Atarashi Sho

Naruto RPG # 3 Reiche # FSK 16

Das Atarashi Sho ist ein Rpg Forum das in der Welt des bekannten Anime/Manga Naruto spielt. Wir haben ein FSK Rating von 16, sowie einen FSK18 Bereich. Wir versuchen jedem Mitglied des Forums seine vollsten Möglichkeiten zu gewähren, solange das Konzept in die Geschichte des Forums passt und nichts "zu stark" ist. Unsere Geschichte spielt in einer weit entfernten Zukunft des originalen Manga. Naruto starb vor 1000 Jahren und seit jeher ist vieles geschehen. Die Reiche lebten in Frieden doch dies nicht lange. Kriege die die Welt erschütterten brachten viele Veränderungen und die Reiche überfielen sich nach und nach und so entstand eine neue Weltordnung. Konoha Gakure im Feuerreich nahm das gesamte Blitzreich mitsamt dem Dorf Kumo Gakure ein, Suna Gakure nahm ebenfalls ihren Nachbarn Iwa Gakure und das Erdreich ein und Kiri Gakure? Sie verfielen in alte Gedanken und gründeten erneut den Blutnebel, Chigiri. Wir leben heute, 1000 Jahre nach Naruto´s Tod in schweren Zeiten. Der Krieg ist beendet doch leben wir in einer kalten Kriegsphase. Chikyû jenes Reich das aus Suna und Iwa entstand hat ist das größte Reich. Die Hauptstadt tief unter der Erde verborgen und verbunden durch Tunnel. Konoha Tô das große Dorf des Waldes und letztlich Chigiri das Dorf welches Brutalität und Stärke förderte und einen kleinen Kontinent für sich einnahm.


Team

Saori Junji
Chiyo


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Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am Mo Apr 04, 2016 7:05 pm

Tage sind vergangen seitdem Kayo mehr über den Sannin Hyuuga Junji erfahren wollte, welcher zuvor ins Dorf zurück gekehrt war. Die Ereignisse haben sie davon abgehalten weiteres herausfinden zu wollen als das sich das rothaarige Mädchen auch von ihm fernhielt. Anders herum war es diesmal jedoch wohl anders.
Schon fast vergessen waren die Ereignisse während Kayo zusammen mit einem Team auf eine Mission geschickt wurde, die nicht so einfach verlaufen sollte, wie sie sich diese vorgestellt hatte.
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am Di Apr 05, 2016 6:09 pm

Tränen rannen ihr über die Augen, während sie sich unter Schmerzen auf dem schlammigen Boden wand. Am Anfang hatte sie geschrien, die eine Hand auf den Bauch gepresst und die andere in die feuchte Erde vergraben. Der grelle Schrei ihres Rabens hatte sich mit dem ihren vermischt und war über das Schlachtfeld gehallt, ehe sie verflogen und Kayo schweratmend liegen blieb. Kohadas wussten was Schmerz bedeutet und hatten eine höhere Grenze als die normalen Shinobi, doch anders als sonst hatten konnte sie ihre Künste nicht wirken. Denn dann kam er. Von ihrer Körpermitte ausgehend breitete er sich wie ein loderndes Feuer bis in den kleinsten Winkel aus, lies alles zusammen ziehen und die Angst vor ihnen, vor dem Wahnsinn der dadurch kam, verschlimmerte alles nur.
Am liebsten wäre sie liegen geblieben, hätte gewartet bis der Schmerz verebbte oder als Vogel einfach fortfliegen um all dem zu entkommen. Doch dann würde sie nur noch mehr versagen. Langsam drehte sie ihren Kopf weiter nach links, wo sie einen Jungen am Boden sehen konnte. Blut floss aus zahlreichen Wunden und sie war froh, dass ihr Geist durch den Schmerz vernebelt worden war, als das sich nicht auch noch die Übelkeit sich in ihr hoch bahnen konnte. Vor ihm stand ein Mädchen in seinem Alter. Sie sah erschöpft aus und atmete genauso schwer wie Kayo eben. Alle hatten sich auf sie verlassen, wie auch das andere Mädchen, welches noch kämpfte.
Regen tropfte unablässig von den Wolken hinunter und der peitschende Wind sorgte nur umso mehr für ein unangenehmes Gefühl. Sie störten das rothaarige Kohada Mädchen nicht, zu sehr war sie auch an dieses Wetter gewöhnt. Burakko hingegen schien es schwer zu fallen sich mit den nassen Federn in der Luft hochgenug zu halten, dennoch vernahm sie seine Worte in ihren Gedanken. Sie schienen weit weg, nur dumpf drangen sie hin und wieder durch. Worte der Besorgnis, der Angst und der Wut.

Gestern Abend war sie mit drei weiteren Konohanin zu einer Mission aufgebrochen. Zu ihrer Mission, ihrer ersten, die sie als Chunin leiten durfte. Ein weiteres Mädchen war dabei gewesen, welches mit ihr zusammen den Rang erreicht hatte, dann ein Junge aus ihrem eigenen Clan und zuletzt eine weitere Genin. Lachend und mit guter Laune hatten sie auch diesen Tag begonnen und hätten bereits am späten Nachmittag an ihrem Ziel angekommen sein sollen, doch mit dem aufkommenden Regen war alles passiert. Eine unscheinbar erscheinende Gruppe Reisender hatte sie überfallen und der Kampf war entfacht. Alles lief gut bis sich herausstellte, dass der stärkste von ihnen ein begnadeter, schneller Taijutsuka war. Erst nachdem das Team von Kayo die Oberhand zu gewinnen schien, hatte er sich gezeigt – zusammen mit einer Frau. Wunden waren bereits davon getragen worden, doch sie alle hatten noch stehen und kämpfen können.
Gegen die Geschwindigkeit waren sie nicht angekommen und sie durchbrechen versuchend hatte nicht funktioniert. Im Kampf gegen ihm, war das Mädchen jedoch unvorsichtig gewesen. Die knochige Hand drückte sich in ihren Bauch und schien ein Siegel an ihr anbringen zu wollen. Es hatte keine Zeit gegeben um darauf zu reagieren, zu schnell hatte sie versuchen müssen einem nahenden Angriff des Taijutsuka auszuweichen. Es schien als hätte das Jutsu nicht funktioniert, sie spürte weder eine Veränderung noch eine anderweitige Auswirkung. So ignorierte sie dieses Geschehen bis auch sie erschöpft vor dem Mann in Entfernung zu stehen kam. Der Junge aus ihrem Clan lag bereits am Boden und das kleine Mädchen hatte sich schützend davor gestellt. Das war nicht gut, dass alles lief nicht wie sie es wollte. Es war doch nur eine so einfache Mission, keine Kämpfe hatte es geben sollen. Nein, was sollte das alles. Ihre Hände krallten sich in ihre Haare ehe sie fiebrig über das weitere Vorgehen nachdachte. Sie war doch keine Denkerin, nicht die die eine Taktik verfolgte und schon gar nicht entwarf. Und dieser Erwartungsvolle Blick von ihrer Kameradin neben sich, die zu einem weiteren Angriff ansetze. Sie konnten nicht sicher fliehen, sie würden den Jungen zurücklassen müssen um überhaupt eine Chance zu haben. Verzweiflung mischte sich in ihre Gesichtszüge und eine Hand umklammerte die Phiole um ihren Hals. ~ Erinnere dich wofür sie steht. Erinnere dich wofür du stehst~ rief sie sich ins Gedächtnis. Aus der Luft würde es einfach sein seinen Angriffen auszuweichen, er würde sie nicht treffen können, sie ihn aber schon. Das ebene Gelände war wie geschaffen dafür und ihre Feder konnte sie gegen Wind und Regen kontrollieren.
Sie formte die Fingerzeichen und bereitete sich währenddessen auf das Blut und die Schmerzen vor. Doch es lief nicht wie geplant. Darauf war Kayo nicht vorbereitet gewesen, bevor sie das letzte Zeichen hatte beenden können und die Umwandlung gestartet worden wäre, zuckte ihr Körper zusammen. Sie fiel auf die Knie und krümmte sich vor Schmerzen. Das war nicht normal, so empfindlich sollte sie nicht sein. Als Kohada dürfte sie nicht spüren, was Shinobi bei dieser Kunst spüren würden.

