Atarashi Sho

Naruto RPG # 3 Reiche # FSK 16

Das Atarashi Sho ist ein Rpg Forum das in der Welt des bekannten Anime/Manga Naruto spielt. Wir haben ein FSK Rating von 16, sowie einen FSK18 Bereich. Wir versuchen jedem Mitglied des Forums seine vollsten Möglichkeiten zu gewähren, solange das Konzept in die Geschichte des Forums passt und nichts "zu stark" ist. Unsere Geschichte spielt in einer weit entfernten Zukunft des originalen Manga. Naruto starb vor 1000 Jahren und seit jeher ist vieles geschehen. Die Reiche lebten in Frieden doch dies nicht lange. Kriege die die Welt erschütterten brachten viele Veränderungen und die Reiche überfielen sich nach und nach und so entstand eine neue Weltordnung. Konoha Gakure im Feuerreich nahm das gesamte Blitzreich mitsamt dem Dorf Kumo Gakure ein, Suna Gakure nahm ebenfalls ihren Nachbarn Iwa Gakure und das Erdreich ein und Kiri Gakure? Sie verfielen in alte Gedanken und gründeten erneut den Blutnebel, Chigiri. Wir leben heute, 1000 Jahre nach Naruto´s Tod in schweren Zeiten. Der Krieg ist beendet doch leben wir in einer kalten Kriegsphase. Chikyû jenes Reich das aus Suna und Iwa entstand hat ist das größte Reich. Die Hauptstadt tief unter der Erde verborgen und verbunden durch Tunnel. Konoha Tô das große Dorf des Waldes und letztlich Chigiri das Dorf welches Brutalität und Stärke förderte und einen kleinen Kontinent für sich einnahm.


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Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

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Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Di März 15, 2016 4:32 pm

Zeit: Vergangenheit
Ort: Clananwesen der Senju
Charaktere: Hozuki Furô ( gespielt von Tencha Anda ) & Senju Sano

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Mittlerweile war es bereits einige Monate her, dass Kuraiko ins Koma gefallen war. Einige Monate, seit dem er seinen Bogen zu Hause gelassen hatte. Persönlich für ihn angefertigt, ruhte er nun auf einem dazu passenden Holzgestellt in seinem alten Kinderzimmer. Die Benutzungsspuren zeigten, dass er zwar pflegevoll behandelt sein musste, aber auch benutzt wurde. Zumindest wurde, momentan staubte er vor sich hin, würde Furô nicht hin und wieder den ansetzenden Staub hinunter wischen und jedes Mal ein wenig Nostalgie führen, wenn seine Finger das Holz berührten. An seinen Händen trug er immer noch die Handschuhe speziell fürs Bogenschießen angefertigt. Vielleicht auch wegen der Erinnerungen, vielleicht weil er sich so sehr an sie gewöhnt hatte. Seine Waffe war nun aber nicht länger das Holz in seinem Zimmer, sondern Kuraikos Stahlwaffe. Sie fühlte sich gänzlich anders an. Abgesehen davon, dass er nicht stark genug war bislang sie zu schwingen, war mit ihr nicht verbunden. Noch nicht eins. Aber das würde werden. Gewiss. Schon bald. Und hatte er dies erst einmal geschafft, würde er seinen Kampfstil perfektionieren und sein Ziel würde in immer greifbarerer Nähe rücken.
Bis auf wenige Veränderung, sah man dem Weißschopf die Geschehnisse zumindest Äußerlich an. Wie und je machte er sich auch an diesem Abend an das Kochen für seinen Vater und sich selbst. Bei seiner Mutter im Haushalt übernahm sie dies, doch hier…. Er wollte kein Essen aus der Mikrowelle, was zu vor eingefroren sein Dasein fristete bis es zur Mahlzeit gereicht wurde. Furô fand es schmeckte einfach nur grauenhaft. Und selbst das war eine Untertreibung wie er fand. Mit seinem Trinkbecher in der Hand zog er immer wieder Wasser mit dem Strohhalm in seinem Mund, schluckte und nutzte die andere Hand um Küchengeräte zu bedienen. Erst spät hatte er angefangen sich in der Küche damit zu beschäftigten, wusste er doch, dass sein Vater auch heute wieder zu einer Clanversammlung einberufen worden war und es in letzter Zeit immer später geworden war. Sicher auch heute. Doch so genau interessierte er sich nicht dafür, was dort besprochen wurde. Es würde nur kostbare Nerven kosten.
Die er gerade auch damit verloren hatte, dass die Soße heute einfach nicht den richtigen Geschmack annehmen wollte. Ihr einen bösen Blick zuwendend, murmelte er einen Fluch, stellte seinen Wasserbecher ab und nutzte nun auch die andere Hand zum Kochen. Die langen Stoffärmel des Kimonos hatte er auf beiden Seiten hochgebunden und achtete genau darauf, dass kein Tropfen das Weiß beschmutzen würde. Für eine Schürze war er sich zu stolz, aber gleichsam auch zu Eitel um unachtsam mit seiner Kleidung umzugehen.
Es war doch schon recht spät geworden und noch immer kein Anzeichen, dass der Senju der Familie zurückkehren würde. Eine merkwürdige Familie hatte der Junge, wenn man es genau betrachtete. Als Hozuki war es nachvollziehbar, warum er selbst nicht auf einer solchen claninternen Versammlung war, aber er fragte sich, ob überhaupt eines von Sanos Kindern ein Senju war. Seiner Meinung nach nicht. Da gab seine ältere Schwester, eine Kohada. Furô hatte wohl doch ein wenig von dem Erbe seines Vaters abbekommen, sah sich deswegen dennoch nicht als ein Senju. Und mit einem Misch Erbe könnte er sich im Grunde auch nicht als ein vollwertiges Mitglied dieses Clans betrachten.
Als er alles vorbereitet hatte und der Tisch bereits gedeckt war, glitten seine Augen noch einmal zu der Uhr. Doch immer noch keine Spur. Heute Abend würde es für Sano also doch aufgewärmtes Essen aus der Mikrowelle geben, wenn das so weiter ging. Es schmeckte stets schlechter als das warme Herdessen. Seufzend nahm er sich seinen Wasserbecher und setzte sich auf einen der Küchenstühle. Dabei hatte er doch sogar extra später mit dem Essen angefangen. Genervt knabberte er an einem der Pookeys, die sein Bruder ihm heute früh geschenkt hatte und er bis eben noch im Kimono versteckt hatte. Sein Vater musste nicht unbedingt sehen, dass er etwas Süßes aß. Vielleicht durfte er sich sonst noch einen Vortrag darüber anhören, wie ungesund er sich ernährte. Gerade er, der zumindest immer frisch kochte. Zumal er im Grunde auch alt genug war, um das eigentlich alleine entscheiden zu können. Doch irgendwie war diese Ruhe auch angenehm.
Etwas gelangweilt stand er dann doch wieder auf. Es brachte nichts die endlosen Minuten in der Küche zu verbringen und auf die Teller zu starren. Trinkend machte er sich daher auf dem Weg zurück in sein eigenes Zimmer. Früher war es einmal sein Kinderzimmer gewesen. Eine ganze Zeitlang hatte er hier mit seiner Mutter gelebt, bis sie sich schließlich getrennt hatten und ein neues Leben anfingen. Etwas mit dem er sich ungewöhnlich rasch angefreundet hatte, wenn er so darüber nachdachte. Viel geändert hatte sich in dem Aussehen des Zimmers nicht. Die Wände waren immer noch babyblau gestrichen, was ihn tatsächlich nicht zu stören schien, erinnerte es ihn doch an das Wasser. Die Möbel waren andere, aber aus dem gleichen Holz wie die zuvor. Wenn Furô sich nicht irrte, war der Grund, das Sano viel selber geschaffen hatte. Gena so wie der Bogen.
Von seiner Tür aus blickte er erneut zu ihm rüber. Am Ende des Bettes stand das Gestell in einer Ecke und zeigte einen wunderschön gearbeiteten Bogen neben dem ein Köcher mit Pfeilen lehnte. Wie bei seiner Mutter. Nur hortete er dort sein Schwert, was sein Stiefvater ihm schenkte als er wollte, dass er ebenso ein Samurai wurde wie die Zwillinge es jetzt waren. Doch das Schwert hatte er tatsächlich immer nur gepflegt und nie benutzt. Den Bogen hingegen hatte er mal benutzt und sogar nicht einmal schlecht.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Di März 15, 2016 6:42 pm

