschreiben würde. Aber weiter? Nichts, was sie nicht auch durch das Wort anderer hätte erfahren können. Burakko würde sich am liebsten erheben und sich erneut in die Lüfte schwingen, um einen Leckerbissen auf zu treiben, aber die junge Kohada gab ihn nicht frei – noch nicht. Doch war auch sie im Inneren bereits am Hadern das Jutsu aufzulösen und zur alltäglichen Normalität zurück zu kehren. Trainiert hatte sie ihre Clanfähigkeiten seit zwei Tagen schon nicht mehr und ihr Vater konnte schnell ungnädig in dieser Hinsicht werden. Doch nachdem was aus ihrem Bruder wurde und dem was die Rabenkünste mit sich brachten, hielt sie nicht viel von weiteren hochrangigen Jutsu.
Aber wenn sie jetzt abbrach, würde vielleicht doch etwas Interessantes über ihn herauskommen oder ihr ganzes Vorhaben, auf das sie sich auch gefreut hatte, wäre umsonst gewesen. Sicher würde dann sogar beides gleichzeitig eintreten. Letzteres mit Sicherheit und bei dem Anderen, so war es doch immer so. Möglicherweise fühlte er sich hier auch zu beobachtet und ließ extra keine neugierigen Blicke etwas finden. Doch nein, es war albern zu glauben, dass der Rabe ihm ins Auge stach und er direkt wusste, dass man ihn ausspähte. Selbst Burakko musste seinen Kopf schütteln, so sehr stimmten beide Seelen in diesem Punkt überein.
~ Ich bin auf seine langen Haare neidisch. ~ Ein Gedanke, der ihr plötzlich kam und Burakkos Blick auf die Haare von Junji richten ließ. Im Gegensatz zu ihren, waren diese weder von auffälliger roter Farbe noch unbändig. Geschmeidig, glatt und in einem dunklen Ton. Es musste sicher um einiges pflegeleichter sein und stand ihm nicht morgens vom Kopf ab. ~ Wenn du bereits über seine Haare philosophierst und gleich auch deine Augen mit den seinen vergleichst, könnten wir auch nach Hause kehren. ~ ~ Verräter. Ich war nur kurz abgelenkt! Er hat eben bessere Haare als ich. Seine Augen sind mir unheimlich. Sie haben nichts Freudiges oder lebensfrohes an sich. Wie ein angekettetes Tier, das seinen Tod bereits akzeptiert hat und ohne Wehr auf seinen Tod wartet. ~
Um nicht mehr über Haare nachzudenken und vielleicht doch noch etwas über ihn zu erfahren, in dem sie sein Äußeres betrachtete, ließ sie Burakkos Augen weiter schweifen. Die meiste Haut wurde von weißem Stoff verhüllt, welcher zum Teil mit schwarzem am Rand abgesetzt war. Seine Hände waren von Bandagen bedeckt. Eine Verletzung? Ungewöhnlich für beide Hände, aber nicht unmöglich. Doch Hyuuga schrieb sie Tai- und Ninjutsu zu, die einen außergewöhnlichen Kampfstil besaßen und manche Taijutsuka trugen Verbände als eine Art Schutz. Was auch immer der Grund dafür war, es brachte ihr keine Information.
Eine junge Frau in einem hellblauen Kimono bediente ihn. Ihre Worte konnte Kayo nicht vernehmen, der Nachteil an diesem Jutsu. Sie konnte in Burakkos Geist eindringen, aber nur durch seine Augen sehen. Die Kunst war nicht darauf ausgelegt zu hören, zu schmecken oder gar zu riechen. Möglicherweise sollte sie es lernen Lippen abzulesen um auch mit dieser Kunst die Anzahl an beschaffbaren Informationen zu maximieren. Abgesehen von der Tatsache, dass sie ja auch gerade zweckentfremdet wurde.
Im Gegensatz zu dem Sannin schien die Frau fröhlicher, sie lächelte sogar, aber viele taten ihren Kunden dies gegenüber. Kairi fand es schwer, einzuschätzen, ob es nicht nur aufgesetzt war. Aber in ihrer Gegenwart würde sie sich tatsächlich auf Anhieb wohler fühlen als in seiner. Wie viele. Die die sie über ihn gefragt hatte, beschrieben ihn nicht als gesellig und vielleicht war die Ausstrahlung, die sie gerade sah, der Grund. Seine Ruhe strahlte wirklich etwas Beruhigendes aus und könnte bei einem Wildfang wie ihr, sicher abkühlend wirken, aber ansonsten hatte er etwas Dunkles an ihm. Vielleicht war diese Ruhe auch nur mit einem lauernden Tier auf einer Jagd gleichzusetzen. Sie wusste es nicht. Nur eine  Sache schrieb sie mittlerweile auf die Liste. Er musste ein Teeliebhaber sein. Nur wenige, die ihn nicht mochte verkehrten schließlich in ein Teehaus ein. Die Tatsache, dass er alleine unterwegs war bestätigte ihr das. Mit dem Tee schien er scheinbar sehr zufrieden.
~ Er trinkt Tee, Kairi. Wir sollten wann anders wieder kommen. ~ ~ Noch ein wenig Burakko.~ Ungnädig über ihre Worte schüttelte er sich am ganzen Körper und streckte seinen Flügel kurz aus, ehe er sie auch so gleich wieder einzog. Dem Aufgepluster folgte sogleich ein noch ein leises Krähen. ~ Du verhältst dich ja sehr unauffällig! ~ schimpfte Kayo in seinen Gedanken, als er auch noch auf dem Holz, auf welchem er stand hin und her trippelte.
Es dauerte nicht so lange wie sie erwartet hatte, dass er den Tee getrunken hatte, sonst hätte sie Burakko sicher nicht mehr davon überzeugen können, weiter zu warten. Die Teetasse stand wieder auf dem Tisch und der Hyuuga widmete sich seinem Ärmel. Mit was für einer Perfektion an andächtiger Eleganz er dies machen wusste, ließ die Kohada kurz die Nase rümpfen. Sie würde ihren Ärmel einfach hochzerren. Doch Erwachsene waren da komisch, vor allem solche die scheinbar, wie ein altehrwürdiger Clan, viel auf Tradition und Anstand gaben. Was aber jetzt zu sehen war, erweckte dennoch ihre Neugier. In der weißen Bandagenhand befand sich eine kleine Phiole, gefüllt mit einer Flüssigkeit, die wie honiggelb im Licht schimmerte. Burakkos Augen waren gut genug, als das sie nicht das Jutsu der Augenverschärfung einsetzen musste. Menschliche Kohadas nutzen Chakra um ihre Sicht zu verbessern, um sie auf ein Niveau mit dem ihrer Raben zu bringen. So konnte sie durch seine Augen auch die weißlichen Partikel in ihr sehen. War das vielleicht ein Gift? Oder Medizin? Keine Tinte, die Farbe passte dafür nicht. Jetzt  hatte er sie auf den Tisch gestellt und seine Hand wieder verdeckt. Warum tat er was er tat? Rätselhaft. Gar merkwürdig. Kayo wurde keineswegs aus seinem Tun schlau. Es wurde möglicherweise doch noch interessant.