Die Zähne zusammenbeißend raffte sie sich auf. Mühsam und mit wackeligen Beinen versuchte sie in dem Schlamm einen sicheren Stand zu bekommen. Noch immer waren die Schmerzen nicht abgeebbt aber für eine Kohada von ertragbarem Niveau. Es war egal, warum dies geschehen war, es war nur Einbildung. Vielleicht ein Genjutsu, vielleicht wegen der Erinnerung, aber es galt hier ihre Teammitglieder zu beschützen. Sie würde nicht einfach so aufgeben. Erneut formte sie die Fingerzeichen, begann Chakra zu schmieden. Erneut begann das Feuer sich von ihrem Bauch aus auszubreiten, doch sie biss die Zähne zusammen. Wangenfleisch hatte sich zwischen ihnen wiedergefunden, sodass Blut aus einer Ecke des Mundes herauslief. Sie würde nicht einfach aufgeben, sie würde niemanden zurücklassen, sie würde sie nicht gewinnen lassen. Ihr Atem ging schwerer als sie versuchte die Schmerzen mehr denn je zu unterdrücken. Sie schaffte es die Zeichen zu vollenden, die Kunst damit zu beginnen, doch als nun auch noch die Schmerzen des Umbaus hinzukamen, bog sich erneut ihr Rücken durch, sie presste die Hände auf ihren Bauch, krallte sie förmlich hinein, sank erneut auf die Knie. Sie versuchte das Chakra zurück zu halten um bei klarem Verstand zu bleiben, um die Schmerzen zu kontrollieren, die unerbittlich sich ausbreiteten. Sie ließ ihre Arme nach vorne sinken um ihren Oberkörper abzustützen. Nein, sie musste das schaffen. In der Ferne vernahm sie ein Lachen, ein höhnisches Lachen, dass ihr bewusst werden ließ, dass der Gegner sich über ihre Qualen zu freuen schien. Vielleicht war er auch dafür verantwortlich, ja bestimmt. Das war nicht nur Einbildung.
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Mi Apr 06, 2016 2:05 am

Nicht viel Mühe hatte sich Junji dabei gegeben, mehr über jenes Mädchen herauszufinden, dass ihm so unverhofft vor einigen Tagen begegnet war. Nicht einmal ihren Namen wusste er, aber der Sannin hatte auch niemanden gefragt, nicht zuletzt auch deshalb, weil Diskretion von Nöten war. Was würde geschehen nämlich, wenn man sich an seine Worte erinnerte und er früher oder später dazu vielleicht gezwungen war, das Leben der Kohada zu beenden, weil sie zu viel wusste. Sein Wissen beschränkte deshalb sich auf elementare Dinge, wie beispielsweise ihre Clan oder ihren Wohnort und einige ihrer Routinen, die er hatte in unauffälliger Beobachtung studieren können. Es gab wenig Auffälligkeiten, doch der Gedanke an ihre Angst ihm gegenüber ließ Junji nicht weich werden. Der Umstand, dass er nichts fand, ließ ihn jedoch ebenso wenig in Aktionismus verfallen, der sein Treiben vielleicht aufdecken konnte, wenngleich er nicht davon ausging, dass man ihn bemerkte, wenn er dies auch nicht wollte. Zu lange und intensiv hatte der Hyuuga in der Obhut der ANBU verbracht.
Junji ließ es sich nicht nehmen seine Tage weiterhin sehr frei zu gestalten und all jene Dinge zu tun, die er auf seinen Reisen nicht hatte tun können, doch seine Vorsicht brachte ihn dazu immer wieder für einige Zeit ein wachsames Auge auf das Mädchen zu haben, dass sich im Dienste des Dorfes scheinbar zu einer Mission aufgemacht hatte. Amüsiert dachte der Sannin an seine Zeit als Heranwachsender zurück und die Missionen, die er in ihrem Alter wohl hinter sich gebracht hatte... dabei konnte er ihr Alter nur schätzen. Da sich die Kohada vorwiegend in Begleitung ebenso jung anmutender Shinobi befand, trafen sie sich einerseits vielleicht auch einfach nur so, oder aber sie waren wirklich auf einer Mission. Die Rothaarige hatte jedoch nicht den Eindruck gemacht, als wäre sie ein unheimlich geselliger Mensch und auch die Ausrüstung und das Auftreten der Gruppe legte eher letzteres nahe. So hatte sich Junji aus einer spontanen Laune heraus entschieden den Quartett zu folgen und einmal mehr seine Umgebung damit zu ändern, denn es war schon etwas ungewohnt länger an einem Ort zu sein.
Mit einigem Abstand hatte sich der Hyuuga eine wenig auffällige und offene Route gesucht, behielt sein Ziel aber stets mit dem Byakugan im Blicke, weshalb er es sich auch erlauben konnte weithin zurückzufallen und die Ruhe um ihn herum zu genießen. Nach einiger Zeit war es ihm klar, dass es sich um eine Mission handeln musste, denn der zurückgelgte Weg war nun schon weit mehr, als ein kleiner Spaziergang und Anstalten von Umkehr machte der Sannin nicht im Geringsten aus. Junji war aus einem Waldstück herausgetreten, dass die Anderen schon vor einigen Minuten verlassen hatten und er erkannte den Weg, der sich wie ein Bruch durch die grünen Wiesen schnitt, wie ein Band über die Hügel legte. Weit in der Ferne, kurz vor dem Beginn eines weiteren Waldstückes, welches es im Feuerreich sehr oft gab, erkannte ein normales Auge die Gruppe vielleicht als kleine, schwarze Punkte. Sein Doujutsu aber gab ihm die Möglichkeit der Beobachtung, als würde er zwischen ihnen stehen, genau in ihrer Mitte, durch den Nimbus der Unsichtbarkeit getarnt. Er liebte diese Vorstellung auch jetzt noch, nachdem es schon nichts Besonderes mehr war, nicht nachdem es tausendmal zuvor geschehen war.