Der Raum in dem das Clanoberhaupt der Senju befand, wurde von einem leicht flimmernden Licht beleuchtet. Am Anfang der Besprechung bekam er das Flackern noch nicht mit, aber inzwischen sah er regelmäßig genervt nach oben und versuchte allein durch seinen Blick das Licht, zu Tode zu starren. Seine Aufmerksamkeit schwang dabei immer wieder zwischen dem Licht und den Senju Clanmitgliedern hin und her. Sie saßen alle an einem länglichen Tisch und unterhielten sich seit fast 4 Stunden über das Auftreten mehrere Mokuton-Nutzer in der Dorfgegend. Alles begann vor gut 5 Tagen als das erste Mal ein Mokuton-Nutzer einen Händler überfiel und ihn mit einem Stamm durchbohrte. Mehrere Stunden nach dem Angriff stand man schon vor seiner Tür. Danach folgte eine Odyssey von Besprechungen, die sich kläglich in die Länge zogen. Sie mussten Planungen vornehmen und vor allem feststellen, ob es sich bei dem Mokutennutzer um einen ehemaligen Anhänger ihres Clanes handelte. Sano musste bei den Besprechungen mehrmals an seine Schwester und Mutter denken. Sie waren schon seit 7 Jahren fort ohne das er wusste, wie es ihnen ging. Er hoffte inzwischen inständig, dass sie sich aus jeglichen Ärger raus halten würden.
„Ich bin noch immer dafür, dass wir diesen Senju jagen und umbringen“, erklärte ein älterer Mann nicht weit entfernt von Sano. Er richtete seine leicht rötlich-braunen Augen auf den Mann, genau wie der Rest der anwesenden. Jeden konnte man hier sofort als Clanmitglied identifizieren. Sie trugen alle ein kleines Symbol auf ihren Kleidungsstücken. Sano trug selbst schwarze Kleidung und hatte auf der Brustseite ein weißes Senju-Wappen. Seine Kleidung wirkte genauso schlicht, wie die der anderen. Es war für ihn nicht nötig, dass er sich als Oberhaupt identifizieren musste. Jeder Senju wusste es und würde ihn mit dem nötigen Respekt behandeln. Lediglich eine Sache unterschied ihn von den anderen. Unterhalb seines linken Auges zog sich ein dicker roter Streifen. Ein Zeichen seiner ewigen Trauer um seine Familie und dem Auseinanderbruch der Senju. Es war zu einer Art Symbol geworden und gleichzeitig auch sein eignes Merkmal um ihn als Oberhaupt identifizieren zu können.
Nachdem auf den Satz des Mannes nichts folgte, atmete Sano leise durch die Nase ein. Sie drehten sich schon länger im Kreis mit den Diskussionen und kamen zu keiner geeigneten Lösung.
„Ihn zu jagen ist keine geeignete Lösung. Das hatten wir vorhin bereits festgestellt“, erklärte Sano und erhob sich dabei leicht von seinem Stuhl. Er legte seine Hände flach auf dem Tisch und blickte für einen Moment auf den Teller, der in der Mitte des Tisches stand. Dort hatte irgendwer vor Wochen Kekse hingelegt, die bisweilen keiner anrührte. Sanos Magen knurrte so sehr vor sich hin, dass er mehrmals bereits mit dem Gedanken spielte einfach nach einem Keks zu greifen. Frei nach dem Motto: Augen zu und durch. In seiner Redepause griff er tatsächlich nach einem Keks und wurde dabei von allen Clanmitgliedern beobachtet. Der eine oder andere verzog sogar das Gesicht. Sie wussten, wie alt die Kekse waren. Vielleicht zweifelte man bereits an ihrer Haltbarkeit.
„In unserer Geschichte steht, dass wir uns stets in einem Krieg gegenüber Brüdern befanden. Ich weiß, dass an dieser Stelle die Meinungen auseinander gingen. Die Uchiha gehörten nie dem Senju-Clan an, aber wenn wir weiter zurückblicken, wissen wir alle das die einzigen Urväter den gleichen Vater hatten“, erklärte er und biss nach seinem Satz in den Keks. Seine Zähne bohrten sich in ein Stück harten Stein, dass er kaum abbeißen konnte. Er blinzelte leicht und sah dann auf den fast unangetasteten Keks hinab. Erneut knurrte sein Magen leise auf, ohne das es jemand hören konnte. Sano legte den Keks langsam vor sich hin und ließ seine Augen durch die Mitglieder gleiten.
„Ich möchte nicht derjenige sein, der erneut ein Krieg zwischen Brüdern auslöst. Sei es das dieser Senju eine Straftat vollzog. Wir können ihn nicht richten und damit riskieren, dass ein anderer Clan möglicherweise auf unsere Aktivitäten aufmerksam wird. Eine Jagd halte ich deswegen für ausgeschlossen.“ Ein leises Murmeln ging durch die Reihen und jeder schien sich kurz mit seinem Nachbarn über diese Worte zu unterhalten. Das Clanoberhaupt schwieg und beobachtete alle eine Weile. Dann hob er leicht beschwichtigend die Hand.
„Ich schlage jedoch vor, dass wir ihn versuchen zu finden und die Informationen dem Dorf zu kommen lassen. Der Tsuchikage kann selbst entscheiden, wie er diesen Mann dann richten möchte.“ Man konnte sehen, dass einige der Mitglieder das nicht so berauschend fanden, aber viele wollten auch ihre Familien nicht gefährden. Sano wartete auf Gegenargumente, aber niemand sagte etwas. Vermutlich, weil die Hälfte bereits fast schlief.
„Gut, gibt es Einwände? Ansonsten werden sich Fujisaki und Shin darum kümmern. Denkt bitte daran, dass wir nicht im Auftrag des Dorfes handeln und das wir kein Recht dazu besitzen einfach jemand zu töten.“ In den Augen von Sano gab es keinen Grund für unnötige Gewalt. Sie waren keine Justiz und befanden sich derzeit auch als Mitglieder einer Gemeinschaft in diesem Dorf. Deswegen konnten sie nicht einfach Entscheidungen treffen bei denen man möglicherweise an eine Handlung ihres Dorfes dachte. Diesmal meldete sich niemand zu Wort und innerlich war Sano unglaublich froh darüber.
„Sehr gut. Dann wird die nächste Besprechung am Anfang nächster Woche sein in der Hoffnung das wir schon Ergebnisse vorweisen können.“ Die Clanmitglieder nickten. Er zwang sich ein Lächeln auf die Lippen. „Ich wünsche allen Familien ein guten Abend.“ Stühle wurden zurück gerückt und ein paar der Senjus verabschiedeten sich persönlich von ihm. Nachdem alle weg waren, ließ sich Sano auf seinem Stuhl fallen. Er atmete tief durch und rieb sich mit einer Hand durch seine grau-weißen Haare hindurch, dabei fiel sein Blick auf den Keks vor ihm. Mit schweren Schritten stand er auf, legte diesen auf den Teller zurück und nahm ihn mit. An einem Mülleimer angekommen warf er die harten Kekse weg und stellte das Geschirr in einen angrenzenden Raum. Bevor er das Gebäude verließ in dem sie Besprechungen immer führte, ging er noch durch die Tischreihen und schob die Stühle an den Tisch. Dann stellte er das nervige flackernde Licht ab und trat erschöpft in die Dunkelheit. Inzwischen war es 9:15 PM.

Der Eingangsbereich lag in dunkler Stille. Man konnte sehen, dass noch immer das Schuhpaar von Sano neben dem seines Sohnes fehlte. Inzwischen lag auch Yabun an der Tür und blickte mit großen, grünen Augen die Klinke immer wieder an. Irgendwann hatte sie ihren Kopf auf die Pfoten gebettet und schloss grimmig die Lider. Sie mochte es nicht, wenn Sano sich den ganzen Tag nicht blicken ließ. Denn irgendwo tief in ihr herrschte dann eine gewisse Irritation und Sorge. Genauso wie der Senju gehörte auch der Sohn von ihm zu ihrer Familie. Sie schlich sich öfters um die beiden herum und suchte auf diese Weise etwas Nähe. Manchmal kroch sie sogar zu dem einen oder anderen ins Bett, auch wenn das nicht immer gerne gesehen wurde.
Als der Schlüssel ins Schloss gesteckt wurde, hob sie sofort den Kopf. Ihre grünen Augen beobachteten wachsam die Tür. Alles was nicht zur Familie gehörte, wurde angeknurrt und nötigenfalls auch angesprungen. Sekunden nachdem man den Schlüssel hörte, tauchte die Gestalt eines müden Mannes auf. Es war Sano, der bereits gähnte als er nur einen Schritt über die Türschwelle trat. Mit einem leicht grimmigen Gesichtsausdruck, schloss er leise die Tür und setzte sich dann langsam auf die Stufe zum Flur hin. Yabun gähnte, streckte ihre Glieder und tigerte vorsichtig um ihn herum. Ihre feuchte Nase schnupperte an der Wange um zu sehen ob alles mit ihm okay war. Dann schleckte sie ihn einmal an und stupste ihn begrüßend mit der Schnauze an. Er blinzelte und streifte der Großkatze kurz durch das Fell.
„Na du“, flüsterte er leise in ihre Richtung um so gut wie kein Geräusch zu machen. Er wusste nicht, ob sein Sohn bereits schlief und wollte ihn auch nicht unnötigerweise wecken. Nachdem er der weißen Leopardin kurz durch das wuschelige Fell gestrichen hatte, stellte er seine Schuhe neben die von Furô. Dann drückte er sich müde auf die Beine und trottete leise den Gang entlang. Bereits auf dem Weg konnte er Licht sehen, dass aus dem Zimmer seines Sohnes kommen musste. Zudem roch es im Haus nach Essen. Erneut spürte er das Knurren seines Magens, wodurch er unwillkürlich seine Hand dort hinlegte. Glücklicherweise konnte sein Sohn kochen und übernahm diese treibende Kraft ohne zu meckern. Im inneren glaubte Sano jedoch, dass er sich nur nicht das gefrorene Fertigessen aus der Kühltruhe antuen wollte. Zugegeben schmeckte es nicht sonderlich gut! Als er den Flur in Richtung Wohnzimmer bzw. ebenso Küche betrat, erkannte er das die Tür zu dem Kinderzimmer seines Sohnes offen stand. Er blieb stehen und musterte kurz eingehend dessen Rücken. Bereits die letzten Wochen war ihm immer wieder aufgefallen, dass irgendetwas nicht stimmte. Zwar fragte Sano öfters nach seinem Befinden, aber er bekam meistens keine aufschlussreiche Antwort. Normalerweise war der Senju so eingestellt, dass er niemand dazu zwang seine Sorgen an ihn weiter zu tragen, aber der Junge war sein Sohn. Das Verhältnis zu ihm war anders. Obwohl man öfters glaubte er wäre überfordert mit Kinder, so konnte er sich noch genau daran erinnern als Furô das erste Mal ihn ‚Papa‘ nannte. Das war ein unglaubliches Gefühl. Dass das gleiche Kind jetzt einige Jahre später hier stand und irgendwie weit entfernt wirkte, gefiel ihm kein Stück. Er entschloss sich das sie möglicherweise ein paar Worte wechseln sollten, auch wenn er wirklich Hunger hatte. Also setzte er ein leicht freundliches, aber typisch ruhiges Lächeln auf und trat näher zu seinem Sohn. Ohne Vorwarnung wuschelte er ihm einmal kräftig durch die Haare und ging langsam Richtung Küche weiter.
„Na Kleiner!“, begrüßte er ihn dann in einem merkwürdigen heiteren Tonfall, der irgendwie kein Stück zu ihm passen wollte, „Wie lange stehst du schon hier? Tage? Wie wär’s wenn du dich mit in die Küche setzt? Dann kannst du mir von deinem Tag erzählen und ich koste das, was hier so riecht.“ Symbolisch sah er sich noch einmal um und steuerte dann weiter auf die Küche zu mit einem kurzem Blick nach hinten zu ihm. Natürlich versuchte er es zunächst auf den etwas ruhigeren Weg ein Gespräch anzufangen. Aber das würde nicht lange so bleiben, wenn er bemerkte das irgendetwas wirklich nicht stimmen wollte.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Mi März 16, 2016 9:42 pm