Da sie auf die Frau nicht geachtet hatte, besah sie sich diese durch Burakkos Augen erst wieder, als sie mit einem weiteren Mann an ihrer Seite erneut an Junji heran trat. Diesmal wirkte sie anders. Die Bedienung glich nun mehr Junji als zuvor. Weder ein Lächeln noch der freundliche Gesichtsausdruck waren geblieben. Der Mann schien auch nicht begeistert von seinem Gegenüber zu sein. Obwohl dieser ein kantiges Gesicht hatte, trug er ebenso lange Haare wie der Sannin, welcher er allerdings zu einem Zopf gebunden hatte. Die Frau verschwand nachdem ihr Objekt der Neugierde etwas gesagt hatte. Sicher, dass sie alleine sein wollten.
Sie wechselten Worte. Worte! Sie verdammte dieses Kunst, warum ermöglichte sie ihr nicht auch Burakkos ganze Sinne zu nutzen? Warum konnte sie nicht Lippenlesen?! Doch es würde zu lange dauern sich aus diesem Jutsu zu befreien, zu warten das Burakko zukehrte, ihr Chakra zu teilen und mit dem Abhörjutsu zurück zu schicken. Zumal ihr dann auch das Gesehene entging. Sie würde nun versuchen so etwas zu erfahren.
Nervös nahm der Neuankömmling ihm gegenüber Platz, nachdem sie wenige Worte gewechselt hatten. Auch er hatte die Phiole bemerkt und schien sich nicht entscheidend zu können, ob sein Blick auf ihr oder auf Junji ruhen sollte. Vor was hatte er Angst? Oder warum er sonst so nervös? Oder war es die Unbehaglichkeit die man dem Sannin gegenüber verspürte? Und was war das für eine Phiole? Wusste er was es war oder fürchtete er ihren Inhalt? Wenn sie doch nur die Worte hören könnte! In Burakkos Kopf malte sie sich merkwürdiges aus, doch sie versuchte sich zu konzentrieren um mit klaren Augen alles betrachten zu können.
Weitere Worte fielen. Weitere die sie nicht verstehen konnte, ehe eine Weile lang gar nichts geschah. Bedrückend, die Stille war nicht angenehm. Weder für sie noch für den Mann wie ihr schien. Bis sie eine schnelle Bewegung vernahm, von der sie nur ausmachen konnte, wie Junji seinen Arm vorstieß und ihn wieder zurück gleiten ließ. Natürlich musste diese Bewegung erneut elegant und perfekt aussehen, was sie diesmal jedoch nicht störte. Der Mann war unfähig zu reagieren und saß stocksteif da. An seinem Kinn eine Schnittwunde, aus der langsam Blut hervorquoll. Nicht viel. Der erste Tropfen sammelte sich gerade erst  und begann hinunter zu rinnen, bis er schließlich fiel und von dem Sannin in der Phiole aufgefangen wurde. Erschrocken und verwundert über all das ging es auf Burakko über der erneut krähte und nervös seine Federn aufplusterte, sich unruhig bewegte, ehe Kayo ihn beruhigte um weiterzusehen zu können. Der Tropfen löste sich in dem goldenen Saft wie Tinte in Wasser bis er… gänzlich verschwand. Sie ließ Burakkos Augen auf die Phiole fixieren. Das konnte doch nicht sein. Doch wahrlich, wie am Anfang. Als hätte sie sich das Blut eingebildet. Doch der Mann war da, mit seiner Schnittwunde. Was ging hier vor sich. Warum hatte er einfach diesen Mann angegriffen? Und was hatte er gerade gesagt. War es eine Drohung gewesen?
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Hyuuga Junji am So März 06, 2016 7:03 pm

Zuerst passierte nichts. Man konnte förmlich beobachten, wie Moribo langsam die Farbe aus dem Gesicht wich, während er, offenbar unfähig etwas zu tun, das Schauspiel seines Gegenübers beobachtete. Junji hatte die Phiole noch nicht ganz sinken lassen, doch sie war zumindest nicht mehr auf Höhe ihrer beiden Gesichter. Dann, kaum merklich, schleichend hob sich die Hand des Braunhaarigen und legte sich auf sein Kinn, aus dessen winziger Wunde kein weiterer Blutstropfen gefallen war. Stattdessen zeugte von der Verletzung nur ein winziger, beinahe nicht erkennbarer Strich, den er sicherlich nicht einmal wirklich bemerkte. Entgeistert schaute Moribo auf seine Hand und den darauf befindlichen Abdruck von Blutrückständen. Der Sannin schien dem Mann seine Zeit zu geben, die er augenscheinlich brauchte, denn es dauerte einige Sekunden, ehe eine Antwort, oder zumindest ein Versuch dessen an ihn gerichtet wurde.
"Das... ich... ich wusste es nicht!", stammelte er und biss jetzt seine Zähne so fest zusammen, dass seine Wörter gepresst klangen und die Muskeln unter der Wange auf und nieder hüpften, "Ich hatte... ich hatte es delegiert."
Auch Junji ließ sich Zeit, wie er sich immer Zeit ließ, wenn er mit Menschen redete und ließ die Phiole wieder auf den Tisch sinken, wo er sie stehen ließ. Seine Hände verschwanden wieder unter seinen Ärmeln, gebettet auf seinem Schoß.
"An wen?", kam es kernig und eiskalt zurück, was Moribo tief durchatmen ließ.
"Junji-San, du weißt doch wie schwer so etwas hier zu beschaffen ist, besonders für ein Teehaus, verdammt!", sprach er nun mit etwas mehr Mut, vielleicht mit dem Mute der Verzweiflung und der Hoffnung auf Verständnis Junjis. Verständnis hegte der Hyuuga durchaus, doch das bedeutete für ihn nicht im Geringsten Gnade.
"Die Frage.", begann er wieder nach einigen Sekunden ohne die Anstalten seine Laune würde sich ändern, "Du hast sie nicht beantwortet."
Der Braunhaarige ballte die Hände zu Fäusten und blickte sich verstohlen um, doch er konnte sich nicht herauswinden.
"An... an meine Tochter Hika.", hauchte er resigniert, schon fast flüsternd. Dann schluckte er, denn Moribo ahnte das Schlimmste.
"Soweit ich mich erinnere, wohnt sie in Shize."
Der Mann nickte und wieder sah man ihm an, dass er innerlich einen Konflikt führte. Moribo wollte etwas sagen, doch etwas schien ihn daran zu hindern. Ohne ein weiteres Wort erhob sich der Sannin, wobei er in der Bewegung die Phiole wieder unter seinem Ärmel verschwinden ließ. Aus der selben Hand ließ er einige Münzen auf den Tisch fallen, die klirrend umherrollten und schließlich scheppernd liegen blieben.
"Für den Tee."
Die Augen Moribos begannen zu leuchten und sein Brustkorb zu beben, während Junji kalt an ihm vorüberschritt. Als er in der Tür stand hielt er noch einmal inne, denn die brüchige Stimme des Teeverkäufers richtete sich noch einmal an ihn.