Etwas aber trübte die Ruhe, die für ihn weniger unerwartet war, als für die vier Heranwachsenden, die von dem plötzlichen Auftauchen einiger Fremder auf dem falschen Fuß erwischt worden waren. Ein Kampf entbrannte und Junji hatte geseufzt, zu gerne hätte er die Worte vernommen, die gefallen wären, doch das Byakugan schenkte ihm lediglich Sicht und nicht mehr, weshalb er sich anschickte, etwas näher zu kommen. Das Quartett schien sich zuerst gut zu halten und seinen Gegnern ein ebenbürtiger Feind zu sein, doch was sie nicht sagen, waren zwei Personen, einen Mann und eine Frau, von denen der Sannin ein Gesicht sehr genau kannte. Er fluchte in sich hinein, ohne dies nach außen zu zeigen und beschleunigte seinen Schritt. Es war schon ein starkes Stück innerhalb des Reiches von Fremden angegriffen worden zu sein, doch noch stärker war es, wenn ein gesuchter Verbrechen augenscheinlich frei von Restriktionen durch die hiesigen Wälder streifen konnte. Der Name des Mannes war Masturo und nicht nur in Hi no Kuni war sein Name mit Dunkelheit verbunden, sondern auch in vielen anderen Orten, die Junji in den letzten Jahren durchwandert hatte.
Matsuro griff in das Gefecht ein und gemeinsam mit seiner Gefährtin wendete er das Blatt. Dass er nur mit den Vieren spielte, machte die Sache nur um so schlimmer und der Sannin beschleunigte seine Schritte weiter. Er konnte beobachten, wie alles schneller ging. Die Koahada wurde mit einem Siegel oder etwas ähnlichem in ihrer Körpermitte außer Gefecht gesetzt, welches Fluktuationen in ihrem Chakrakreislauf hinterließ, der Junge ihrer Gruppe fiel blutend aus vielen Wunden zu Boden. Sie hatten ihn übel zugerichtet und sein Leben stand ohne Zweifel in Gefahr. Die anderen beiden Mädchen versuchten sich tapfer gegen den schier übermächtigen Feind zu wehren, doch auch in ihren Gesichtern konnte man die Resignation erkennen, über welche Matsuro nur lachte.
Die Arme nach hinten geworfen, sprintete Junji mit seiner höchsten Geschwindigkeit. So schnell war er, dass man lediglich das Rascheln der Gräser an seinen Stiefeln vernehmen konnte, ohne ihn wirklich zu sehen. Nur ein Schatten war es, der wie der Wind über die Hügel fegte. Innerhalb von Minuten hatte er die Entfernung zurückgelgt und sprang auf den letzten Metern ohne die Geschwindigkeit zu drosseln empor. Regen prasselte überall um ihn herum und verdeckte seine Laute und so war es wieder nur der Schatten, der zwischen dem Mann, seiner Gefährtin und der scheinbar Jüngsten im Bunde landete. Nur in allerletzter Sekunde vermochte es Matsuro zurückzuspringen, wobei das Lächeln aus seinem Gesicht verschwand. Der Sannin landete in einem Knall, der den Boden unter ihm und um ihn herum geradezu aufplatzen ließ. Mit der flachen Hand voran, die als Medium für eine große Menge Chakra diente, hatte er die Erde mit großem Druck zerbersten lassen, dass seine Gestalt sogar bei einem solchen Niederschlag zuerst von einer Staubwolke umgeben war, die seine Silhouette nur langsam preisgab. Junji hatte sich aufgerichtet und das Antlitz in Richtung der Feinde gedreht. Die dicken Adern an seinen Schläfen warfen tiefe Schatten und ließen ihn böse wirken und das obgleich sein Ausdruck selbst gelassen war. Die schwarzen Haare wehten im starken Wind, taten es der weiten Jimbeijacke gleich, die seine bandagierten Hände vor Blicken verbarg.
Matsuro war zurückgewichen, ein Kunai gezückt und es kunstvoll durch die Finger tanzen lassen, ehe er es vor sein grimmiges Gesicht hob. Seine Gefährtin, sowie die Gruppe aus den zuerst aufgetauchten Kämpfern versammelte sich an seiner Seite.
"Wer zur Hölle bist du?", fragte er und senkte den Kopf, sodass er noch angriffslustiger wirkte. Junji antwortete nicht.
"Kümmert euch um die Verletzten.", raunte er lediglich in die Richtung der anderen Konohanin, "Ab hier übernehme ich."
Mit diesen Worten war es wieder, als hätte man mit einem Schatten gesprochen. Der Hyuuga verschwand innerhalb eines Wimpernschlages aus dem Blickfeld aller, nur um sofort darauf genau inmitten der Feindesgruppe aufzutauchen. In einer Bewegung begann er sich um die eigene Achse zu drehen und eine große Menge Chakra freizulassen, welches sich von Sekunde zu Sekunde zu einer gewaltigen Kugel anreicherte, deren Zerstörungskraft sich von nichts aufhalten ließ. Wie Puppen flogen die Shinobi durch die Luft in alle Richtungen, ehe sie viele Meter entfernt wieder am Boden aufschlugen und die Rotation endete. Junji stand nun im Zentrum eines Kraters von gut zwanzig Metern Durchmesser, den sein Hakkshou Dai Kaiten geschaffen hatte, doch er wirkte keinesfalls so, als wäre der Kampf bereits beendet. Tatsächlich nämlich waren es nur die erste Welle gewesen, die durch den Angriff mit Brüchen und anderen Verletzungen kampfunfähig gemacht wurden. Matsuro und seine Gefährtin jedoch waren am Boden aufgekommen und es zeigte sich, dass sie sich zuvor mit einem Tauschjutsu in Sicherheit gebracht hatten.
Mit seinem Byakugan erkannte Junji, dass sie sich hinter ihm in Position gebracht hatten und dass auch sie schnell reagierten. Geschickt und in akrobatischer Manier musste sich der Sannin mit einer Reihe von Ausweichmanövern in Sicherheit bringen, die ihn in die Defensive zwangen. Wie ein Tanz muteten seine Bewegungen an, die trotz ihrer Geschwindigkeit, wie auch schon zuvor bei seinem Angriff nicht im Geringsten ihre Eleganz oder ihre Anmut verloren. Innerlich aber war Junji bis zum zerbersten gespannt und seine Konzentration war völlig auf jene Geschosse gerichtet, die ihm das Leben schwer machten. Kunai, Shuriken und allerlei anderes Ningu wurden mit Futongeschossen und Feuerbällen kombiniert, die ihn zum Ziel hatten, doch der Hyuuga hatte nur ein Ziel, nämlich den Kampf insgeheim etwas von den Anderen wegzutragen, was ihm auch gelang. Genau in jenem Moment, als er mit seiner Position zufrieden war, hielt er inne und die tänzelnden Bewegungen endeten. Stattdessen beugte er sich nach hinten vor fünf anfliegenden Kunai hindurch, von dem ihm eines einen leichten Schnitt an der Wange verpasste, ehe er sich mit den Händen abfing und in einem kontrolliert langsamen Flickflack wieder zum stehen kam. Diesmal aber hatte Junji eine Überraschung parat. Das Blut auf seiner Wange völlig ignorierend wuchtete er beide bandagierten Handflächen nach vorn, sodass die Ärmel wie von selbst elegant zurückgeschlagen wurden und etwas unsichtbare begann sich von dort aus, wie eine Wand auf die beiden Angreifer zuzubewegen. Ein weitere Angriff prallte an dieser unsichtbaren Wand ab, vor der sich nur Matsuro zu retten vermochte, während seine Gefährtin wie von einer eisernen Faust getroffen viele Meter weiter hinten und ohne Bewusstsein wiederfand. Ihr linkes Bein war in einem unnatürlichen Winkel von ihr abgewinkelt und auch ihre Arme wirkten nicht so recht an ihrem Platz, wie auch der Boden, der völlig aufgerissen von dem Hakkue Kuheki Shou.
"Du verfluchter Mistkerl!", raunte der Verbrecher zuerst leise, dann immer lauter werdend, wobei der Zorn ihm förmlich aus den Augen sprang. Junji zeigte sich noch immer völlig ohne äußere Regung. Lässig reckte er ihm im Stile des Juuken Grundstils die linke Handfläche entgegen, wobei seine Rechte an der Hüfte ruhte und seine Beine in einem leichten Ausfallschritt für Stabilität sorgten.
"Ich werde dir die Gedärme ausreißen und in dein verfluchtes Maul stecken."
Matsuro suchte sichtlich nach Fassung, doch er war überzeugt, diesen Kampf bis zum bitteren Ende zu führen. Mit einem Schrei auf den Lippen stürmte er auf den Hyuuga zu, dessen Mundwinkel kurz, sehr kurz ein vorfreudiges Lächeln formten, ehe sie zu alter Stoa zurückfanden. Ein Schlagabtausch begann, der so schnell war, dass man die Bewegungen so recht gar nicht nachvollziehen konnte. Man konnte lediglich das Klatschen von Haut auf Haut wie Peitschenschläge durch den Regen hören, doch erkennen konnte man insbesondere den Gesetzlosen nicht, der wie wild um Junji herumsprang, darauf bedacht ihn von allen Seiten mit Schlägen einzudecken. Dieser aber, in seiner Ruhe, machte einen völlig gegensätzlichen Eindruck, indem er nur die nötigsten Bewegungen zu machen schien, die aus der Basis eines mehr oder minder ruhenden Körpers ausgeführt wurden. Grazil und filigran passte der Sannin seine körperliche Ausrichtung den schnellen Wechseln seines Gegners an, während seine Arme zu einer nicht fassbaren Silhouette verschwommen, die Schlage und Tritte parierte und von welcher aus dünne Chakrawolken in alle Himmelsrichtungen stoben. Minutenlang konnte man dieses Schauspiel beobachten, dass die hohe Kunst des Taijutsu eindrucksvoll aufzeigte, doch Junji änderte den Verlauf. Ein einziger Ausfall reichte ihm und die Balance seines Gegners war aufgrund des geringen Abstands zwischen ihren Körpern verloren. Mit spielerischer Abfälligkeit schlug seine Linke einen Tritt nach unten, sein Bein folgte und nahm Matsuro die Möglichkeit sein Bein wieder aufzusetzen, was ihn nach hinten umfallen ließ. Reflexartig rückte seine Deckung nach oben und mehr brauchte der Hyuuga nicht. Seine Recht preschte heran und berührte ihn genau in der Mitte des Bauches und noch ehe der Körper des Mannes mit dem Rücken den Boden berührte war er tot.
Hyuuga Junji
"Künstler des Todes"