So leise wie Sano herein gekommen war, hatte Furô ihn tatsächlich nicht gehört. Es mag auch daran liegen, dass er in seine eigenen Gedanken versunken gewesen war und damit die Welt um sich herum ausgeblendet hatte. Solange er Essen zubereitete, gebot er sich auch nichts mit der Großkatze Yanbu anzufangen, wodurch sie sich irgendwann früh am Abend bereits verzogen hatte. Sie hatte es gelernt und würde darauf warten das Furô fertig werden würde oder Sano heim kommen würde. Wahrscheinlich lag sie nun mittlerweile im Eingangsbereich und würde seine Nähe erst heute Nacht wieder suchen. Der weißhaarige Junge war sich sicher, das Yanbu immer die Gelegenheit ausnutze, wenn er bei seinem Vater schlief. Doch wie er die Katze kannte, würde sie sich sicher auch in sein Bett legen, wenn er nicht da war. Es stimmte zwar, das Kuschelmonster beanspruchte gerne einen Platz neben ihm, doch letztendlich endete es fast immer damit, das Furô auf dem Boden erwachte, weil Yanbu erneut zu viel Platz in Anspruch genommen hatte. Vielleicht sollte er sich auch einfach ein größeres Bett beschaffen oder protektiv eine weitere Schlafgelegenheit neben seinem Bett errichten.
Doch jetzt war sie nicht hier und der Hozuki erwachte erst wieder aus seiner Trance als sein Vater ihm durch die Haare wuschelte. Furô erkannte seine Stimme und hielt abwehrend sofort die Hände schützend über seinen Kopf, den er wegzuducken versuchte. „Nein. Nein!“ protestierte er vehement. „ Ich habe Stunden dafür gebraucht! Und du ruinierst es in weniger als einer Sekunde.“ Warf er seinem Vater vor als er sich zu diesem umdrehte. Dass er im Grunde sowieso bald schlafen gehen würde, ignorierte er gekonnt. Die Sache mit dem Bad… nun gelogen war sie. Stunden brauchte er tatsächlich nicht dafür, aber vielleicht zumindest eine. Lang genug um ein eigenes Bad zu besitzen, was gar nicht so schlecht war, aber nachteilig wenn auch Frauen im Haus waren und es ebenso benutzen wollten. Und sich mit einer Schwester ein Bad zu teilen oder gar noch mit einer Frau, wenn die auch da war, bedeutete im Grunde, dass den ganzen Tag über jemand im Bad war. Da hatte Sano es doch gut, dass er sein Bad nur für sich selbst beanspruchte.
Einen Schmollziehend verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Schön, dass der Herr auch wieder im Haus ist.“ Gab er etwas patzig zurück, immer noch beleidigt über die Begrüßung. Doch diese Laune verflog wieder als Yanbu um seine Beine strich und er mit einem Lächeln eine Hand durch ihr Fell gleiten ließ. „ Hey lauf nicht weg, wenn ich mich mit dir streiten will!“ rief er seinem Vater nach und stemmte empört eine Hand in die Hüfte. Eins musste man Sano lassen, seine Anwesenheit schaffte es zumindest, dass Furô weniger Trübsal blass und den Bogen bereits wieder vergessen hatte. Wirklich streiten wollte er jedoch nicht mit ihm, doch er wollte seinem Ärger darüber Luft machen, dass der Senju nicht stehen geblieben war, sondern in die Küche weitergezogen war. Nun gut, dachte er sich, im Grunde war es auch gut so. Schließlich hatte er ja gekocht gehabt.
Im Türrahmen zum Zimmer blieb er erneut kurz stehen, weil Yanbu sich an ihm vordrängte. Das diese Katze nicht einfach nach ihm hinein gehen könnte. Nein, sie durfte natürlich nicht als letztes dieses Zimmer betreten. Vielleicht war sie also eine kleine Diva. „ Egal wie spät ich anfange das Essen zuzubereiten, ich bin trotzdem immer zu früh fertig, Papa.“ Wandte er nachdenklich ein und schritt zum Herd, um ihn unter den Töpfen wieder einzuschalten. Es würde noch etwas dauern, bis sie wieder heiß wurden, aber zumindest waren sie nicht gänzlich ausgekühlt. Neben her trank er immer wieder einen Schluck aus dem Wasserbecher, den er noch immer in einer seiner Hände hielt. „ Ich habe noch nicht gegessen.“ Sprach er zu Sano, während er sich wieder ihm zuwandte und sich auf seinen üblichen Platz am Tisch setze. Etwas misstrauisch musterte er den Senju. Irgendetwas war hier faul, er konnte nur noch nicht so genau sagen was. „ Der Uhrzeit nach würde ich sagen, die Verhandlung lief nicht gut. Doch deiner Laune nach, muss sie es gewesen sein. Was von beiden trifft denn nun zu?“ Es war schon ein wenig merkwürdig. Beides passte nicht so recht zusammen.
Nach einigen Minuten stand er wieder auf, rührte noch einmal um und bekundete das Essen für wieder heiß genug als er nun alles auf Teller auf den Tisch auffüllte. „ Itadakimasu“ In die Hände klatschend, nahm er seine Essstäbchen und fing mit dem Essen an. Seinen Trinkbecher hatte er neben sich auf den Tisch gestellt. Die Zeit während er aß, war wohl jene seltene, wo er nicht ständig etwas trank zwischen durch.
„ Ja ganz gut. Yanbu und ich hatten viel Spaß zusammen.“ Sagte er als er den Mund wieder leer hatte um auch die Frage seines Vaters zu beantworten wie sein Tag denn gewesen sei. Es entsprach nicht gänzlich der Wahrheit. Neben dem Faulenzen mit Yanbu am Morgen, war er zum Krankenhaus gegangen um Kuraiko zu besuchen und hatte dann erneut mit seiner Sense am Nachmittag trainiert. Der Mittag sagte ihm nicht zu. Selbst hier, unter der Erde, empfand er es zu dieser Wärme, so dass er sich ins Badehaus zurückgezogen hatte.

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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Do März 17, 2016 4:32 pm