"B-bitte! Tu ihr nichts!
Der Hyuuga drehte den Kopf über die Schulter und sah ihn teilnahmslos an.
"Ich komme wieder, Moribo-San."
Dann ließ er ihn wie ein Häufchen Elend zurück.

Shize war unweit Konohas und etwa eine halbe Stunde zu Fuß in Richtung Westen. Es war ein kleines Dorf und ein alter Kontor für die Holzwirtschaft, die in den weiten Wäldern des Feuerreiches florierte. Heute wohnten dort nur noch wenige Holzfäller und es war viel eher ein kleiner Lokalkurort geworden, denn die dortigen heißen Quellen genossen einen vorzüglichen Ruf. Junji hatte sich unverzüglich aufgemacht und hatte die Stadt ohne ein weiteres Zwischenziel sofort verlassen. Nach außen hin bemerkte man nicht, wie ungehalten er war, doch er war es. Sehr sogar. Unfähigkeit war etwas, dass sich in seinen Kreisen schnell zu Armseligkeit entwickelte, wie Moribo gezeigt hatte. Mit einem Hauch weniger Selbstbeherrschung hätte er aus Angst um seine Tochter vor ihm auf den Knien Rotz und Wasser geheult, so hatte er das nur verzögert. Der Sannin empfand kein Mitleid, denn wie auch er hatte der Teehauswirt sehr genau gewusst, worauf er sich eingelassen hatte und das es mit solchen Geschäftspartnern zwar lukrativ, aber auch unbarmherzig war. Eigentlich konnte Junji gar nichts anderes als Verachtung für sein Versagen empfinden und die Dummheit seine Tochter dort mit hineinzuziehen. Nun mussten beide, der Eine wissend, die Andere unwissend die Konsequenzen ihres Scheiterns tragen. So war die Welt, in der sie lebten. Jeder formte sich eine Nische in ihr, um darin zu leben. Manch einer versagte. Er grub zu tief und verschwand, er grub zu ambitioniert und starb unter der einstürzenden Decke und manch einer zu zaghaft und er erlebte nie den Komfort, den man sich mit Ambition und Intelligenz schaffen konnte. Die Kunst bestand darin eine Balance zu finden und darin das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Leicht war dies nie und anderswo verzieh man Fehler leichter, doch es gab Gefilde, da konnte man keine Gnade zeigen, denn man stieß zu nahe an die Nische eines Anderen heran und brachte ihre Stabilität in Gefahr. Junji war ein Meister darin seine Nische so komfortabel wie möglich, aber vor allem sicher zu gestalten. Dies kam nicht von ungefähr, denn nur ein gewisses Maß an Distanz und Härte führten dazu, seinen Erfolg auch ausreichend abzustützen, gegen Gefahren wie beispielsweise Moribo.
Der Sannin erreichte nach einem gemütlichen Spaziergang durch den frühen Nachmittag sein Ziel und konnte bereits die Häuser durch die Bäume schimmern sehen, die ihn umgaben. Das Wetter war stabil geblieben und auch das Gewitter am Horizont hatte sich in Luft aufgelöst, was das hin und wieder auftretende, ferne Donnergrollen hatte verschwinden lassen. Im Gegensatz zu Konoha wirkte Shize geradezu verschlafen und nur wenige Menschen wanderten durch die engen Gassen und Straßen. Es war schon eine Weile her, als Junji zuletzt hier gewesen war und so brauchte er auch seine Zeit, um sich ausreichend zu orientieren und nach einigem Fragen auch das Haus Hikas zu finden. Es war ein schmuckloses Gebäude, dass seinem eigenen etwas glich, außer, dass es vielleicht etwas größer war. Er stieg einige Stufen hinauf und schob eine hölzerne Schiebetür zur Seite, ohne auf sich aufmerksam zu machen. Ein großer Raum eröffnete sich vor ihm, dessen Rückseite gleichsam geöffnet war und einen kleinen Garten offenbarte. Dort erkannte der Sannin zwei Personen, von der er eine entfernt als Hika identifizieren konnte, die er das letzte Mal gesehen hatte, als sie noch nicht ganz zur Frau geworden war. Die Andere, so war er sich sehr sicher, kannte er nicht, was ihn nicht davon abhielt den Raum einmal zu durchqueren und auf der Schwelle stehen zu bleiben. Beide Frauen richteten verwundert einen Blick auf ihn und öffneten beinahe zeitgleich ihre Münder, um etwas zu sagen, doch die Unbekannte schloss ihn wieder und blickte in Hikas Richtung.
"Ähm... kann ich ihnen helfen?", fragte sie und der Ärger über so viel Dreistigkeit stieg ihr ins Gesicht, denn erst erkannte sie den Neuankömmling nicht. Dieser aber antwortete nicht und ließ sich, wie immer Zeit, Zeit die offenbar half, denn aus dem Ärger wurde Misstrauen.
"Ju-Junji?!", raunte sie leise, doch so dass er es vernehmen konnte und er nickte, "Du bist zurück?"
Hika blickte zu der Frau an ihrer Seite, die verwirrt dreinblickte.
"Was genau willst du hier?"
Junjis Antwort ließ noch auf sich warten, stattdessen blickte er skeptisch in die Richtung der Frau, die er nicht kannte und setzte damit ein unmissverständliches Zeichen.
"Ähm ja, Suzu, es tut mir schrecklich Leid, doch würdest du uns bitte entschuldigen?"
Noch immer verwirrt blickte die Angesprochene einmal zwischen den beiden hin und her, nickte dann aber und schickte sich an zu gehen.
"Na gut! Ich lasse euch dann mal allein. Sag Bescheid, wenn du hier fertig bist, ok?"
Hika nickte und blickte an Junji vorbei bis Suzu verschwunden war, dann wandte sie sich dem Hyuuga zu.
"Also?", fragte sie forsch und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, als würde sie ahnen, dass er nicht aus freundlichen Gründen gekommen war. Der Sannin stieg von der Schwelle hinab auf das saftig grüne Gras und warf ihr die Phiole zu, die sie ungeschickt auffing. Ihr Blick veränderte sich nicht, als sie erkannte, was sie dort in den Händen hielt.
"Und?", fragte sie weiter und ihre Stimme wurde etwas genervter, was jedoch auf Junjis Antlitz spurlos vorüberzog.
"Du weißt, was das ist?"
Sie nickte, sagte aber nichts.
"Dein Vater auch."
Junjis Stimme klang dabei so kalt, dass Hika unbedacht für einen Moment das Gesicht entgleiste.
"Was zur Hölle willst du?", entgegnete sie nun sichtlich ungehalten, aber auch unsicher, denn sie schien wirklich nicht zu wissen, was das zu bedeuten hatte.
"Ich bin mir sicher, du weißt es.", stellte er nüchtern fest und machte einige Schritte auf sie zu, was sie scheinbar mit Unbehagen zu erfüllen schien, denn sie stolperte, die Hand fest um die Phiole geschlossen zurück, bis sie mit dem Rücken an einen Baum stieß.
"Ich will, dass du es nutzt. Gleich hier."