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Größe: 183cm
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am Do Apr 07, 2016 11:04 pm

Resignation füllte den Körper des rothaarigen Mädchens, welcher zwar aufgehört hatte sich unten den Schmerzen zu winden, aber hinab fallende Tränen zeugten noch von ihren Spuren. Noch immer waren sie nicht komplett abgeebbt, wurden jedoch erträglicher je weniger sie sich dagegen aufbäumte und je mehr sie ihr eigenes Chakra versuchte zu unterdrücken. ~ Onii-chan ich habe Angst. Ich will nicht so enden. Es tut so weh… ~ Regentropfen vermischten sich mit dem Salzwasser aus ihren Augen, die ihre Gefühle, ihr Furcht vor den Schmerzen, verrieten. Schon seit sie es damals miterlebt hatte, hatte sie sich stets gegen höherrangige Künste gewehrt. Kohada hielten mehr Schmerz als andere aus, doch die schmale Linie zur Verrücktheit konnte schnell überschritten werden, wenn man sich selbst zu viel zutraute. Aber hier würde sie nicht sterben, sie würde ihren Kampf nicht verlieren, denn dann würde sie nicht nur gegen ihre Überzeugung handeln, sondern auch ihr Team im Stich lassen – diejenigen die man ihr anvertraut hatte. ~ Ich kann nicht kämpfen, ich weiß nicht wie ich es schaffen soll. ~ Zweifelnd hob sie ihren Kopf, der im Schlamm ruhte und blickte in den Himmel, wo sie nicht weit über ihr Burakko kreisen sah. Sie hatte ihn unterstützten und auch selbst das Jutsu anwenden wollen, welches allen Kohada Mitgliedern darum bitten würde, ihnen zu Hilfe zu kommen. Unterstützt vom Raben des Jungen hatten sie es zwar geschafft, ihre Gegner zu irritieren, aber der eigentliche Sinn und Zweck des Keikaigo war zu warnen. Regen fiel ihr nun direkt ins Gesicht. Ihr Arm fühlte sich schwach an als sie ihn hob um sich vor weiteren Tropfen zu schützen.
Raunende Worte unterbrachen ihre eigene stille Welt, in die sie sich zurückgezogen hatte um den Schmerzen zu entkommen. Mit verwaschener Sicht drehte sie ihren Kopf wieder seitlich und erkannte Hoffnung. Ein kurzes, makabres Auflachen und Kayo stemmte ihre Hände neben ihrem Körper in den Boden, um ihren Oberkörper nach vorne fallen zu lassen. Taumelnd stand sie wieder auf und blickte nun auf die Gestalt schräg vor ihr. Schwarze lange Haare, ein Kimono und eine Eleganz bei allem was er tat. Hyuuga Junji. ~ Du verfolgst mich? ~ Sie hatte diese Worte nur vernommen, weil sie es zugelassen hatte, das Burakko in ihren Gedanken klar und deutlich zu vernehmen war und ihr schwarzer Kolkrabe hatte es berichtet. Vielleicht war es jedoch Einbildung, nur der Wunsch gewesen eine Rettung hier zu haben, die alles wieder ins rechte Lot rücken würde. Ein Blinzeln und schon war er wieder verschwunden. ~ Ich werde doch verrückt, Burakko. Es ist soweit ~ ~ Nein sie doch hin, er ist hier. Kayo. Kayo! Werd wach, du hast einen Befehl von ihm bekommen. Kümmere dich um den Jungen. Bringe deine Leute hier weg~ Intelligente Worte standen ihrem Raben nicht, sie klangen nicht nach ihm, sie klangen auch nicht nach ihr selbst. War das wirklich er der in ihren Gedanken sprach? Oder bereits jemand anderes. Wirsch fuhr sie sich mit einer Hand durch ihre Haare. Einige rote Strähnen hatten sich aus dem Haarband herausgelöst und klebten durch das nasse Wetter in ihrem Gesicht. ~ Erinnere dich an Dawa ~ Immer wieder klangen diese Worte wie ein Mantra in ihrem Geist nach. ~ Dawa? ~ Der Name ihrer Religion ließ sie erschaudern, doch zu gleich wieder Willenskraft in ihr hervorbringen. Es stimmte, Konoha hatte nicht vor gehabt sie hier sterben zu lassen, dafür war es nicht die Mission gewesen und sie hatten Hilfe bekommen von einem Sannin. Es spielte keine Rolle, ob er hier war, weil man ihn geschickt oder er sie beobachtet hatte. Makaber vielleicht, dass ein solcher Mensch ausgerechnet der Person zur Hilfe kam, die ein dunkles Geheimnis über ihn herausgefunden hatte, doch im Gegenzug hatte sie sich nicht zu beschweren. Nur noch mehr musste sie sich ihr eigenes Versagen durch sein notwendiges Eingreifen eingestehen, aber… es gab die Hoffnung ihr Team von hier fortzuführen. War dies nicht erstrebenswert?
Mit klammen Fingern zog sie ein Kunai aus ihrer Hüfttasche hervor. Ihr Blick glitt zu den Kampfgeräuschen, die nun lauter in ihre Ohren eindrangen als zuvor. Der Schleier war wieder von ihr abgefallen und sie begriff, dass er tatsächlich hier war. Die niederrangigen Angreifer flogen durch die Luft, als er diese mit einer Halbkugel aus Chakra angriff. Sie wusste nichts genaues über die Fähigkeiten eines Hyuuga, aber den Rang eines Sannin erreichte man nicht ohne Grund und ebenso wenig schleuderte man diese Anzahl von Krieger nicht ohne großes Können einfach in die Luft. Trotz seines Charakters wurde er seinem Rang gerecht. Ein wahrhaftiger Krieger – die Worte ihres Raben an ihn fielen ihr wieder ein. Damals am See hatte Burakko direkt zu ihm gesprochen und war von seiner Besitzerin unterbrochen worden, doch sie erkannte die Wahrheit in seinen Worten in diesem Moment. Die Züge eines Menschen zählten nicht, solange er den Idealen eines Kriegers treu blieb. Schneller als man ihr bei ihrer momentanen Verfassung zugetraut hätte war sie zu dem Jungen hinüber gerannt. „ Mitako! Mitako!“ schrie sie gegen den Wind, doch ihre Worte waren anders als gedacht nicht an das Häufchen Elend gerichtet, dessen Kopf mittlerweile auf den Schoß des jüngeren Mädchens gelagert war. Kayo hielt an und ließ sich neben seinen Körper auf die Knie fallen. Nur die andere Chunin blieb stehen um das Kampffeld im Auge zu halten, um sie zu warnen, falls der Mann doch nicht alles übernahm. Sie schien der plötzlich auftauchenden Gestalt nicht zu trauen. Verständlich, wenn sie nicht wusste wer er war, doch es gab jetzt andere Prioritäten. „ Mariko, er ist Sannin unseres Dorfes. Wir können ihm trauen.“ Vertrauen. Dass sie ein solches Wort ihm gegenüber herausbrachte, versetzte Kairi selbst für einige Augenblicke ins Staunen. Den Kopf schüttelnd versuchte sie sich wieder zu konzentrieren. Mit einer Hand strich sie über die blassen Wangen des Jungens. Einige Wunden waren bereits notdürftig verbunden, doch er war trotz allem stark geschwächt und atmete schwer. „ Mitako!“ rief sie erneut, doch diesmal leiser um den Jungen nicht zu erschrecken. Unter seiner Hand auf der anderen Seite kam ein Rabe hervor. Man würde ihn nicht von Burakko unterscheiden können, wenn man sich nicht genau auskannte oder aber mit einem der beiden verbunden war. „ Hör mir zu!“ sagte sie mit einem Befehlston zu der Rabendame die ganz eindeutig zu dem Kohadajungen gehörte. „ Du musst ihm jetzt helfen. Euer Geist ist verbunden, du wirst ihn erreichen, wenn du nur laut genug bist. Er darf nicht bewusstlos werden, er muss hier bleiben, wir werden ihn zurück bringen. Aber das wird noch dauern und solange… solange bis Hilfe kommt muss er bei uns bleiben.