Der Senju wusste sehr wohl, dass sein Sohn es hasste wenn er ihn durch die Haare wuschelte. Dennoch war diese Gestik eine, die eine gewisse Freundlichkeit und Zuneigung väterlicherseits ausdrückte. Furô war noch immer sein Sohn und an manchen Tagen sah er noch immer den kleinen Jungen in ihm, dem er das Laufen oder Fahrradfahren beibrachte. So würde es vermutlich noch ein paar Jahre, wenn nicht sogar das ganze Leben lang. Furô würde es mit Sicherheit verstehen, sobald er eigne Kinder in die Welt setzte. Über den Protest gab es von Sano nur ein kleines spöttisches Lachen. „Aus diesem Grund hast du ein eignes Bad. Ich weiß, wie lange du dort drinnen verbringst. Manchmal überlege ich schon zu klopfen um zu sehen, ob du noch lebst“, sagte er belustigt und warf einen Blick zurück in seine Richtung. Man konnte ihm ansehen, dass er amüsiert über diese Tatsache war. Wenn er das Bad benutzte, brauchte er vielleicht 10 Minuten. Alles was da drüber ging, konnte man als unnormal abstempeln.
Trotz des Protests seines Sohnes zog es Sano weiter in Richtung Küche. Sein Magen knurrte allein bei dem Gedanken, dass dort etwas stand, was verdammt gut roch! Woher sein Sohn diese Kochkünste hatte, wusste er bis heute nicht. Von ihm mit Sicherheit nicht. Er war bereits fast in der Küche angekommen als er hinter sich erneut ein paar anklagende Worte seines Sohnes vernehmen konnte. Er wandte sich herum und warf einen fragenden Blick nach hinten. Vermutlich nahm ihm Furô – zu recht – übel das er erneut zu spät nach Hause gekommen war. Es störte den Senju ebenfalls. Normalerweise war es nämlich er, der auf das Ritual bestand morgens und abends gemeinsam zu essen. Auch wenn er seinem Sohn an manchen Tagen erlaubte nicht am Tisch zu essen, so war es zumindest verpflichtend, dass er es morgens und abends tun musste. Sie waren immerhin eine Familie, die sich nicht aus den Augen verlieren sollte.
„Streit? Jetzt? Wir können gerne streiten, während ich bewerte wie gut dein Essen schmeckt“, erklärte er und hatte schon im nächsten Moment beschlossen, dass er Furô Anspielung auf einen Streit nicht ernst nahm. Für einen wirklichen Streit hatte er keine Lust und es gab auch keinen Grund. Er hob die Augenbraue und zeigte eindeutig in seinem Gesicht, dass er im Moment auf einen Streit nicht viel Lust hatte. Dann wandte er sich wieder in die Küche und blickte sich dort rum. Auf dem Herd standen Töpfe, die er sofort von weiten in Augenschein nahm. Gleichzeitig konnte er auch einen Blick auf eine Zeitung werfen, die auf dem Küchentresen lag. Er sah kurz drauf, wodurch sein Sohn die Zeit nutzte und an den Herd trat. Normalerweise wäre er auch in der Lage einen Herd gerade so noch zu bedienen, aber manchmal war er wirklich froh das Furô ihm das abnahm. Yanbu hingegen schlich sich erst um die Beine des jungen Sprösslings und streifte dann weiter an Sano entlang. Dann tapste sie weiter und legte sich auf eine Decke in der Ecke. Zufrieden das alle Familienmitglieder nun anwesend waren, setzte sie sich dort hin und fing an ihre Pfote zu lecken. Nachdem der Senju die Zeitung noch einen Moment ansah, warf er dann langsam einen Blick zu Furô herum, der sich inzwischen an den Tisch setzte. Er ließ sich ihm direkt gegenüber fallen und stützte sein Kinn auf die Handfläche.
„Du hast wirklich noch nichts gegessen? Das ist nett… aber du solltest regelmäßig essen, auch wenn ich mich verspäte“, gab Sano besorgt zu bedenken und musterte ihn kurz eingehend. So als hätten die zwei Stunden später Essen bereits einen Gewichtsverlust von größeren Ausmaßen gehabt. Dann bemerkte er den misstrauischen Blick den sein Sohn ihn schenkte und für Sekunden glaubte er in seine eignen Züge zu sehen. Furô hatte doch ein wenig etwas von ihm! Keine Frage.
„So? Darf ich nicht gut gelaunt sein, wenn ich nach Hause komme? Immerhin warst du noch wach. Das hat mich gefreut“, log Sano etwas und nickte leicht. „Tatsächlich liefen aber auch die Verhandlungen einigermaßen anständig ab. So gut wie eben möglich.“ Sano hob leicht die Schultern und wirkte dadurch etwas ratlos. Er wusste nicht wirklich, ob die Unterhaltungen heute gut oder schlecht waren. „Die Zeit zeigt uns, ob die Verhandlungen gut waren.“ Für Sekunden schwieg er und ließ seinen Augen Furô folgen, der sich wieder an den Töpfen zu schaffen machte. Als er ihm dann etwas auf den Teller tat, nickte er leicht. Es war schon merkwürdig, dass ihn sein Sohn derartig bediente. An manchen Tagen schmeichelte ihn das ziemlich. „Danke für das Essen, Fuu.“ Eine Abkürzung, die er schon seit dem Kindesalter für ihn verwendete. Es sei denn er war sauer, dann gab es keine Verniedlichungen! Nachdem die Familie wieder am Tisch zusammen saß, legte auch Sano kurz die Hände zusammen. Fast im selben Augenblick, wie Furô kam von ihm ein:„Itadakimasu!“ Dann griff er nach seinen Essstäbchen und fing an sich anzusehen, was er schönes zu essen bekam. Im Hintergrund schleckte Yanbu sich gerade über das struppige Rückenfell und hob ihre Augen als sie ihren Namen hörte. Sie legte den Kopf schräg, streckte sich und rollte sich dann auf dem Platz zusammen. Mit einem leisen Gähnen macht sie kurz auf sich aufmerksam und kuschelte dann ihre Schnauze in den buschigen Schwanz.
Sano hörte zunächst zu. Viel Information über seinen Tag bekam er jedoch nicht aus ihm raus. Denn generell glaubte er das „Spaß“ für Yanbu und ihn hieß, dass sie nichts gemacht hatten. Er kannte beide sehr gut. Sowohl Yanbu als auch Furô waren recht träge. Sie liebten es einfach rum zu liegen. Wieder zog Sano mit einer gewissen Skepsis die Augenbraue nach oben.
„So? Ich kann mir vorstellen, wie Euer Spaß ausgesehen hat“, bemerkte er und aß dabei den ersten Happen des Essens, der verdammt gut schmeckte. Dann sah er etwas beiläufig in seine Schüssel, fasst so als suche er dort einen Goldschatz und nahm etwas zu Essen zwischen die Stäbchen. „Wär es nicht Mal an der Zeit, wieder etwas Bogenschießen zu üben? Ich habe das Gefühl, dass er schon ziemlich lange vor sich hin staubt“, gab er zu Bedenken und hob dann erst seine rot-braunen Augen um ihm entgegen zu sehen. „Oder ist er kaputt? Ich könnte ihn mir einmal ansehen.“ Er wollte so unbemerkt wie möglich nachfragen, auch wenn es ihm etwas schwer fiel. Denn normalerweise war er sehr direkt. Aber auf die Weise hatte er noch nie ein Wort aus Furô raus bekommen.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Do März 17, 2016 10:17 pm

Schmollend blickte er seinen Vater finster an, als er ihm sagte, dass er aus genau diesem Grund sein eigenes Bad hatte. Was für eine Frechheit so lange brauchte er überhaupt nicht! Natürlich würde er nicht im Bad sterben. Es war eine schamlose Übertreibung. Doch was sollte es. Seufzend entschied er sich nicht weiter darüber aufzuregen, es brachte sowieso nichts, nur der Verlust weiterer Nerven.
Ihm letztendlich hinterherlaufen, kam er auch in der Küche an. „ Das war nur so gesagt.“ Grummelte der Hozuki und verzog kurz den Mund. Als würde er freiwillig mit seinem Vater streiten wollen und das wusste Sano sicher auch. Jeder Keil der sich zwischen ihnen trieb, war Furô unangenehm, wollte er doch seine Beziehungen aufrecht erhalten. Zumindest so gut es ging. Und unnötigen Streit anzufangen zählte sicherlich nicht in die Kategorie sie positiv zu fördern. Während der Senju die Zeitung studierte kümmerte sich der Weißschopf um den Herd, so dass das Essen in den Töpfen wieder aufgewärmt wurde. Yanbu strich unterdessen um seine Beine, doch er ignorierte es. Schließlich war es jetzt Essenszeit und daran würde sie auch dadurch nichts ändern. Aber nach kurzem hatte sie sich wieder in ihre Ecke verkrochen und es sich auf der Decke gemütlich gemacht.
„ Ich verdurste eher als zu verhungern. Außerdem bist du doch froh darüber, nicht wahr?“ gab er zurück, wohlwissend, dass es seinem Vater gefiel, wenn sie gemeinsam aßen. Er war es auch der sogar darauf bestand. Frühstück und Abendbrot, wobei er sich selbst vor dem Frühstück manchmal drückte um ein wenig länger schlafen zu können. „ Hey das habe ich überhaupt nicht dir vorgeworfen. Verdreh meine Worte nicht so!“ beschwerte er sich dann darüber, dass Sano ihm eine Gegenfrage stellte. Natürlich durfte er das. Schließlich freute sich auch Furô darüber das er endlich daheim war. Sein Magen knurrte tatsächlich langsam schon und hätte es noch länger gedauert hätte er sich wahrscheinlich entweder schon was genommen oder wäre schlafen gegangen. „ Schön. Ich drück dir Daumen!“ sagte er grinsend, während er ihm etwas auf den Teller füllte.
„ Tja…“ gab er nur zurück, als Sano sich bei ihm für das Essen bedankte und ihn sogar bei seinem Spitznamen nannte. Wie immer, wenn er zumindest nicht gerade wütend über den Jungen war, weil er wieder Mist gebaut hatte.