Der Kopf, der bis vor einem Augenblick noch gesenkt gewesen war, hob sich voller Entsetzen und ihr Blick fixierte den Hyuuga angstvoll.
"Aber ich habe gar kein -"
Sie kam nicht dazu den Satz zu Ende zu führen, denn Junji stand unmittelbar vor ihr und unterbrach sie mit eiskalter Entschlossenheit.
"Doch, das hast du. Tue es, oder ich werde es an die ausprobieren."
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Kohada Kayo am So März 06, 2016 8:36 pm

Angestrengt versuchte die Kohada die Verbindung zu ihrem Gefährten aufrecht zu erhalten, um nichts zu verpassen. Scheinbar war sie tatsächlich in etwas reingeraten, dass Interessant war. Vielleicht auch etwas zu interessant, vielleicht etwas, dass sie gar nicht sehen wollte. Noch unsicher darüber, schaute sie gebannt zu dem Mann. Die Wunde war bereits kaum noch zu erkennen, etwas verkrustetes Blut verriet sie noch, welche jedoch verschwand als sich der Mann ans Kinn fasste und es damit an seinen Finger haften blieb. Nun war es tatsächlich als hätte sie es sich eingebildet. Doch nein sie wusste es besser. Der Sannin hatte in seinem eigenen Clanviertel jemanden verletzt. Sie musste etwas überinterpretieren in die Situation, gewiss. Mit den gehörten Worten würde sich sicher ein Sinn ergeben. Ein plausiblerer als der, dass ein Sannin jemanden drohte und ihn vielleicht auch umbringen wollte mitten am Tag mitten in einem Teehaus im Clanviertel der Hyuuga und mit einer Zeugin die ihn mit der Person zusammen gesehen hatte. Nein, sie hatte gestern vor dem Einschlafen zu viel Horrorgeschichten gelesen. ~ Ich sage ja immer, dass die schlecht sind. Ich weiß nicht wie du so etwas lesen kannst.~ ~ Sie sind eben spannend. Aber Burakko ich glaube, dass es sich gelohnt hat. Das Warten. Ja, wir werden etwas über ihn erfahren. Fragt sich nur was das etwas sein wird. ~ ~Und, ob es gut ist. ~
Selbst als der Rabe sich auffällig benommen hatte, er hatte ihn weder verscheucht noch merklich bemerkt. Es war sicher unwahrscheinlich, dass er hinter alldem kommen würde, wenn nicht sogar ausgeschlossen. Und was sollte schon passieren? Wie sollte er nachweisen können, dass die Kohada sich in dem Moment in dem Geist ihres Vogels befand und warum dachte sie darüber überhaupt nach, wenn sie doch gerade beschlossen hatte, dass der Sannin jemand von der guten Seite war.
Der Ausdruck hatte sich gefühlt noch weiter verfinstert auf dem feinen Gesicht und sah nun eiskalt zu seinem gegenüber. Der Mann mit dem kantigen Gesicht, hatte die Zähne zusammen gepresst und schien nur einzelne Worte hervorzupressen. Das Gespräch schien immer angespannter zu werden. Und alles… wegen der Phiole? Sie wurde das Gefühl nicht los, als würde es darum gehen. Doch was war ihr Geheimnis? Wenn sie es wüsste, vielleicht würde dann auch die unhörbaren Worte einen Sinn ergeben.
Unangenehm. Das musste das Gespräch für den dazukommenden Mann sein. Er schien letztendlich sogar immer mehr in eine Art Verzweiflung geraten wegen Junjis Worten. Nachdem dieser Münzen auf den Tisch fallen gelassen hatte und damit für seinen Tee bezahlte, wie ihr schien, wandte er sich zum Gehen und wurde von den Worten eines Mannes aufgehalten, deren Inhalt sie vielleicht nicht kannte aber von denen sie annahm, dass er verzweifelt um irgendetwas flehte. Seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, als Junji seinen Kopf wieder nach vorn richtete, erwartete sie fast schon, dass er einen Kniefall machte. Doch entweder besaß er dafür zu viel Stolz oder aber es ging um zu wenig. Genug für ein Flehen zu wenig um sich derart zu erniedrigen. Was auch immer es war, ob Junji dies erfüllen würde, war ihr unklar. Sein kalter Ausdruck, seine Aura, die selbst Burakko erfasste war nicht vielversprechend.
Wie Junji aus dem Teehaus schritt, erhob sich auch das Rabentier, stieß sich von dem Boden ab, breitete die Flügel aus und schwebte für einen Moment in der Luft ehe er seine oberen Extremitäten tätig bewegte. Er würde ihm folgen, wohin auch immer er unterwegs war, so hatte die Anordnung der Kohada gelauten.
Doch als er das Dorftor passierte und auch weiterhin den Anschein erweckte als würde ihn sein Weg nicht nur durch den Wald führen, sondern er einen bestimmten Punkt anstreben, löste Kayo die Verbindung zu Burakko. Ihre Stimme ließ sie dennoch in seinem Kopf erklingen. ~ Ich spare mein Chakra und wirke die Kunst erneut sobald er ankommt. Ich habe Angst, dass unsere Verbindung sonst in einem spannenden Punkt reist. Sag mir Bescheid wenn es soweit ist. ~

Mit einem Ruck bog sich der Rücken der Kohada durch und sie schnappte erschrocken nach Luft. Es war jedes Mal ein eigenartiges Gefühl zurück in ihren Körper zu kommen, wenn sich schlagartig ihre Augen öffnete und um einiges schlechter waren. Wenn ihr gesamter Körper sich so grobschlächtig und schwer anfühlte. Mit kurzwankenden Beinen stand sie auf, streckte sich und ging zum Ende der Bretter. Wo das gezimmerte Holz endete, begann der Baum und wenn sie nicht aufpasste würde sie dort in die Tiefe stürzen. Doch sie war nicht ungeübt und kannte was jeden Punkt dieses Baumes, konnte sich mit geschlossenen Augen fortbewegen. Doch das war gefährlich und dumm. Nein keine Herausforderung die unerreichbar schien, einfach nur dumm. Sie setze sich an den Abgrund, ließ ihre Beine baumeln und starrte in das grüne Blätterdach. Wie ihr Vater gesagt hatte, war das Gewitter nicht nach Konoha gekommen. Darum war sie froh, Burakko mochte es nicht in so einem Wetter zu fliegen; und das konnte sie nachvollziehen. Wo er wohl hinwollte? Dieser Mann, dessen Verhalten sie noch nicht so recht einzuordnen wusste. Noch einmal stand sie auf, kehrte zu den Regalen zurück und kramte ein wenig Knabberei heraus. Ein paar Nüsse und eine Handvoll Himbeere, die sie gestern hier oben gelassen hatte. Damit würde sie sich die Zeit vertreiben.