“ Ein Husten durchbrach die Stille die sich zwischen den Kindern auszubreiten schien. Keiner wollte das unvermeidbare aussprechen. Takai lag im Sterben und wenn sie nichts unternehmen würden, wäre es sein letzter Kampf gewesen. Nein, das würde es nicht sein! Entschlossen griff Kayo an seinen Schultern als es schien, dass er seine Augen schwerfällig schließen wollte und schüttelte den schwachen Körper. „ Du bleibst hier. Dein Dorf hat dir nicht die Erlaubnis gegeben zu sterben. Wir sind vom gleichen Blut. Wir sterben für uns Dorf, wenn es uns sagt, dass wir sterben. Und dieser Zeitpunkt ist nicht jetzt. Von dieser Mission sollen alle wiederkehren, deswegen… deswegen ….“ Ihre Stimme war lauter und verzweifelter geworden als der Junge trotzdem seine Augen weiter schließen wollte. Doch als seine Hand ihren Arm umgriff und ein Lächeln seine Lippen zierte hielt sie mit Wort und Tat inne. Wie bei Kayo lief ihm Blut aus dem Mund. Er musste sich verletzt haben im Inneren und hatte es erst verschluckt, deswegen sicher das Husten. Brüchig erklang seine Stimme an sie gerichtet. „ Da…wa.“ Sprach er den Namen aus, der für all die Moralvorstellungen der Kohada stand. „ Mitako?“ Suchend blickte er sich um als er merkte, dass er die Federn seines Begleiters nicht mehr an sich spürte. Hüpfend sprang die Rabendame wieder an seine Seite zwischen Arm und Körper. „ Dawa.“ Wiederholte er und versuchte damit Kayo zu verstehen zu geben sich an die Ideale halten zu wollen. Wieso nur hatten sie keinen Iryonin in ihrem Team? Wütend über diesen Umstand ballte Kayo eine Hand zur Faust und schlug sie in den weichen Boden neben sich. Dann hätten sie ihn sofort versorgen können. „ Reinigt die Wunden so gut es geht und stoppt die restlichen Blutungen.“ Befahl sie sich selbst und dem kleinen Mädchen namens Sari. Sie entsiegelte aus einer Schriftrolle ihr notdürftiges Erste Hilfe Set um weiteres Verbandsmaterial zu haben, das jedoch nicht reichte und sie einen langen Streifen von ihrem Oberteil abriss, um eine Wunde oberhalb des Knies abzubinden. Doch die bittere Wahrheit, die ihnen alle im Inneren klar war, Takai hatte nicht nur oberflächliche Wunden, sie waren lediglich das äußere Abbild seines geschundenes Inneren.
„ Ka…yoo.“ Der Ton und Ausdruck der Stimme ließ das rothaarige Mädchen sofort aufhorchen und sich umdrehen. Ein Bild des Schreckens zeigte sich ihr. Die Schwertspitze eines Katanas ragte blutverschmiert aus ihrem Bauch heraus und panische Blicke voller Unverständnis darüber wie dies hatte passieren können sahen sie die Kohada an. Kein Wort brachte sie heraus, bis der schlaff werdende Körper auf sie zu fiel. Schnellen Schrittes lief sie auf die Blondhaarige zu. Mit ihren Armen umklammerte sie den Brustkorb und schrie verzweifelt und laut ihren Namen, doch für sie war es bereits zu spät. „ Nein, nein nein!“ Mit einer Hand klatschte sie ihr ins Gesicht in der Hoffnung sie so wieder aufwecken zu können. Hinter ihr schienen nun auch die anderen beiden alles realisiert zu haben, doch nur die eine hatte die Kraft ebenso zu schreien. Die Gestalt eines Mannes hatte sich gezeigt als der Körper nach vorne gefallen war. Sein einer Arm erschien verdreht, wahrscheinlich sogar gebrochen, die andere Hand hielt den Griff des Schwertes noch immer fest. Die Klinge war aus dem Körper ein Stück herausgeglitten, doch er schien sich nicht die Mühe machen zu vollen, sie gänzlich hinaus zu ziehen. Sein Gesicht schmerzverzehrt, stieß er sie noch weiter weg und ließ Kayo damit ins Straucheln kommen. Sich schützend vor die Jüngeren stellen wollend, ließ sie sich jedoch schnell wieder auf die Beine kommen, der schlaffe Körper ihrer Teamkameradin fiel zu Boden. Sie umklammerte mit einer Hand erneut ihr Kunai, in der Hoffnung sich so stärker zu fühlen. Was konnte sie gegen ihn tun? Sie durfte kein Chakra verwenden, zu groß war die Angst, dass möglicherweise erneut eine Flut aus Schmerzen sie übermannen würde. Aber sie war weder im Taijutsu noch im Waffenkampf gut, Disziplinen für die man nicht grundlegend Chakra benötigte. „ Euer Retter ist nicht mehr hier. Was jetzt?“ Amüsiert über ihre Hilflosigkeit konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen, was sein Gesicht nur noch mehr verzehrte. Der Griff um ihre Waffe wurde immer stärker und sie trat einen weiteren Schritt auf ihn zu, um ihm zu verdeutlichen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wolle. ~ Burakko, hol ihn. Er muss doch noch hier sein. Ich …ich kann das nicht. Sonst, sonst stirbt er doch. ~ Jeder Gedanke an die tote Freundin war ausgelöscht. All das durfte sie nicht beschäftigen sonst würde sie einen weiteren Kameraden verlieren. Krampfhaft formte er Fingerzeichen während sich die Kohada in einer Verteidigungsposition aufstellte. Sie durfte nicht von hier weglaufen, sie durfte nicht großartig ausweichen, wenn es ein weit reichendes Jutsu war – nein Kayo musste zumindest diese beiden erfolgreich beschützen. Kleine Feuerbälle flogen auf sie zu. Scheinbar hatte er es durch die Schmerzen selbst nicht über sich gebracht eine komplexe Fingerzeichenfolge zu formen. Nur mit Mühe gelang es ihr zwei ausweichen, der dritte flog an ihrem Gesicht vorbei, welches sie noch rechtzeitig weg drehen konnte. Der Geruch von verbrannten Haaren stieg ihr in die Nase. Es war nichts im Vergleich zu dem Geruch von Blut der die Luft verpestete und den sie bislang noch ausblenden konnte. Ein Teil ihrer Haare hatte angefangen zu brennen. Hektisch versuchte Kayo mit hastigen Fingerbewegungen alle Funken auszudrücken, wobei sie sich die Innenfläche der linken Hand leicht verbrannte. Ihre Unaufmerksamkeit ausnutzend, griff der Mann mit seinem linken Arm nach ihrem Hals, drückte sie in einem Schwitzkasten sich. „ Gleich folgst du deiner Freundin.“ Lachend drückte er sie enger an sich, ihre Kehle damit weiter zu. Strampelnd und wild um sich schlagend versuchte sie sich Kayo zu wehren, drückte dem Man das Kunai, welches sie immer noch hielt in ein Bein hinein und biss gleichsam in seinen Arm. Vor Schmerz aufschreiend ließ er sie los. Keuchend nach Luft schnappend taumelte Kairi nach vorne. Es half nichts, sie musste ein Jutsu einsetzen. Sie begann Fingerzeichen zu formen. Je mehr Chakra sie schmiedete, desto stärker wallten die ungewöhnlichen Schmerzen in ihr hoch und begannen sie erneut auszufüllen. Die Arme nach vorne ausgestreckt, begannen sich schwarze Federn aus ihrer Haut zu lösen, die ihrem Willen nach wie scharfe Kunai auf dem Mann zu flogen. Nach den ersten fünf Federn allerdings verkrampften sich ihre Hände zunehmend. Eine weitere Feder schoss auf den Mann. Sie hielt es nicht mehr aus. Ihre Hände pressten sich gegen ihren Kopf und sie sank erneut auf die Knie. Schwer atmend schrie sie um ihren Schmerz nach außen zu katalysieren. Es gab nur noch die Hoffnung, dass Junji wieder her kam, sonst wäre nicht nur sie dem Mann nun schutzlos ausgeliefert, sondern auch die anderen beiden.
Kohada Kayo
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Mo Apr 11, 2016 2:24 pm