„ Schau nicht so!“ sagte er letztendlich etwas empört und zog einen Schmollmund. „ Es ist überhaupt nichts Schlimmes daran sich auszuruhen oder mit Yanbu zu spielen.“ Versuchte er sich zu rechtfertigen, wusste aber, dass sein Vater da andere Ansichten hatte. Der Senju hielt nicht so viel von der Einstellung des Jungen, dass man fast jede Anstrengung lieber meiden sollte. Einen großen Schluck Wasser trinkend, nahm er mit den Stäbchen wieder etwas auf und schob es sich in seinen Mund. Kopfschüttelnd tat er es ab. Was sein Vater nur immer hatte. Wobei es war ja auch im Grunde seine Schuld, wenn er ihm die Wahrheit nicht sagte, dass er doch eigentlich schon heute trainiert hatte. Als er dann jedoch das Thema Bogenschießen ansprach, erstarb Furô Lächeln auf seinen Lippen und er hielt in seiner Bewegung inne. Einen wunden Punkt hatte er getroffen. Um seinen Vater zumindest nicht ins Gesicht lügen zu müssen und so tun als wäre nichts vorgefallen, füllte er sich aus einer kleinen Schüssel zu seiner Seite etwas auf den Teller. Mehr als nötig wäre und mit reichlich viel Zeit lassend. „ Ich trainiere momentan nicht mit ihm.“ So viel zu der Wahrheit. „ Und nein das ist nicht nötig. Dem geht es gut. Ich habe nur kein Interesse mehr daran.“ Sagte er mit einem bemüht desinteressierten Tonfall. „ Es gibt niemanden mehr, den ich darin besiegen könnte. Es langweilt mich. Ich habe mir jetzt eine neue Herausforderung gesucht und trainiere mit einer anderen Waffe.“ Was sogar halb stimmte. Nur Furô und kein Interesse? Sicher nicht. Bogenschießen war sein Leben und er schwärmte immer dafür, dass er durch die Welt ziehen wollte um immer noch bessere Meister zu finden und sie alle zu schlagen. Doch nun hatte er den Bogen niedergelegt um mit Kuraikos Sense zu Üben. Sein Vater wusste noch nichts von seinen neuen Zielen und Plänen. Wer weiß, ob er sie verstehen oder sogar gut heißen würde. Er spürte den unablässigen Blick seines Vaters, egal wie oft er sich noch den Mund mit Essen füllen würde, Sano würde sicher nicht nachlassen.  Aber er wollte auch nichts weiter sagen, zumindest nicht von sich aus.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Sa März 19, 2016 10:17 pm

Sano wusste durchaus, dass sein Sohn derzeit keinen Streit mit ihm anfangen wollte. Dennoch wollte er ihn ein wenig aufziehen, umso zu sehen wie seine Reaktion ausfiel. So richtig erklären konnte er sich nämlich noch nicht, warum er seinen Bogen seit so langer Zeit nicht verwenden wollte. Er konnte sich eigentlich nicht vorstellen, dass er die Lust daran verloren hatte. Nachdem sie also zunächst beide Plätze am Tisch fanden, sprachen sie über ihren normalen Alltag. Furô kannte ihn einfach lange genug um zu wissen, dass er wirklich gerne mit ihm abends zusammen saß um etwas zu essen. Ausschließlich morgens ließ er es zwischendurch zu, dass sein Sohn ausschlafen konnte. Es wäre ihm natürlich lieber gewesen ihn in aller Frühe aus dem Bett zu jagen, aber das stellte sich mit der Zeit als äußerst Kontraproduktiv vor. Er konnte sich noch genau daran erinnern, wie der kleine Furô damals meuterte, wenn er ihn zu seinen Trainingseinheiten mitnehmen wollte. Zumal er dann den ganzen Tag etwas schlecht gelaunt wirkte. Irgendwann ließ es Sano den Versuch bleiben ihn um 4 oder 5 Uhr zu wecken. Mit der Zeit entwickelte er andere Strategien seinen Sohn das Training nahe zu legen. Einige davon trafen für außenstehende vermutlich nicht auf Verständnis. Es war ihm aber auch egal, was andere davon hielten, solange er sein Ziel damit erreichte.
„Ja, wenn ich dich morgens schon nicht immer sehe, wäre es abends durchaus schön“, bestätigte er die Worte seines Sohnes und schenkte ihm ein kleines Lächeln. „Das macht deinen alten Herren glücklich.“ Glücklich war in diesem Augenblick auch, dass richtige Stichpunkt. Denn offensichtlich hatte Furô dazu mitbekommen, dass er sich etwas suspekt verhielt. Seine übertriebene gute Stimmung, wirkte etwas unecht. Zwar gab es Phasen, wo er durchaus etwas glücklicher wirkte, aber normalerweise zeigte er eher eine ausgeglichene Art und Weise. Sano winkte mit einer Hand ab und machte so deutlich, dass seine gute Stimmung egal war. Er versuchte sich mit der Ausrede zu retten, dass die Verhandlungen gut verlaufen waren. Das schien Furô auch soweit zu glauben – eine gewisse Wahrheit versteckte sich immerhin dahinter. Nachdem er mit seiner Erklärung über den Tag endete, war es nun sein gegenüber der über seinen eignen sprach. Wie immer hörte der Senju aufmerksam zu, während er langsam das Essen aß. Es schmeckte wie immer köstlich und deutlich besser als das Tiefkühlzeug. Dennoch konnte er sich eine erhobene Augenbraue nicht verkneifen als sein Sohn bemerkte, dass ausruhen nicht schlimm wäre. Bei ihm hieß das eigentlich 90 % des Tages. Zumindest kam es ihm manchmal so vor.
„Ja…“, sagte er langsam und stellte seine Schüssel auf den Tisch zurück. „Daran ist nichts schlimmes. Wir wissen ja, dass wir beide unterschiedliche Auffassungen von ausruhen haben.“ Das war eine recht diplomatische Antwort für seine Verhältnisse. Denn normalerweise hätte er ihm jetzt einen Vortrag darüber gehalten, aber heute Abend unterließ er es einfach. Im Vordergrund stand noch immer heraus zu finden, was mit seinem Sohn nicht stimmte. Er stellte also die Frage zu seinem Bogen und bekam eine doch überraschende Antwort. Diesen Ausdruck konnte man kurz auf den Zügen des Senjus deutlich erkennen. Nachdem er mehrmals verwirrt blinzelte, verschwand dieser Ausdruck wieder. Er legte langsam einen Arm über die Lehne und fuhr sich mit den Fingern über das Kinn hinweg.
„Verstehe“, bestätigte er seine Worte, fast so als hätte er wirklich verstanden was er sagte. Aber er tat es nicht. Er wusste wie sehr sein Sohn an diesen Bogen hing und konnte sich nicht vorstellen, warum er diesen nicht mehr anrührte. „Also hast du ganz plötzlich, nachdem du dich Jahre lang dafür interessiert hast und dich schwer darum bemüht hast der beste zu werden… kein Interesse mehr damit zu kämpfen?“, erläuterte Sano und blickte Furô wieder entgegen. Seine Augen wirkten forschend. Seine Gesichtszüge ließen erkennen, dass er roch das irgendetwas faul war. Seine gesamte Mimik spiegelte eine gewisse Ernsthaftigkeit wieder, die vor allem von einer gewissen Sorge geprägt wurde.
„Ich meine, es ist deine Entscheidung… aber nur weil du niemanden besiegen kannst, ganz damit aufzuhören, klingt für mich nach einem verschwendeten Potenzial. Du hast immerhin Jahre lang damit geübt.“ Er schwieg kurz und versuchte seinem Gesichtsausdruck weniger härte zu geben, was ihm manchmal wirklich schwer fiel. Denn er besaß einen schrecklichen Sturkopf und mochte es nicht, wenn er Dinge nicht gleich durchschauen konnte. „Mit was für einer Waffe trainierst du jetzt?“, harkte er dann noch einmal nach. Erneut gab er seinem Tonfall weniger schärfer, um nicht ganz so bestimmend zu klingen oder gar so als würde er seinen Sohn gerade verhören wollen. Es fiel ihn dennoch wirklich schwer!
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Fr März 25, 2016 12:22 pm