~ Kairi.~ ~ Das ging schnell. Also ist es nah.~
Erneut lag ein lebloser Mädchenkörper in den Kissen hoch oben in einem Baum und ein Raben mit zwei Persönlichkeiten flog hinter Junji her, wie bereits die ganze Zeit bereits. Doch soeben schien er sein Ziel erreicht zu haben. Kayo erblickte durch Burakkos Augen ein Dorf, nicht mit Konoha vergleichbar. Sie lag im Westen, so viel konnte ihr ihr Rabe sagen, doch mehr wusste sie nicht. Gewesen war sie hier ihrer Meinung nach noch nicht. Städte erkundete sie auch ungerne. Doch warum er dachte, dass er angekommen sein musste, kam ihr in den Sinn als auch sie in genauer beobachtete. Er sprach mit Menschen und schien sich nach etwas zu erkundigen. Also wollte er wohl nicht einfach nur das Dorf passieren.
Der Sannin suchte ein bestimmtes Haus letztendlich auf, in welches er auch verschwand. Über den Dach kreisend konnte der Rabe sehen, dass eine Seite des Hauses sich zu einem Garten hin öffnete und als er weiter hinunter flog, konnte er zudem erkennen, dass Junji sich ebenso dem Garten durch das Haus hindurch allerdings, näherte. Zwei Frauen standen dort und unterhielten sich. In ihrer Nähe ließ sich der Vogel auf einen Ast nieder und beobachtete das Geschehene. Nun sah er die Frauen zwar nur von der Rückseite, doch deutlich den Mann mit den langen dunklen Haaren, welcher mit der einen von ihnen alleine sprechen wollte, sodass sich die andere, wenn auch vielleicht etwas wiederwillig, dass konnte sie nicht einschätzen, verzog.
Als die Frau weg war, kam auch Junji in den Garten und warf ihr etwas Wohlbekanntes zu. Die Phiole mit der honigfarbenden Flüssigkeit, die Blut verschwinden lassen konnte. Es ging also wirklich um sie. Was war sie? Erneut schien ein Gespräch über genau dieses Fläschchen auf zu kommen Kayo verstand kein Wort. Oh wie es sie wurmte! Sie wollte es doch endlich verstehen. Doch scheinbar waren die Worte des Mannes einschüchtern, wie seine Aura und sein Ausdruck im Gesicht. Er tat fast gar nichts und schien nur wenige Worte zu gebrauchen, aber dennoch reichte es um die Frau dazu zu bewegen einen Rückweg anzutreten. Immer mehr Schritte ging sie zurück bis sie einen Baum in ihrem Rücken spürte und nicht weiter konnte. Wollte sie vor ihm fliehen? Aber warum? Warum hatte sie Angst vor ihm? Was befürchtete sie. Sie lehnte nun an jenem Baum auf dem auch Burakko saß, der den Stoß der Frau an den Baum nutzte, um wie ein aufgescheuchter Vogel sich in die Luft zu erheben und hinter Junji auf dem Holzboden des Hauses mit Blick auf die Beiden zu landen.
Sie blickten nun beide in ein entsetztes Gesicht einer jungen Frau, an die Junji immer näher trat bis kaum noch ein Platz zwischen ihnen war. Kayo ließ Burakko erneut auffliegen und sich seitlich von ihnen niederzulassen, so dass sie eine bessere Sicht hatte. Was wollte er von ihr? Würde er auch sie verletzen? Aber diesmal… fühlte es sich anders an, irgendwie bedrohlicher. ~ Burakko?~~Hm ich verstehe, Kairi. Aber ich denke nicht.~
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Hyuuga Junji am Do März 10, 2016 3:46 am

Sie wollte etwas erwidern, doch auch wenn sie sich sichtlich bemühte den Schock zu überwinden, es wollte ihr nicht gelingen. Hika stand einfach nur da und konnte nicht so recht glauben, dass all das so unverhofft mit ihr passierte. Das im Schrecken versteinerte Gesicht wurde bleicher und bleicher bis es beinahe einer Leiche glich, doch ihr Gegenüber machte keine Anstalten Gnade in irgendeiner Weise zu zeigen. Junji stand einfach nur da, lässig, den Blick kalt auf das Mädchen gerichtet, abwartend. Noch einmal versuchte sie etwas zu sagen, doch nur unverständliche Laute entwichen ihrer Kehle. Zuerst, dann schaffte sie es doch: "W- W- Wie?"
Ohne den Ausdruck auf seinem Gesicht zu verändern legte Junji den Kopf schief und die weißen Augen sogen jedes Bisschen Licht aus der Welt für Hika, die sich nur noch umgeben von abgrundtiefer Dunkelheit sah.
"Finger.", antwortete er leise, wie ein Dämon dieser Dunkelheit und zu ihrem Unglück hob sich langsam seine Hand. Stück für Stück rutschte der weite Ärmel nach hinten und offenbarte seine Hand, die ein Kunai fest umschlossen hielt, wie ein Vorhang der die Bühne zu einem makaberen Theater preisgab. Sie aber war nicht hier, um sich von den Eindrücken überwältigen zu lassen, nein, sie spielte die Hauptrolle in diesem Geschehen. Unfreiwillig zwar, doch sie war es ohne Zweifel. Ein angsterfülltes Quieken entwich ihrer Kehle und ihre Knie begannen zu zittern, bis sie schließlich unter ihrem Gewicht nachgaben. Unsanft rutschte sie am Stamm des Baumes hinter sich zu Boden und das unverständliche Kopfschütteln ihres Gegenübers verschlimmerte ihr Elend nur noch mehr. Dabei hatte sie es sich so gewünscht in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Endlich Abenteuer! Das waren ihre Gedanken und Hoffnungen gewesen! Endlich dieser schnöden und normalen Welt entkommen, die ihr Vater so lange wie möglich für sie aufrecht erhalten hatte. Nun wusste Hika warum und sie war ihm unendlich dankbar für seine Umsicht und Fürsorge. Wie gerne hätte sie ihn nun an ihrer Seite gehabt, Kraft geschöpft, vielleicht sogar Hoffnung. Nun aber war sie allein und dumm nannte sie sich dafür. Sie war naiv gewesen und nun zahlte sie einen hohen Preis.
"Tränen werden dir nicht helfen.", fuhr Junji unverändert kalt fort, als hätte er so etwas schon tausend Mal gemacht und gesehen, doch er hatte recht. Hika musste handeln, sie musste sich zusammennehmen, denn nur so würde dieser Schrecken ein Ende finden. Er würde Narben hinterlassen, doch er würde enden. Für den Moment. Noch immer hielt der Sannin ihr das Kunai entgegen und als sie ihre zittrige Hand danach ausstrecken wollte, vergaß sie, dass sie noch immer die Phiole krampfhaft umschlossen hielt. Sie fiel hinab, als sie unbedacht nach dem Kunai greifen wollte, doch der Hyuuga schien bereits damit gerechnet zu haben. Wie ein Blitz schnellte seine freie Hand hervor und hinderte das Gefäß daran am Boden zu zerschellen, wobei er sich zu Hika hinab hockte.
"Und wieder", begann er eisig und seine Augen legten sich mit so etwas wie Traurigkeit auf sie, "Wieder warst du unachtsam, Hika. Wie soll ich nachsichtig sein, wenn du nicht umsichtig bist?"