Die Kälte, die der aufkommende Wind zum ihm brachte bemerkte Junji nicht. Seine dämonische Seele blickte aus dem einschüchternden Byakugan auf die Leiche zu seinen Füßen, die makaber zuckend Furchen auf dem schlammigen Boden hinterließ. Blut sickerte ihr aus Nase, Augen, Ohren und Mund, was sich in einer kleinen Pfütze mit Brackwasser vermischte. Den Hyuuga faszinierten die Muster, welche der Lebenssaft in Wasser gelöst hervorbrachte und, da er in der näheren Umgebung keinen Feind sah, gönnte er sich den Augenblick der Ruhe. Einfach stand der Sannin da, den Kopf leicht gebeugt, völlig ungerührt des prasselnden Regens in seiner eigenen Welt versunken. Genau durch eben jenen aber drang ein Krächzen an sein Ohr, dass ihn aufhorchen ließ. Der Rabe, fuhr es ihm durch den Kopf und Junji löste sich aus seiner Starre. Sofort begann er die Umgebung zu observieren und ignorierte den Vogel dabei völlig, seine Aufmerksamkeit lag auf den anderen Shinobi.
Junji fand schnell wonach er suchte und musste ein weiteres Mal feststellen, dass er zu spät kommen würde. Reue empfand er dabei nicht, ebenso wenig Trauer oder Ärger. Nein. Der Hyuuga zeigte sich völlig gleichgültig. Zeit für Selbstzweifel hatte er nie gehabt und besonders in solchen Situationen nie als nützlich empfunden. Gleichgültigkeit beschrieb viel eher das, was sich in ihm abspielte, denn er verschwendete keinen einzelnen Gedanken mehr an die Toten. Immerhin waren es die Lebenden, die in Not waren und denen zu Hilfe zu eilen nun ebenso wieder sein Ziel wurde. Diesmal aber würde der Sannin dem Treiben ein für alle Mal ein Ende setzen, dessen war er sich so sicher, wie das Aufgehen der Sonne am nächsten Tage. Diese armseligen Gestalten hatten genug seiner Zeit und Mühe verschwendet. In hohem Tempo setzte er sich wieder in Bewegung und Junji tat es einmal mehr dem Wind gleich, denn für das bloße Auge verschwand er ein weiteres Mal, passierte den Krater, den sein Hakkeshou Dai Kaiten hinterlassen hatte und kam an den Rand des Kampffeldes. Die Kohada hatte in einem kläglichen Versuch dabei versagt ein Jutsu anzuwenden, denn das Siegel auf ihrem Bauch irritierte offenkundig noch immer ihren Chakrahaushalt. Soweit Junji dies mit seinem Byakugan beobachten konnte blockierte es die Tenketsu sobald diese von Chakra durchflossen wurden. Als Hyuuga wusste er sehr genau, was dies mit dem Körper anstellte und beneidete das rothaarige Mädchen nicht um die Schmerzen, die sie in unkontrollierten Krämpfen erlitt.
Ungeachtet dessen, was um ihn herum passierte erschien der Sannin im Rücken des Mannes, der sich mit einem gierigen Ausdruck auf dem Gesicht eine Feder aus dem Fleisch seiner Schulter zog, die die Kohada zuvor mit einem ihm fremden Jutsu auf ihren Kontrahenten verschossen hatte. Tatsächlich hatte Junji nur sehr spärlich von den Fähigkeiten der Kohada gehört und sie noch niemals in Aktion gesehen, daher war der Anblick dieser Technik umso interessanter. Der Leiche des anderen Mädchens schenkte er keinen Blick, als er sich neben sie stellte und einen tiefen Ausfallschritt annahm. Mit der linken Hand reichte er elegant zu seinem ebenso linken Fuß hinab, während seine Rechte in einer geraden Linie über die Schulter hinaus schräg gen Himmel reichte. Tief sog Junji die vom Geruch des Regens erfüllte Luft ein und begann sein Schauspiel mit einem kurzen Satz unmittelbar hinter den Verbliebenen. Zwei Schläge, ausgeführt mit dem ausgestreckten Zeige - und Mittelfinger, an dessen Ende eine bläuliche Chakraflamme leuchtete, ließen ihn vor Schmerzen aufkeuchen. Ungewahr dessen, was genau mit ihm geschah, wollte der Mann einen Schritt nach vorn taumeln und sich umdrehen, doch sofort auf die ersten zwei Hiebe folgten vier weitere. Unfähig zu Schreien, da ihm die Luft wegblieb, verkrampfte sich das Gesicht des Fremden, der seinen Peiniger noch immer nicht gesehen hatte. Noch nicht einmal den ersten Schritt eines unkontrollierten Taumelns hatte er beendet, schon waren es diesmal acht Schläge, die elegant bestimmte Punkte seines Körpers anzuvisieren schienen. Sie waren nicht hart, viel eher von leichtem Druck, doch aus irgendeinem Grund fühlten sie sich für das Opfer an, wie Punkturen mit einem Schwert, dass in ihm ein Feuer auslöste. Sechzehn Mal trafen ihn die Angriff diesmal, so schnell, dass er noch immer nicht imstande gewesen war zu reagieren, doch diesmal loderte das fremde Chakra des Hyuuga von den Treffern in seinem Rücken durch seinen Körper aus der Brust hinaus, ehe es sich in der Luft einfach verlor, die Flammen in seinem Körper aber nur nochmal mehr anzuheizen schien. Halb im Fallen schaffte es der Mann endlich sich umzudrehen, doch wieder verdoppelte sich die Zahl der Angriffe, die sich nun nicht mehr nur auf seinen Oberkörper selbst zentrierten, sondern auch Hals, Arme und Beine mit einbezogen. Das sinnlose Schnappen nach Luft wurde zu einem Husten, dass den metallenen Geschmack von Blut auf die Zunge legte. Den gebrochenen Arm spürte der Mann schon gar nicht mehr, mit einem Mal hatte sein Körper alle Energie verloren und es war, als beobachte er von außerhalb seiner Existenz, wie Junji den Takt noch einmal verdoppelte. Deutlich spürte der Shinobi nun, wie das Blut in einen Mund lief, doch er wusste noch immer nicht, was mit ihm geschah. Wie in Zeitlupe erfolgte die letzte Bewegung des Sannin, ein letzter Schlag, der anders war. Dieser war von Kraft begleitet, nicht wie jene davor, doch es war wie ein Zerbersten des angestauten Drucks im Körperinneren und der Schmerz breitete sich nun auch bis in die letzte Zelle aus. Von den Beinen gehoben flog der Mann durch die Luft und landetet nach drei Metern unmittelbar neben der Kohada im Matsch. Knatschelnd spritzte Dreck empor, dann war es nur noch der Regen, den man vernehmen konnte.
Vorsichtig sah sich Junji noch einmal genauer um. Ordnungsgemäß hatte er sein Hakke Rokujuyon Shou beendet und ein einem Atemzug seinen Körper wieder entspannt. Niemand schien noch eine Gefahr für die Überlebenden darzustellen und so entspannte er auch sein Byakugan. Sein Antlitz wurde weniger gefährlich anzusehen, als sich die Adern zurückzogen, dann ließ er den leeren Blick über die Gruppe schweifen. Beiläufig hockte sich der Hyuuga neben das niedergestochene Mädchen, fühlte ihren Puls und erhob sich wieder. Sie war tot, was man von seinem Gesicht allerdings nicht ablesen konnte. Mit wenigen Schritten war er bei dem Jungen, ohne auf das andere, verängstige Mädchen zu achten, hockte er sich auch neben diesen und fühlte seinen Puls. Auch ein Vogel war bei ihm, doch auch auf diesen achtete Junji nicht. Der Puls des Jungen war noch zu spüren, doch er verhieß nur wenig Hoffnung. Seine Augen waren geschlossen und der Atem war unregelmäßig. Einige Bandagen wurden angehoben und die Wunden untersucht, dann benutzte der Sannin noch einmal sein Byakugan. Was dort sah, bestärkte ihn nur noch in der Überzeugung seine Hoffnung aufzugeben. Für einen Laien waren die Verletzungen des Jungen nicht zu behandeln und auch wenn sie sich Mühe gegeben hatten, so würde alles vergebens sein.
"Alles in Ordnung?", fragte Junji nach einigen Sekunden und hob dann den Blick in Richtung des kleinen Mädchens, dass nicht mehr als ein zittriges Nicken herausbrachte, ehe es sich vor lauter Anspannung übergab. Junji war wieder aufgestanden und hockte sich neben Kayo. Eindringlich blickte er sie einige Zeit an, dann hob er die Stimme gegen den Regen.
"Ich denke, man hat dir ein Fluchmal aufgetragen.", sagte er nüchtern und ohne Anzeichen von Bedauern. Mit den Unterarmen stützte er sich lässig auf die eingeknickten Beine und verschränkte die bandagierten Finger.
"Wir werden etwas dagegen tun müssen. Darf ich...", er stockte leicht, doch sein Ausdruck veränderte sich dabei nicht, "...darf ich es einmal sehen?"
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am So Apr 17, 2016 10:11 pm