„ Tja… immerhin bin ich schon fast auf deinem Rang. Trotz des Ausruhen und ohne das Frühtraining.“ Zog er seinen Vater schließlich auf, auch wenn dieser seine Worte auf diplomatische Art und Weise sogar gerade bestätigt hatte. Furô hatte sich diesen frechen Kommentar jedoch nicht verkneifen können. Tatsächlich war er durch seine Fähigkeiten und vor allem durch das Bogenschießen damals in den Rang eines Tokubetsu Jônin erhoben worden. Sano als Jônin stand damit zwar noch über ihn, aber nicht mehr viel. Niemals würde sich der Hozuki anmaßen zu sagen, dass er diesen in einem Kampf ebenbürtig wäre, dazu gab es noch zu große Unterschiede, aber es war gut um zu betonen, dass er ja nicht zu faul für das Shinobileben sein konnte. Mit der Zeit hatte er sich ja sogar gebessert und maulte sogar schon weniger rum, wenn es Missionen außerhalb des Dorfes waren. Wahrscheinlich nur noch alle 200m und nicht mehr alle 100m. Doch im Grunde war er dankbar diesmal keinen Vortrag sich anhören zu müssen, weshalb er letztlich doch still blieb.
Dass sein Vater ihn nun zum Thema Bogen ansprach, verstärkte sein Vorhaben nur noch mehr still zu sein. Darüber wollte er nicht reden. Nicht mit Sano. Mit keinem eigentlich so recht, aber vor allem nicht ihm. Furô hatte sich in Gedanken schon oft überlegt mit ihm darüber zu reden, war dann jedoch immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass sein Vater es mit seinen Ansichten sicher nicht verstehen würde. Und das ließ ihn sich schlecht fühlen. Nicht nur weil er sich dann nicht verstanden fühlte, sondern weil er ihm gegenüber etwas verheimlichte und ihn jetzt sogar angelogen hatte.
Skepsis hing in der Luft. Furô spürte sie deutlich. Der Ältere konnte es doch sicher nicht ernst meinen, was er gerade sagte oder? Ein ‚Verstehe‘, wenn er eben noch so überrascht, verwirrt ausgeschaut hatte? Wenn er sich so über das Kinn fuhr. „ Ja, genau.“ Stimmte er zu um seine Lüge zu stützen. Sein Herz schmerzte bei diesen Worten. Sie waren so unwahr. Um die Stäbchen verkrampfte sich seine Hand etwas. Ablenkung würde jetzt gut tun, würde die Worte schnellst möglich wieder aus seinem Kopf streichen, sie ungeschehen machen. Schnell fühlte er sich noch mehr Essen aus seinen Teller und nahm mit der anderen Hand ein Schluck Wasser. Es war nicht nötig, Sano zu fragen, ob er ihm glaubte. Alleine das Wort ‚plötzlich‘, seine ganze Wortwahl, seine Stimme und der musternde Blick. Furô ertrug es nicht ihm in die Augen zu sehen, denn dann würde er sich auch selbst eingestehen, dass er sich willentlich davon abhielt Bogen zu schießen. Aber das war richtig. Jedes Training mit dem Bogen wäre ein falsches Training, er musste sich nun auf die Sense konzentrieren. Sie richtig verwenden zu können, würde ihm auf kommenden Missionen nicht nur hilfreich sein sondern würde die Erfüllung seiner neuen Ziele in greifbarer Nähe rücken.
„Ja, eben. Meine Entscheidung.“ Wiederholte er patzig und presste die Lippen aufeinander. Letztendlich hatte er ihn doch wieder angeblickt, in seine Augen gestarrt und ein wenig wütend ausgesehen. Dieses Thema gefiel ihm ganz und gar nicht, warum konnte sein Vater nicht einfach damit aufhören? Warum konnte er nicht einfach still sein oder weiter über seine eigenen Angelegenheiten reden, anstatt ihm nun zu erklären, dass er es als verschwendetes Potenzial empfand. Es gab doch noch andere Bogenschützen sicher, die würden seinen Platz schon einnehmen und als Waffenkämpfer sollte er sich sowieso nicht nur auf eine festlegen. Es war schon gut, dass er nun mit einer anderen trainierte. „ Einer Sense, okay?“ Waren sie hier bei einem Verhör? Wenn ja, hoffte er, dass er bislang nicht zu sehr über sein Team geredet hatte und ausgelassen hatte, wer welche Waffe trug. Sano würde von dem Unglück der Mission wissen, schließlich hatte Furô selbst auch im Krankenhaus danach gelegen. Dennoch bestand seine einzige Hoffnung jetzt darauf, dass er wieder vergessen hatte, welche Waffe Kuraiko, seine beste Freundin und Seelengefährtin trug. Unwahrscheinlich, zu oft waren sie früher zusammen gewesen, aber vielleicht ja möglich. Sano konzentrierte sich in letzter Zeit stärker auf seinen Clan und seine Familie, da hätte er das sicher wieder vergessen.
Ein schlechtes Gewissen haben, weil seine letzten Worte so unhöflich ihm gegenüber geklungen haben, murmelte er ein ‚ Entschuldigung‘ ehe er sich sein letztes Stück Essen in den Mund steckte und noch einen Schluck trank. „Ich bin fertig und gehe jetzt schlafen.“ Sagte er nüchtern, stand ohne Rücksicht, ob sein Vater schon fertig war, auf und ging zur Spüle hinüber, wo er sich seine Wasserflasche wieder auffüllte. Es war unkomplizierte als aus Chakra Wasser zu erschaffen und es dann dort hinein zu füllen, dann konnte er es auch so, zumal es keinen wirklichen geschmacklichen Unterschied gab. Von der Seite her, bemerkte er Yanbu Blick. Hatte sie sich jetzt auch gegen ihn verschworen? Er wollte doch nur einmal, dass man es einfach hinnahm und ihm zusprach. Aber der Sturkopf seines Vaters würde sich darauf beharren, dass das doch alles Unsinns war. Er würde wollen, dass er sich weiter auf seinen Bogen konzentrierte. Aber das wollte Furô nicht. Nein, er würde sein Ziel verfolgen, egal was er sagen würde. Und morgen würde die Welt sicher wieder anders aussehen, dann hätte sein Vater sicher vergessen, wie er sich gerade benommen hatte und vielleicht auch alles andere.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Sa März 26, 2016 6:13 pm

Trotz der Tatsache, dass sein Sohn bald schon auf dem gleichen Rang, wie er selbst war, sah er noch lange nicht das er diese Beförderung verdiente. Natürlich war er kein schlechter Kämpfer und beeindruckte ihn immer wieder mit seinen Fähigkeiten, aber zu einem Jounin gehörte eindeutig etwas mehr. Selbst, wenn er bereits den Rang erworben hätte, wäre er noch immer skeptisch gewesen. Entsprechend schenkte er seinem Sohn zunächst eine hochgezogene Augenbraue und ein eher strafenden Blick, dass er ihn derartig versuchte aufzuziehen. Er ersparte ihnen beide jedoch, dass er einen Vortrag über die Pflichten eines Jounin hielt. Stattdessen wandte er seinen Blick auf das Essen hinab. Die Unterhaltung schien heute Abend jedoch keinesfalls von ruhiger Natur zu bleiben. Sano spürte, dass das Thema „Bogen“ eine heikle Angelegenheit derzeit war. Zumindest verstand er nicht, welche Laus seinem Sohn über die Leber lief, dass er sich derartig verhielt. Wie immer war er bei Thematiken, die sich rein um Emotionen drehte, wie die Axt im Walde. Er holzte Furôs Ansichten mit leicht sarkastischen Worten einfach um. Für Sekunden herrschte eine gewisse Stille in der Küche, die lediglich von dem Ticken der Uhr, über der Tür, unterbrochen wurde. Sein Sohn sah ihm nicht in die Augen, was nur bedeutete das er entweder etwas ausgefressen hatte oder aber das er darüber nicht reden wollte. Normalerweise ließ Sano ihm auch diesen Freiraum und bohrte in so heiklen Themen nicht nach, aber so ein ‚krasser‘ Wandel kam ihn sehr merkwürdig vor.
Mit seinen Worten wollte er zumindest versuchen Furô daran zu erinnern, wie lange er brauchte um ein guter Bogenschütze zu werden. Er wusste, dass er ihn nicht dazu zwingen konnte ihn wieder zu verwenden, aber locker lassen würde er dennoch nicht!
Erst als sein Sohn patziger wurde und ihn wütend in die Augen starrte, veränderten sich die Gesichtszüge des Mannes. Seine Mimik wurde ernster und er verengte leicht die Augen. Ein Zeichen dafür, dass er bei so einem Tonfall sicherlich nicht einfach aufhörte nachzubohren. Sano trieb es also weiter und fragte im gleichen Atemzug nach, was sein Sohn für eine Waffe inzwischen benutzte. Erst als er das Wort „Sense“ hörte, schien bei ihm der Groschen zu fallen. Sein Blick wurde wieder etwas ruhiger und er wirkte plötzlich etwas nachdenklicher.
„Was erhoffst du dir damit zu erreichen?“, fragte er dann, wobei seine Stimme leiser wurde. Statt jedoch eine Antwort zu bekommen, konnte er nur ein paar gemurmelte Worte hören. Furô erhob sich von seinem Platz und verkündete im nüchternen Tonfall, dass er jetzt schlafen ginge. Das gefiel Sano kein Stück. Statt ihn jedoch aufzuhalten, warf er nur einen Blick auf die Uhr und ließ es dabei bleiben. Er war zu müde für eine längere Diskussion. Zumal er erst über seine genaue Wortwahl nachdenken musste, bevor er sie seinem Sohn vor die Stirn warf. Mit einem leisen Seufzen erhob er sich von seinem Platz, schob den Stuhl ran und nahm seinen Teller. Er ging zur Spüle und stellte ihn dort ab. Dann gab er seinem Sohn einen Wuschler durch die Haare und nickte Richtung Küchentür.
„Lass gut sein. Ich wasche ab. Geh ins Bett und schlaf etwas“, sagte er ruhig, ohne dass man seiner Stimme genau anhören konnte, ob er die patzigen Worte ihm übel nahm oder nicht. Im Hintergrund erhob sich Yanbu von ihrem Platz und schlich sich bereits vor in das Zimmer von Furô. Heute Nacht würde sie ihm Gesellschaft leisten, allein weil sie im Gespür hatte das es ihm gut tun würde. Generell besaß sie für so etwas ein absolutes Feingefühl. Mehr als zumindest Sano. Nachdem er seinen Sohn dann mehr oder weniger nötigte das Abwaschen ihn zu überlassen, kümmerte er sich darum die Küche wieder ordentlich her zu richten. Dabei dachte er darüber nach, was in dem inneren seines Sohnes wohl derzeit los war.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Mo Apr 04, 2016 5:05 pm