Sie antwortete nicht. Junji erwartete keine Antwort, er belehrte sie nur auf eine Weise, die so tief in ihrer Seele verankert werden würde, dass er so etwas wie eine Antwort nicht brauchte. Mit Nachdruck hob er das Kunai noch etwas mehr in ihre Richtung und die zittrigen Finger der jungen Frau packten es umständlich. Einen kurzen Moment schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, sich auf ihn zu stürzen, doch dann erinnerte sie sich daran, dass dies sowohl im Erfolg als auch im Misserfolg keinen guten Ausgang geben würde. Einerseits würde sie eine Mörderin sein, denn sie konnte niemandem erzählen, warum er sie bedrohte, ohne sich selbst zu verraten, sich und ihren Vater. Andererseits wäre es sicher ein Leichtes für den Sannin sie zu überwältigen, sonst hätte er ihr nicht mit solch einer Ruhe eine Waffe in die Hand gedrückt.
Kaum hatte sie das Ningu angenommen, öffnete Junji die Phiole und richtete den Blick wieder auf Hika, die etwas hilflos wirkte. Eine dicke Träne rollte ihre Wange hinab, doch nichts schien in zu erweichen. Er nickte ihr sogar zu, um sie zur Handlung zu motivieren, als wäre es das natürlichste der Welt. Einige Momente lang zögerte sie, dann bewegte sich die zitternde Klinge in Richtung ihrer anderen Hand. Noch einmal unterbrach der Hyuuga sie.
"Ach ja, schreie bitte nicht zu laut. Aufmerksamkeit ist in unserem Geschäft nur mit Nachteilen behaftet."
Hika wollte Zorn verspüren, Hass, sie wollte ihn kanalisieren und auf ihren Peiniger richten, doch sie war bereits von Verzweiflung übermannt und so nickte sie nur schwach. Unter Tränen und Schluchzen setzte sie das Kunai unsicher an der Mitte ihres kleinen Fingers an und blickte noch einmal auf zu Junji, der ihr nur einmal zunickte. Dann geschah es. Ein Grunzen entstieg ihrer zugeschnürten Kehle, als sie den Druck verstärkte und das messerscharfe Ninjagerät ihre Haut und Sehnen spielend durchschnitt. Warmes Blute rann aus der immer größer werdenden Wunde, doch seine Wärme spürte sie kaum. Ein unbeschreiblicher Schmerz überkam ihre gesamte Hand und machte sie für jedes weitere Gespür taub. Hika wollte es schnell machen, denn sie redete sich ein so die Qualen zu verkürzen, doch ihr hatte der Mut gefehlt und so stockte ihr Schnitt beim Durchtrennen des Knochens. Sie hielt den Atem an und verlor die Kontrolle. In einem Grunzen ergoss sich ein Schwall Speichel und Tränen auf ihrem Schoß, doch in einem weiteren Anlauf gelang es ihre schließlich den Finger abzutrennen.
Wie schon zuvor reagierte Junji routiniert und schnell, als er diesmal geschickt den fallenden Finger auffing und überhaupt nicht auf den blutenden Stumpf achtete, aus dem sich im Rhythmus des Herzschlages immer mehr Blut ergoss. Hika schluchzte leise und mit aller Macht verkniff sie sich einen Schrei, der ihr so sehr auf der Zunge brannte. Das Kunai hatte sie fallen gelassen und drückte nun mit der freien Hand auf ihre Wunde, unfähig sich ihrer Umgebung gewahr zu werden, die sich langsam begann wie im Schwindel zu drehen.
"Sehr tapfer.", sagte Junji wieder mit dem Zynismus eines Teufels und hatte den Blick von dem abgetrennten Körperteil erhoben und auf sie gelegt, "Und nun sieh her."
Geduldig wartete er, bis Hika den Kopf in seine Richtung gelenkt hatte. Ihr Gesicht war so bleich wie ein Stück Kreide und überall auf Wangen und Kinn waren Speichel, Rotz und Tränen verschmiert. Sie stöhnte leise, doch der Hyuuga war erbarmungslos, er hob den Finger vor ihre Augen, demonstrierte ihn einen kurzen Moment, dann ließ er ihn in die Phiole fallen. Zuerst passierte wenig, wie man schon zuvor hatte beobachten können, begann sich das Blut wie ein Nebel in dem Bernstein auszubreiten, verschwand dann aber urplötzlich. Doch nicht nur das Blut war es, dass verschwand, nein, auch der Finger begann sich wie Tinte in Wasser zu verteilen und schließlich auch zu verschwinden. Minuten vergingen bei diesem Schauspiel, doch man konnte noch mehr erkennen. Je länger man nämlich wartete und es passieren ließ, desto mehr kristallisierte sich eine Veränderung in der Flüssigkeit heraus. Sie verlor nämlich an Farbintensität und es bildete sich ein Absatz, zuerst nur ein dünner Film, doch dann ein gut sichtbarer Absatz, der sich wie Seife auf ihrer Oberfläche bildete. Geduldig beobachtete Junji die Veränderung und blickte wieder zu Hika.
"Siehst du? Es löst sich auf! Es sollte sich aber gar nicht auflösen, sondern eigentlich nur konservieren!", sprach er wieder in belehrendem Ton und verschloss die Phiole wieder, "Es war sehr ärgerlich, als einige meiner Unikate plötzlich verschwunden waren und das nur wegen deiner Unerfahrenheit, Hika!"
Einen Moment machte Junji den Anschein, als würde er überlegen, dann reckte er der jungen Frau die Phiole entgegen.
"Nimm sie, damit du immer weißt was es bedeutet, wenn ihn meinen Nachrichten etwas über die Behandlung von organischen Restprodukten steht."
Hikas Brust bebte und ihr Atem wurde wieder schneller, nachdem es kurz so ausgesehen hatte, als beruhige sie sich. Da sie aber keine Anstalten machte der Aufforderung Junjis nachzukommen, wedelte dieser einmal mehr mit der Phiole.
"Nimm sie, bitte, es ist nur zu deinem Besten!"
Der kalte Nachdruck in seiner Stimme bewegte das Häufchen Elend, was wenige Minuten zuvor noch eine ansehnliche junge Frau gewesen war, schnell dazu mit ihrer blutverkrusteten Hand ungeschickt nach der Phiole zu greifen. Peinlich genau achtete der Sannin darauf sie nicht unmittelbar zu berühren und er hob sich wieder, als er der Meinung war, seine Botschaft sei an der rechten Adresse angekommen. Ohne ein weiteres Wort machte er auf dem Absatz kehrt und machte sich an den Rückweg nach Konoha.
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Re: Das Schwarz im Schatten [Kurz vor dem Event]

Beitrag von Kohada Kayo am Do März 10, 2016 1:50 pm

Leben erwachte in dem schlaffen Mädchenkörper und mit einer Schnelligkeit, die man ihr nicht zugetraut hätte, war sie zum Rand der Holzbretter gewankt. Auf die Knie fallend, krallte sie sich mit ihren rauen und etwas schmutzigen Händen an der Kante fest. Ihr gesamter Körper war von einem Würgereiz erfasst worden, die Übelkeit in jeden Winkel eingedrungen und dennoch, dennoch kam nichts. Vielleicht weil es nur ein Gedanke war, der ihr zu real erschienen war, vielleicht weil sie innerlich versucht hatte, es zu unterdrücken.