Noch immer hatte sie Geschmack von Schweiß und Blut in ihrem Mund, dem Fleisch in welches sie ihre Zähne mit alle Kraft hinein gebohrt hatte, wie das Kunai in das Bein des Mannes, um frei zu kommen. Ihr unbändiger Drang nach Freiheit hatte ihre instinktive Handlung geführt, doch mittlerweile war selbst ihr letzter Widerstand daran zu brechen. Schwer atmend war sie auf die Knie gesunken, presste die Hände gegen den Kopf und schrie. Es sollte einfach nur aufhören. Das hier war doch sicher nur ein Albtraum, weil sie wieder zu viele Horrorgeschichten vor dem Einschlafen gelesen hatte. Burakko hatte recht, wie immer, es tat ihr nicht gut. Doch dieser kleine Rettungsanker war in weiter Ferne, zu sehr wusste sie doch im Grunde, dass all dies hier wirklich passierte. Die Schmerzen waren real, die, die sie durch ihren Körper flammen spürte und jene, die sie gefühlt hatte als ihre Kameraden im Sterben lagen. Und das andere Mädchen musste sie beschützen. Wenigstens noch dieses. Wer wusste schon wo Junji war. Wer wusste, ob Burakko ihn gerade gefunden hatte. Zu leer von Gedanken, zu voll von Qualen schien ihr ihr Kopf zu sein, um zu ihm durchzudringen. Am liebsten würde sie diesmal wirklich liegen bleiben, einfach nur ausruhen und in ihrem Bett oder ihrem Baumhaus aufwachen. Matt blickte sie mit erschöpften Augen hoch, nahm die Hände zum Abstützen nach vorne als der Schmerz langsam nachließ. War da nicht eine Bewegung gewesen? Hatte sich der Angreifer von ihr abgewandt und wollte sich zunächst um die Genin kümmern? Sicher ihr Jutsu schien ihn mehr als einmal getroffen zu haben, aber sie war nicht stark genug gewesen um ihn damit zu erledigen. Aber warum waren die Kampfgeräusche dann von vor ihr? Die Brust des Verbrechers leuchtete, dann auch andere Bereiche. War Junji das? Ja er stand hinter dem Mann. Dann war es jetzt wirklich vorbei? Er würde sich schon um das Mädchen kümmern. Vielleicht war es auch ihr Schicksal hier zu sterben, wir ihr Clanbruder. Sollte sie es sich wirklich vormachen, dass die kleine Chance ihn noch rechtzeitig ins Dorf zu kriegen, funktionieren würde? Ja vorbei. Ein Lächeln hutschte über ihr Gesicht, während sie sich geschwächt nach vorne in den Matsch fielen ließ. Dumpf und leise war das Geräusch kaum durch den prasselnden Regen zu hören, als sie unsanft mit dem Körper aufschlug. ~ Ausruhen. Es ist vorbei~ dachte sie erneut, die Schreie in ihrem Kopf wurden lauter. Burakko schien ihren Namen zurufen. Doch sie wollte nicht. Der Aufprall war nichts gegen die Krämpfe gewesen, wenn sie versucht hatte Chakra zu schmieden. Sie wollte und konnte sich langsam nicht mehr wehren, ihr Körper brauchte Ruhe, konnte sie ihr die nicht einmal gewähren? Nur kurz ein wenig schlafen? Es war unwahrscheinlich, dass sie an ihren eigenen Verletzungen hier draußen verstarb, zu wenig hatte sie im Gegensatz zu dem Jungen dafür abkriegt, doch vielleicht an der Erschöpfung. Nun zurück nach Konoha zu gehen oder gar die Mission zu Ende zu führen… es erschien ihr unmöglich. Die Augen geschlossen, war das Lächeln von ihren Lippen jedoch nicht verschwunden, während die Dunkelheit sie beginnen wollte einzuhüllen.
Unbarmherzig und mit unregelmäßigem Takt hakte ein schwarzer Vogel auf ein geschundenes, im Dreck liegendes Mädchen ein, dessen Haare, Kleidung und Körper vom Kampf zeugten, der hier stattgefunden hatte. ~ Burakko, hör auf. Ich will nicht~ Doch der Vogel gab nicht auf, rief immer wieder ihren Namen in Gedanken und zitierte Mantren aus der Kohada Religion. ~ Willst du für den Tod eines Kohada Verantwortung tragen? Willst du, dass Mitako der gleiche Wahnsinn überkommt? ~ Worte, die sie letztlich davon überzeugten, ihre schwergewordenen Augenlieder zu heben. Der pochende Schmerz an ihrem Kopf, hatte sie davor bewahrt in die Leere abzudriften. Blut rann aus einer kleinen Wunde gen Boden, die Burakko mit seinem Schnabel verursacht hatte, für einen Kohada kaum schmerzlich, vor allem in Anbetracht der Schmerzen, die sie zu vor immer wieder erlitten hatte. Ihr Körper fühlte sich schlaff an als sie sich versuchte wieder aufzurichten, Stück für Stück wieder gerade zu stehend. Für einige Momente taumelte sie ehe sie einen festen Stand fand, doch dann gaben ihre Beine erneut nach und sie beließ es dabei zu sitzen. „ Sie ist tot nicht wahr?“ fragte sie ihren Raben. ~ Er hat auch ihren Puls gefühlt und ist einfach weiter gegangen. Ich denke schon~ Ohne die Miene zu verziehen sah sie etwas ausdruckslos zu dem jungen Kohada hinüber. Mittlerweile hatte sich Junji der Genin zugewandte und fragte nach ihrem Befinden. Verängstigt, hatte sie schwach genickt. ~ Auch?~ fragte Kayo stattdessen, wandte ihren Blick jedoch nicht ab. ~ Er hat ihn untersucht und scheint sich bei ihm genau zu verhalten. ~ ~Du meinst…. ~ ~Aber das wusstest du doch? ~ Auf ihrer Lippe kauend, schaute sie schuldbewusst zur Seite. Ja, das hatte sie. Aber sie wollte es immer noch nicht wahrhaben, dabei hatte sie eben noch sich selbst aufgegeben und wollte nun einen totgeweihten von der Schwelle des Todes reißen. Doch es gab keine Möglichkeit. Kein Iryonin und der Weg nach Konoha war zu weit. Sie würde aus dem Wald Kräuter holen können, schließlich kannte sie sich als Mitglied des Kohada Ichizoku damit aus, aber ob das viel helfen würde? Vielleicht um das Fieber etwas zu senken oder ein paar der Schmerzen zu nehmen… Aber im Endeffekt. Das war kein Leben. Am Ende würde er wahrscheinlich sterben und Mitako den größten vorstellbaren Schmerz fühlen, wenn ihr Geist entzwei gerissen wurde. ~ Kayo, er kommt zu dir.~ Aus den Gedanken gerissen, blickte sie wieder zu der Szene und sah das Junji bereits fast bei ihr war.
„ Fluchmal? Kann sein. Irgendein Jutsu von dem einen.“ Antwortete sie in kurzen, wenig hilfreichen Sätzen, zu sehr war sie noch damit beschäftigt, ob sie die Nähe zu ihm zulassen wollte – mehr noch, ob sie Hilfe von ihm annehmen wollte. Alles in ihr sträubte sich dagegen, nachdem was sie alles erlebt, gesehen hatte. Er hockte nun vor ihr. Misstrauisch begutachtete sie ihn. Kein Anzeichen von Mitleid, doch das wollte Kayo auch gar nicht haben. „ Ja, später.“ Kommentierte sie knapp auf seine Frage hin. Sie würde ihm schon gar nicht ihren Bauch präsentieren, dort zumindest vermutete sie es, war es doch letztendlich der Punkt, an welchem der Mann sie mit dem Jutsu getroffen hatte. Sie war nicht verletzt genug, um ihn ihren Bauch zu präsentieren, wie ein unterwürfiges Tier einem stärkeren gegenüber. Das empfindlichste an ihrem Körper. Nein, das war als… würde sie sich ihm ausliefern, einem Mann der mit Blut malte, Menschen dazu trieb sich selbst zu verstümmeln und vielleicht auch schlimmeres. Er hatte sie gerettet, aber wer wusste schon, ob er nicht am Ende ihre Gedärme wollte? Wahrscheinlich nicht, aber zu groß war ihr Stolz und die Furcht ihm das Ansehen zu lassen. „ Wir müssen ihn hier wegbringen. Er könnte noch überleben.“ Wollte sie stattdessen von Thema ablenken, doch sie beide wussten, dass es eine Lüge war. Selbst mit Junjis Geschwindigkeit nicht. Wer wusste, ob er die auch behielt, wenn er einen so schwerverletzten trug?
Sie wandte erneut ihren Blick ab, stützte sich auf ihre Arme und versuchte aufzustehen. Diesmal musste es klappen. Die Zähne zusammen beißend, ignorierte sie das Gefühl von Müdigkeit. ~ Funktioniere~ dachte sie bitter und versuchte einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ungefragt stützte sie dabei eine Hand auf seine Schulter ab während sie um ihn herum ging. Eigentlich hatte sie ihn nie berühren wollen, nicht einen solchen Menschen, der ihr mehr Angst machte als ein anderes Buch. Doch zu verlockend war sie Stütze gewesen. „ Ich muss sie töten.“ Der Entschluss war gefasst. Junji würde nichts vom Clan verstehen und sie mit ihrem eigenen Los alleine lassen. Es war nicht nur gegen ihre eigenen Prinzipien oder gegen ihres Clans. Sie würde ein Leben töten, doch es war besser so. Es wäre nicht mehr Lebenswert. Sie hatte nicht darauf geachtet, dass er wahrscheinlich denken würde, dass sie das Mädchen meinte, ging sie doch schließlich auch langsam auf sie zu. Ihre Glieder fühlten sich steif an als das sich nicht dazu in der Lage fühlte zu ihnen hinüber zu laufen. Das Adrenalin vom Kampf schien aus ihrem Körper bereits entwichen. Außerdem… woher sollte er auch ahnen, dass der Vogel weiblich war? Oder sie nicht vielleicht beide meinte? Oder etwas anderes.
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Mo Apr 18, 2016 3:20 pm