Furôs Hand verrutschte als er unachtsam in Gedanken versunken war. Das Wasser lief über seine Hand und nicht wie geplant in seine eigene Flasche um diese zu befüllen. Er war mit sich selbst in einem Konflikt. Einerseits wollte er alles seinem Vater sagen und es ihm erklären. Sicher wäre es angenehm über das Geschehene zu reden und am Anfang hatte er tatsächlich noch über den Unfall geredet – zumindest ein wenig bis er merkte, dass Sano nicht unbedingt seine Auffassung zu dem Thema teilte. Ungern sprach er seitdem davon, da dann öfters ein Gefühl von Unverständnis in ihm hochkam, welches er nicht einmal wirklich begründen konnte.
Diese Mission hatte ihn damals die bittere Wahrheit seines eigenen Lebens offenbart. Manche spürten es früher und manche erst später. Kuraiko war nicht tot aber fast wie. Doch sie könnte noch aufwachen. Ja ganz gewiss! Sie würde noch aufwachen. Sie musste es einfach! Und dann wäre er dort, könnte ihr wieder ins Gesicht sehen.
Verärgert über sich selbst hielt er die Flasche wieder richtig. Seine Haare wurden ihm nächsten Moment auch erneut durch wuschelt, diesmal ohne das ein zurechtweisender Kommentar folgte. Zwar gefiel es dem Weißschopf immer noch nicht, aber im Moment war er nicht dazu aufgelegt seinen Vater wegen so etwas banalem zurechtzuweisen. Wortlos nahm er die Worte seines Vaters hin, zog die Flasche zurück und schraubte den Deckel auf ihre Öffnung. Das Wasser ließ Furô laufen, schließlich würde Sano sowieso abwaschen wollen.“ Bis morgen.“ Sagte er leise ohne seinen typischen Optimismus. Ein Blick auf den Platz von Yanbu verriet ihm, dass sie bereits gegangen war. Sicherlich würde dies heißen, dass sie heute beabsichtigte bei ihm zu schlafen. Im Grunde hätte er sich darüber gefreut, jetzt begegnete er diesem Umstand mit Gleichgültigkeit. Je näher er jedoch seinem Zimmer kam, desto mehr wurde ihm bewusst, dass es gut tun würde Yanbu an seiner Seite zu wissen. Letztendlich akzeptierte sie immer alles. Oder zumindest fast alles und bislang hatte sie ihm deswegen noch keine Fragen gestellt.
Zunächst ging er noch ins Bad, um sich dort für die Nacht fertig zu machen ehe auch er sein Reich betrat. Wie er sich gedacht hatte war Yanbu bereits da und saß auf seinem Bett. Natürlich musste sie wieder gefühlt alles einnehmen. Vorsichtig schälte er sich aus seinem Kimono heraus und faltete ihn ordnungsgemäß zusammen. Gedankenverloren blieb er noch einen Moment auf dem Boden sitzen, während sein Blick erneut auf den Bogen fiel. „ Gomen nasai, Rai-chan.“ Sagte er ihm schließlich zugewandt. Doch diese Entschuldigung galt nicht der Waffe, sondern seiner Seelenverwandten Kuraiko. Wegen ihm lag sie schließlich im Krankenhaus und wegen ihm konnte sie nicht, was sie gewollt hätte. Sicherlich war es ihre Entscheidung gewesen den Angriff auf sich zu nehmen, aber dennoch… Er hätte nun da liegen sollen. Das war nicht fair. Aber was war das schon? Er musste aufwachen aus all dem, aus seinem glücklichen Leben, denn das Leben eines Kriegers war hart, brutal und ganz sicher nicht gerecht.
Er erhob sich mit einer fließenden Bewegung und blickte zu Yanbu, die ruhig dort saß. Mit ihren Augen schien sie jede seiner Regungen zu verfolgen. Als Furô letztendlich vor ihr stand, streichelte er einmal über ihren Kopf. Ihr Hals bewegte sich mit als würde sie dadurch den Kontakt länger aufrechterhalten wollen. „ Arigatou, Yanbu, das du To-san nicht verraten hast, dass wir nicht den ganzen Tag zusammen gefaulenzt haben.“ Ein mildes Lächeln, zwanghaft, zierte seine Lippen und er wand sich ein wenig zur Tür um. Ein schmaler Lichtspalt fuhr durch die Öffnung der Tür, welche nur angelehnt war. „ Komm jetzt. Mach Platz.“ Wies er das Tier an und er selbst nur mit seiner Badehose bekleidet, schlüpfte unter die Decke, während die Großkatze sich von einer Seite an ihn heran schmiegte. Es war zwar nicht schöner als mit Mädchen das Bett zu teilen, aber bei Yanbu hatte er zumindest nicht die Befürchtung dass seine Nase anfangen würde zu bluten.
Das Licht in seinem Zimmer war gelöscht. Die Flasche Wasser stand neben ihm auf den Boden. Mit dem Gesicht an die gegenüberliegende Wand, dachte er noch lange über diesen Abend nach, überlegte, ob er an irgendeinem Gesprächspunkt alles in eine andere Richtung hätte lenken können als das er nicht hätte so ändern müssen. Sein Vater war sicherlich müde gewesen und hatte sich das Abendbrot anders vorgestellt haben müssen, doch am Ende war sein Sohn ihm patzig gekommen und früher ins Bett gegangen. Morgen würde es anders werden, es müsste einfach.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Fr Apr 08, 2016 9:12 pm

Sano wandte seinen Kopf leicht herum und beobachtete wie sein Sohn langsam die Küche verließ. Seine Gesichtsmimik wirkte seltsam ernst, angehaucht mit etwas Sorge, die sich lediglich auf einer Falte an seiner Stirn erkennbar machte. Trotz seiner Müdigkeit sorgte er dafür, dass die Küche innerhalb von 20 Minuten sauber war und dachte währenddessen über Furô intensiv nach. Er fragte sich, ob sein Verhalten von dem Ereignis um seine Teamkameradin stammte oder ob ihn einfach gerade etwas störte. Mit jeder Minute, die er sich jedoch mehr den Kopf darüber zerbrach, kam ihn der Gedanke, dass es auch etwas anderes sein konnte. Leise seufzend fuhr sich der Mann über die Augen, atmete tief durch und stellte das Licht in der Küche aus. Er ging über den Flur, so leise wie möglich und blieb schlussendlich noch einmal bei Furô Zimmer stehen. Die Tür war wie so oft nur angelehnt. Sano blickte kurz durch den Türspalt hinein und konnte lediglich die Großkatze im Bett erkennen und irgendwo in die Ecke gequetscht seinen Sohn. Durch die Dunkelheit wusste er aber nicht, ob er bereits schlief oder wach war. Er wandte sich zum Schluss herum und ging zu seinem Zimmer, das am Ende des Ganges lag. Mit schweren Schritten betrat er seinen Raum und schloss die Tür hinter sich. Auf dem Weg zu seinem Bett legte er jegliche Kleidungsstücke von sich ab und fiel dann nackt in sein Bett. Seufzend vergrub er sein Gesicht im Kissen und schloss seine Augen. Auch wenn es ihm schwer fiel, versank er langsam in einen Dämmerschlaf.

Der Morgen kam für den Mann recht früh. Wie immer war er vor seinem Wecker wach und quälte sich vor dem eigentlichen Sonnenaufgang aus dem Bett. Er wirkte irgendwie müde und unausgeschlafen. Trotzdem stand er routiniert auf, sammelte mit halb geschlossenen Augen seine Kleidungsstücke auf und legte sie ordentlich weg. Im Haus konnte man wie immer kein Mucks hören und würde es vermutlich auch nicht vor 9 Uhr in der Früh. So wie Sano seinen Sohn kannte, kam er erst aus dem Bett gekrochen, wenn der Tag schon wieder zu Ende war. Diesmal ließ er ihn jedoch schlafen und zog sich zunächst seine Trainingssachen an. Bevor es Frühstück gab, würde er eine größere Runde joggen gehen und dabei Brötchen vom Bäcker holen. Bereits auf diesem Wege dachte er über das Verhalten von Furô erneut nach. Er wusste überhaupt nicht, wie er damit umgehen sollte. Geschweige denn, was in der Situation am angebrachtesten wäre. Vielleicht brauchte er einfach seine Ruhe? Im Bäcker angekommen bekam er sofort seine Brötchen in die Hand gedrückt, ohne, dass er nur ein Wort sagen musste. Schweigend bezahlte er alles und joggte dann einen besonders langen Weg zurück zum Clangelände. Auch hier traf er immer wieder ihm bekannte Gesichter. Keinen davon grüßte er heute. Das tat er oft, vor allem wenn er sehr tief in Gedanken versunken war. Anderes würde ihn nur ablenken.

Gefühlte 30 Minuten später erreichte Sano dann das Clangelände wieder. Er blieb schwer atmend vor der Tür stehen und stützte sich kurz auf seine Knie ab. Etwas Schweiß zog sich über seine Stirn und seine Atmung ging abgehackt. Dann richtete er sich auf, richtete sich auf und betrat das Haus wieder. Beim rein gehen, schnappte er sich die Zeitung, die auf ihrem Abtreter lag. Mit leisen Sohlen schlich er sich wieder durch die Räumlichkeiten, duschte und bereitete daraufhin das Frühstück vor. Seinen Sohn weckte er allerdings heute nicht. Er nahm an, dass ihn etwas Ruhe gut tat und vergrub sich deswegen erstmal hinter der Zeitung.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Tencha Anda am Sa Apr 09, 2016 11:54 am