Sie ließ sich auf den Rücken umfallen und starrte durch das Blätterdach in den Himmel. Eine versteckte Träne lief ihr aus dem Augenwinkel, wurde jedoch gleich von dem Stoff des Ärmels aufgezogen. Den einen Arm über ihr Gesicht gelegt, schützte sie sich damit vor der blendenden Nachmittagssonne, die mittlerweile recht tief stand. Ekel vor dem Geruch der Blutes, der sich in ihrem Kopf manifestiert hatte, Zweifel und Wut waren zu viel für sie gewesen. Noch jetzt krampfte ihr Magen leicht bei der Erinnerung an das Geschehene. Und in all dem mischte sich noch der dumpfe Schmerz ihrer Knie und Hände vom Aufprall, welchen sie jedoch nur am Rande wahrnahm. Zu oft hatte sie diesen schon gespürt in der Vergangenheit als das er ihr zu sehr ins Bewusstsein rücken würde. Nicht zuletzt hatten die Kohada auch durch ihre Künste mehr Schmerz als andere Shinobi zu ertragen.
Das konnte alles nicht wahr sein. Was hatte sie sich bei all dem gedacht? Und was sollte sie jetzt machen?
Nach einer gefühlten Ewigkeit, des sinnlos erscheinenden Hochstarrens, hatte sich das rothaarige Mädchen aufgerafft, die Knie an ihren Körper gezogen, sie mit den Armen umschlungen. Ausdrucklos starrte sie auf die Regale und Kissen, versuchend die Bilder aus ihrem Kopf zu vertreiben. Es war grauenhaft – nein, das war es nicht. Ekelerregend und quälend. Grauenhaft war es, jemand der um seinen eigenen Tod flehte am Leben zu lassen, weil man sich nicht die Hände schmutzig machen wollte und seine Gründe als Nichtigkeit abwies. Das, was sie gesehen hatte, war wie ein Albtraum gewesen. Ob es vielleicht auch einer gewesen war? Vielleicht war sie nur eingeschlafen, nachdem sie sich von Burakko getrennt hatte und ihre Phantasie war mit ihr durchgegangen nachdem unerklärlichen Geschehen in dem Teehaus.
Am Rande nahm sie wahr wie stetig ihr eigener Name in ihren Gedanken auftauchte und versuchte sich dort auszubreiten, jedoch immer wieder verschluckt wurde. Die Arme von ihren Knie lösend, streckte sie einen aus, um nach der Wasserschale zu Angeln. Ungewöhnlich aus einem solch flachen und breiten Gefäß zu trinken, doch man gewöhnte sich an alles. Es war nicht der Grund, dass man mit ihr leichter Wasser schöpfen konnte, sondern einfach ihre tierischer Begleiter. Ihm fiel es so leichter daraus zu trinken. Im Gegensatz zu anderen, störte sie sich nicht daran, das Wasser mit dem Raben Burakko zu teilen, aber das würde wohl nur die wenigen verstehen, welche so eng mit einem Tier verbunden waren wie sie selbst. Wobei die junge Kohada bereits die These aufgestellt hatte, dass selbst die anderen Tierclans nicht so stark mit ihren Begleitern verbunden sein konnten, wie die Kohadas. Schließlich tauschten sie kein Blut aus.
Fahlgesichtig starrte ihr Spiegelbild zurück. Es schien sie äußerlich stärker mitgenommen zu haben als sie gedacht hatte. Nein, sie musste sich zusammen reißen. Mit den Händen schöpfte sie ein wenig von dem Wasser und warf es sich mit geschlossenen Augen ins Gesicht. Die nassen Hände klatschten gegen ihre Wange. Sie durfte sich jetzt nicht gehen lassen. ~ Erinnere dich, wer und was du bist. Eine Kunoichi aus dem Clan der Kohada. Wir kennen den Schmerz. Wir wissen was es bedeutet ein Krieger zu sein.  Wir sterben, wenn unser Dorf es uns befiehlt. ~ predigte sie sich innerlich wie ein Mantra, immer wieder. Wenn sie einst sich selbst verlieren würde, würde sie ihren Mut verlieren und würde vergessen. Doch soweit würde sie es nicht kommen lassen.
Ein Aufschrei des Erschreckend entkam ihrer Kehle als ein scheinbar wildgewordener Vogel auf sie herabgestürzt war und mit seinem Schnabel auf sie ein pickte. „ Aufhören! Aufhören!“ schrie Kayo der schwarzen Gestalt entgegen und hielt schützend ihre Hände vor sich. „ Erinnere dich!“ krächzte der Vogel und es war derart ungewohnt Burakkos Stimme nicht in ihrem Kopf, sondern auch in ihren Ohren zu hören, dass ein Ausdruck der Verwirrtheit sich über ihr Gesicht legte. „Ich habe nicht vergessen. Ich habe nicht vergessen! Ich bin eine Kohada, wild und frei. Ich lasse mich nicht davon beeindrucken.“ schwor sie ihm und nahm vorsichtig ihre Arme wieder herunter. Sich beruhigend, flatterte er nun langsamer vor ihr. Als die Kohada ihren Raben nun musterte, konnte sie erkennen, dass er ihr Bild richtig gedeutet hatte und als sie die Hand austreckte, ließ er ein Fläschchen in ihre Handfläche fallen. Zu schnell hatten sich ihre Finger geschlossen, als das sie diese nun erst wieder vorsichtig öffnen musste, um es genauer betrachten zu können. Die Phiole. Der Grund für alles. Für alles, was passiert war. Für alles, was der Sannin heute getan hatte. Noch immer konnte sie keine tieferen Beweggründe als seine Unzufriedenheit darüber erkennen, dass sich Blut und auch Körperteile darin auflösten. Ob man damit einen ganzen Menschen auflösen konnte? Sicher nicht. Bereits jetzt erschien die Flüssigkeit der Phiole nicht mehr wie heute Mittag. Ihre Augen hatten sich verschlechtert seit dem, doch auch mit den menschlichen erkannte sie von Nahem den Absatz, der oben schwam, wie ein Ölfilm auf Wasser. „ Danke.“ Brachte sie nur leise hervor und gab sich für kurze Zeit dem seltsamen Gefühl des kalten Glases hin, das sich stetig in ihrer Hand erwärmte.
Was für eine dumme Idee es gewesen war, sie zu sich zu holen, aber er würde es nicht wissen. Und wenn er die Frau fragen würde, sie würde ihm nur sagen können, dass ein Rabe die Flasche hatte. Nichts könnte deswegen passieren. Die Finger schlossen sich erneut um sie, ganz vorsichtig, als wäre sie zerbrechlicher als jedes andere Glas und öffneten sich kurze Zeit später wieder. Erneut den Blick darauf gerichtet, schienen ihre Gedanken fort zu schweifen. Burakko war inzwischen auf dem Boden gelandet um aus der Wasserschale zu trinken. Kayo ging die wenigen Schritte auf das Holzregal zu und legte die Phiole zunächst in eine Box, drehte sich selbst dann zu ihrem Raben, der sich mittlerweile auf den Weg zu seinem improvisierten Nest gemacht hatte. ~ Nein.~ Den Kopf schüttelnd, zog sie die Phiole wieder aus der Box heraus.