Wie immer hatte sich Yanbu am Ende breiter gemacht als sie eigentlich war und so hatte Furô sich in einer kleinen Ecke das Bettes an die Wand gelehnt geschlafen, während die Großkatze den meistens Platz einnahm und gemütlich unter der Decke schlief, die sie ihm ebenso weggenommen hatte. Zu sehr war der Hozuki bereits daran gewöhnt als das er sich deswegen beschweren würde. Licht fiel bereits durch offene Fenster ins Zimmer hinein und verkündete damit den Beginn des Tages, doch die Helligkeit schien den Jungen nicht zu stören. Anders als so manch einer wurde er durch die Strahlen der Sonnen oder das Licht nicht wach gekitzelt, genoss eher die Wärme auf seiner Haut und schlief noch extra eine weitere Runde. Hier in Chikyû gab es kein echtes Sonnenlicht, zu tief war die Stadt in die Erde hinein gebohrt. Umso schöner war es an einer Obertagemission sie wieder zu sehen. Durch manche Ritze fiel ein Strahl, aber das meiste Licht hierunten rührte von künstlichen Quellen her, die nicht an das Original von der Wärme rankamen. Doch umso besser. Je weniger warm es war, desto besser würde er noch weiter schlafen könne. Zusammen mit der Tatsache das es hier im Senju Clan Viertel still war, selbst um diese Uhrzeit noch, empfand er diesen Umstand als wunderbar. Yanbu hingegen nicht. Sie war bereits durch das Licht und den Geruch der frischen Brötchen aufgewacht. Noch immer stand die Tür zu seinem Zimmer einen Spalt weit offen als das der Duft hinein wabern hatte können. Ein ausgiebiges Strecken erfolgte auf ihr Gähnen und ein wenig schmatzend beschloss sie aufzustehen. Doch sie würde nicht einfach vom Bett herunter springen, um Sano zu begrüßen und sich selbst Essen abzuholen. Zu sehr hatte sie das Bedürfnis den Jungen ebenso aus dem Bett zu scheuchen. Sano ließ ihn zwar solange schlafen wie er wollte mittlerweile, doch die Großkatze hatte hin und wieder das Bedürfnis ihn dafür daran zu hindern. Zumal… hatten sie nicht bereits gestern gefaulenzt? Und mittlerweile war es schon eine ganze Weile wieder her, dass Sano mit Brötchen durch die Eingangstür kommen sein musste. Es wurde Zeit, dass er sich aus dem Bett bequemte. Sie stellte ihre Vorderpfoten auf seinen nackten Oberkörper und leckte ihm einmal quer über das Gesicht. Erschreckt und angewidert zu gleich schlug er abwehrend mit der Hand nach ihr. „ Yanbu!“ murmelte er verschlafen, griff nach der nicht vorhandenen Decke und drehte sich noch einmal um, vielleicht würde sie ihn ja schlafen lassen. Da Yanbu ihn mit den Pfoten jedoch auf den Rücken festgenagelt hatte, was er merkte, als sie Gewicht nach vorne auf seine Brust verlagerte, öffnete er müde ein Auge nach dem anderen. „ Fünf Minuten?“ Verhandeln konnte man ja. Als Yanbu jedoch die Schnauze öffnete, die Augen ihn finster anstarrten und ihr Gesicht seinem verdächtig nahe kam, hob er erneut seine Hand doch diesmal um sie schützend vor seine Haut zu legen.“ Schon gut. Ich steh gleich auf.“ Zufrieden setzte sie sich neben ihn auf das Bett und blickte erwartungsvoll zu ihm. Verschlafen setzte auch Furô sich auf, streckte die Arme über den Kopf und gähnte dabei herzhaft. „ Guten Morgen Yanbu“ sagte er dabei, was dadurch verzehrt klang. Er kraulte ihr linkes Ohr und ließ seine Arme schlaf hinab fallen. Seine Nacht war kürzer als ihre gewesen, zu lang hatte er noch wach gelegen und nachgedacht ehe auch ihn die Müdigkeit eingelullt hatte. Bei dem Gedanken daran fiel ihm auch das Verhalten seines Vaters gegenüber ein. Ohje, was sollte er deswegen noch machen? Vielleicht gar nicht erst ansprechen, dass hatte er sicher schon wieder vergessen.
Da Yanbu mal wieder nicht fort rücken wollte, kletterte er umständlich aus dem Bett und griff dann in die Schublade eines nahen Schranks aus das er tatsächlich ein T-Shirt hervorholte. Mochte man nicht glauben, doch er besaß es tatsächlich.. oder zumindest sein Vater. Im Grunde war dies nur ein altes T-Shirt von Sano, das er ihm irgendwann mal geklaut hatte. Selbst in diesem Alter war es ihm immer noch zu groß, was wohl der Tatsache geschuldet war, das Furô kleiner war als Sano. Knapp 170 cm waren für einen Jungen seines Alters auch nicht unbedingt der Durchschnitt. Es sich überziehend trug er zumindest schon einmal eine Badehose und ein Shirt. Wobei der Hozuki nicht beabsichtigte tatsächlich so auf die Straße zu gehen, doch bevor er seinen Kimono anziehen würde, würde er sich erst im Bad frisch machen. Für den ungewöhnlichen Fall Besuch zu haben, hatte er sich jedoch angewohnt zumindest auch ein Shirt solange zu tragen. Da er dadurch bewiesen hatte aufstehen zu wollen, war auch Yanbu vom Bett gesprungen und tigerte aus dem Zimmer hinaus zu Sano um diesen zu begrüßen und vielleicht auch ein Brötchen klauen zu können, die ihr zwar nicht unbedingt schmeckten, aber verdammt gut rochen, was auch Furô nicht verneinen konnte. Sein Magen knurrte kurz, doch er würde es ignorieren. Er nahm sich stattdessen Kimono und frische Badehose um sich in seinem eigenen Bad fertig zu machen. Dabei war ‚seinem‘ ein wenig übertrieben, es gehörte eigentlich allen, die gerade zu Besuch waren. Sano mochte es nicht stundenlang warten zu müssen als das der ein eigenes hatte, doch solange niemand anderes da war, gehörte das zweite Bad eben Furô.
Wie immer dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis er aus dem Bad wieder hinaus trat und das Shirt in sein Zimmer zurück gebracht hatte. Damit fertig fürs Frühstück ging er in die Küche. „ Ohayo, To-san.“ sagte er mit einem Lächeln, dass sich noch nicht ordentlich zeigen wollte. Yanbu, die Verräterin hatte ihn eindeutig heute zu früh geweckt.
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Re: Wenn die Erwachsenen es einfach nicht verstehen wollen

Beitrag von Gast am Sa Apr 23, 2016 9:11 am

Der Senju hatte sich grimmig hinter einer Zeitung vergraben und genoss so die stille des Morgens. Nachdem Training war er zwar etwas wacher, aber dennoch konnte man davon ausgesehen, dass er zu der Sorte Morgenmuffel gehörte.
„Verhandlungen um den Sakepreis…“, las er leise eine Zeile der Zeitung hervor, die ihn besonders ins Auge stach und schüttelte dabei den Kopf. „Und das steht auf der Titelseite… wir haben wirklich keine anderen Sorgen.“ Er schüttelte seinen Kopf und blätterte einmal weiter. In dem Augenblick hörte er die ersten Geräusche aus dem Zimmer seines Sohnes. Er hob kurz den Blick über den Rand hinweg und musterte den Flur. Als erstes erblickte er Yanbu, die noch leicht verschlafen und Träge den Gang entlang tigerte. Sie kam in die Küche, streckte ihre müden Glieder noch einmal und schmiegte sich an der Seite des Stuhles entlang. Er faltete die Zeitung zusammen, legte sie auf den Tisch und wandte sich der Großkatze zu.
„Du gehst mir in letzter Zeit ziemlich oft fremd“, säuselte er leise und glitt dabei durch ihr weiches Fell hindurch. Yanbu genoss die Streicheleinheiten, sagte er aber kein Wort zu diesem Vorwurf. Im Gegensatz zu dem Senju spürte sie, dass der junge Sprössling der Familie durchaus etwas Nähe gebrauchen konnte. Er war derzeit in einer schwierigen Phase und allein durch ihre Anwesenheit wollte sie ihm etwas Trost spenden. Viel Worte fielen ihr in der Menschensprache dazu nicht ein, wodurch sie es auf ihrer Instinktebene versuchte. Furô ließ sie zumindest nicht aus dem Blick und schien fast immer dazu sein, wenn ihm plötzlich die Trauer in diesem Haus überkommen wollte. Das war schon damals so. Wenn er als kleines Kind sich verletzte und anfing zu weinen, war sie sofort dagewesen. Mit ihrer rauen Zunge hatte sie schon so manche Träne wegwischen können.
Nachdem Sano der Großkatze durchs Fell streifte, nahm er ein Brötchen zur Hand und reichte es der Katze. Diese nahm es ins Maul und schleppte es dann in die Ecke, wo eine Decke für sie lag. Sie legte sich dort drauf, streckte die Beine leicht aus und fing dann an, auf dem Brötchen rum zu kauen. Schmatzend sah sie dabei zu Furô der gerade in die Küche getreten kam. Auch Sano drehte sich herum und blickte zu seinem Sohn. Noch immer hatte er viele Fragen, aber er wollte ihn damit auch nicht weiter bedrängen. Der Tisch war bereits gedeckt gewesen. Die frischen Brötchen lagen in ein Handtuch gewickelt auf dem Tisch, damit sie warm blieben. Dazu standen dort mindestens zwei Arten von Wassersorten. Sano schien sich heute besonders Mühe gegeben zu haben, den Tisch zu decken. Er hatte sogar Eier gekocht… die aber möglicherweise zu fest oder zu weich waren. Das Fingerspitzengefühl für Lebensmittel hatte er noch immer nicht.
„Guten Morgen, Schlafmütze“, begrüßte er seinen Sohn zunächst freundlich und griff dabei nach seiner Tasse. Er trank einen Schluck davon und beobachtete, wie er sich ihm gegenüber hinsetzte. „Ich hoffe du hast gut geschlafen? Ich dachte mir, dass wir heute irgendetwas zusammen machen können.“ Er wollte ihn nicht gleich überfallen, aber vielleicht konnte er ihn zu einer Trainingseinheit überreden? „Du könntest mir den Umgang mit deiner… Sense zeigen.“ Letzteren Vorschlag unterbreiter er seinem Sohn um ihn zu zeigen, dass er etwas offener mit diesem Thema nun umgehen wollte. Nicht so versäßen darauf ihn damit zu quälen seinen Bogen zu verwenden. Allerdings wollte er nur den Anschein erwecken. Er würde seinen Sohn später mit Angriffstechniken quälen, die eigentlich ein Fernkampfgerät benötigten. Wenn dieser denn Lust hatte.

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