~ Holst du es mir?~ ~Das macht dann aber zwei Misosuppen am Ende des Tages.~ schimpfte er etwas eingeschnappt, dass seine Partnerin ihm keine Ruhe gönnen wollte nach dem langen Flug. Es war der jungen Kohada eine Idee gekommen, die sie Burakko geschickt hatte, mit der Bitte das Nötige zu besorgen. Ihr Fenster in ihrem Zimmer stand stets offen, so würde es nicht lange dauern bis er wieder da war.
Sich ein Kissen vom Berg nehmend, warf sie es in die Mitte des Baumhauses, setzte sich darauf und konnte damit die Flüssigkeit besser im Sonnenlicht beobachten. Gewappneter als beim ersten Mal, ließ sie erneut die Geschehnisse zeitgerafft Revue passieren. Bis zu dem Punkt, an welchem sie sich unangenehm von Burakko getrennt hatte.


Es gab keine Anzeichen dafür, dass es nicht auch eine Mission sein konnte, nur die Frage, warum er dann nicht die Phiole behalten hatte, deren Inhalt immer noch wie flüssiger Honig für sie aussah. Sie traute sich allerdings nicht, diese zu öffnen und daran zu riechen, wissend, dass es nicht wie das süße Gold und fürchtend, dass es wie Blut riechen würde. Übelkeit hatte sie heute genug gehabt, die musste die Chunin nicht auch noch provozieren.
Es war nicht üblich eine Mission alleine auszuführen, dass stimmte. Aber er war ein Sannin und damit mussten seinen Fähigkeiten denen eines Hokagen gleichen. Vielleicht sogar noch besser, denn zumindest was der letzte Hokage nicht gerade jung gewesen und sein Alter hätte man in einem Kampf bestimmt zu erkennen vermocht. Ein Shinobi war zu dem ein Krieger, der tat, was er tun musste. Es war nicht immer, was man wollte, nicht immer einfach, nicht immer schön, aber ein guter Shinobi tat es. Vielleicht überinterpretierte sie Alles. Vielleicht war dieser Mann gar nicht das, für was sie ihn hielt. Muma. Albtraumhafte Gestalt. Als eine solche empfand sie ihn. Weswegen wollte er Blut oder Körperteile in dieser Phiole sehen, ohne dass sie verschwanden? Denn es war ja scheinbar das, was ihn, oder auch jemand anderes, gestört hatte. Musste man tatsächlich derart brutal vorgehen? Jemanden sich selbst einen Finger abtrennend war zumindest nicht gerade… Das hätte man sicher auch anders… Nein es ließ sich drehen und wenden. Was auch immer passiert war, es würde nichts bringen, darüber zu brüten. Doch eins wusste sie, diese Phiole würde sie bei jedem Anblick an die dunklen Seiten des Lebens erinnern. Vielleicht war es gut, dass sie diese nun besaß. Um sich jedes Mal daran zu erinnern. Besser als er.

~Kairi!~ ~ Oh Burakko, sitzt du schon lange vor mir?~Ungnädig schaute er zu ihr hoch und nahm es dem Rotschopf scheinbar sehr übel, dass sie momentan zu lange brauchte, um ihn zu beachten. Er hielt in seinem Schnabel Lederband und einen spitzen Gegenstand. Das würde schon gehen. ~ Holst du mir das Messer? Bitte? Daneben liegen noch Leckerlies. Du kannst sie haben.~ Durch die letzten Worten schien sie ihn überzeugt zu haben, denn während sie ihren Haare versuchte zu einem Zopf zu bändigen, hopste er los. Es sah jedes Mal ulkig aus und sie konnte sich auch diesmal ein Schmunzeln nicht verkneifen.  ~Danke.~ Zärtlich über sein Gefieder streichend nahm sie ihm das Messer aus seinen Krallen ab und er flog zu seinem Platz zurück, um sich schlafen zu legen. ~Ja, ich verstehe schon. Ich lasse dich ab jetzt in Ruhe schlafen. Aber denk daran, dass wir bald zum Abendessen müssen.~

Die Hände fuhren in ihren Nacken als sie das Lederband letztlich dort zusammen knotete und die Phiole unter ihrem Oberteil verschwinden ließ. Der Vorteil an dünnen Pullovern war, dass man leicht Dinge unter ihnen verstecken konnte. Das Messer, den Rest des Bandes und den Nadelartiger Gegenstand in ihrem Regal verstauend, weckte sie mit einer Berührung seines Schnabels und dem Klang ihrer Stimme in seinem Kopf den Vogel. Er kletterte ihren Arm hinauf zu ihrem Kopf, wo er sich erneut nieder ließ.
~Was ist eigentlich nach unserer  Trennung geschehen?~ fragte Kayo neugierig, löste sich den Zopf und machte sich ans hinabsteigen. Die letzten Meter ließ sie sich von einem Ast hängend fallen und landete auf beiden Füßen sicher. Als andere wäre auch traurig gewesen. ~ Er hat gewartet bis sich der Finger in der Flüssigkeit komplett aufgelöst hat und letztendlich ihr die Phiole gegeben. Deswegen konnte ich sie dir auch beschaffen.  Aber das hast du ja noch gesehen. So verzweifelt und aufgelöst wie sie war, habe ich gewartet bis er fort war und konnte sie ihr mit Leichtigkeit aus der Hand nehmen. Als ich sie hatte bin ich in die Krone des Baumes geflohen und von dort aus hoch über die Stadt zum Anwesen geflogen. Sie schien nicht gerade glücklich darüber und wollte mir die Phiole wieder wegnehmen. Aber… Letztendlich habe ich noch gesehen, wie er auf gleichem Weg wieder zurückgegangen ist. Doch ich habe eine Abkürzung zu dir genommen und  ihn damit verloren~ ~Dann ist er jetzt sicher wieder in seinem eigenen Clanviertel. ~ ~Du willst ihn noch einmal nachspionieren habe ich recht? ~ ~ Ja, normalerweise. Aber nachdem was ich heute gesehen habe, vielleicht nicht gleich morgen. Ich denke, dass ich nachher noch Ritsu besuche, um den Kopf klarer zu bekommen. ~
Sie schob die Tür zu dem Eingangsflur auf und stellte ihre Füße in den Wasserbehälter daneben. Nachdem ihre Mutter sich daran gewöhnt hatte, dass Kayo nur allzu oft barfuß unterwegs war, musste sie sich zumindest stets die Füße vor dem Eintreten waschen, was sie nun auch tat. Abgetrocknet trat sie nun in die Küche mit dem Esstisch, wo bereits köstlich dampfende Misosuppe stand. Froh darüber die Übelkeit überwunden zu haben, zog sie tief die Luft ein. ~ Auf das es ein nicht ganz so spannender Abend wird, Burakko.~
Kohada Kayo
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