Geduldig wartete Junji, bis die Kohada wieder bei Sinnen war. Ihr Rabe war an ihrer Seite und wenn man ehrlich war, so gab sie einen erbärmlichen Anblick, wie sie so im Dreck lag und der Regen um sie herum niederprasselte. Es war kalt und der Wind wurde stärker, riss an den durchnässten Kleidern und Haaren. Kühl starrte der Sannin zu ihr hinab, stand damit in seinem Anblick dem Winde um nichts nach. Die Schmerzen waren genau auf dem blassen Gesicht zu sehen, dass schwach zu ihm emporblickte, doch die Rothaarige war tapfer. Die Hälfte ihrer Gruppe war tot oder drauf und dran zu sterben und bis zum Ende hatte sie die Fassung gehalten. Jung war sie und daher wunderte es ihn nur noch mehr. Erwartet hatte Junji es nicht von ihr, wenn er an sein erstes Zusammentreffen mit dem Mädchen dachte. Die Haare hatte man ihr versengt und mit dem Schmutz wirkte sie noch wilder, doch in den Augen blitzte etwas anderes auf. Angst? Der Hyuuga legte den Kopf leicht schief, als sie auf seine Frage antwortete, doch er sagte vorerst nichts. Um ihre eigene Person schienen sich die Gedanken der Kohada nicht zu drehen, was gleichsam beeindruckend, doch wenig zweckdienlich war. Sie fühlte sich unwohl und neben der Angst war es wohl Tatenlosigkeit, die an ihr nagte. Jedenfalls legte sie viel Kraft in den Versuch sich zu erheben und dem Jungen zu helfen, der in seinen Augen keinerlei Überlebenschance hatte. Oft hatte Junji solche Wunden bereits gesehen und wusste, dass die Hoffnung zwar zuletzt starb bei jenen, die eine Verbindung zu einem Sterbenden hatten, dies jedoch nie etwas an dem unweigerlichen Schicksal änderte.
Schweigend besah er die Mühen der Rothaarigen, die sich erhob und es mit einem zweiten Anlauf sogar schaffte. Der Sannin hob den Kopf nicht, spürte nur die Hand auf seiner Schulter und hörte das Platschen der Füße im aufgewühlten Boden. Junji blieb hocken, mit dem Rücken zu ihr, wollte ihr das lassen, was sie benötigte, doch als er dann ihre Worte vernahm, drehte er sich doch um. Langsam und noch immer ohne besonderen Ausdruck, doch eine Braue hatte sich erhoben. Hindern würde er sie nicht, was auch immer sie vorhatte, doch die Frage blieb natürlich, warum sie die einzige Überlebende ihrer Gruppe töten wollte. Noch immer hockend fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und die Braue senkte sich wieder. Vielleicht meinte sie ja gar nicht ihre Kumpanin, sondern jenen Raben, denn sie hatte schließlich auch einen und dass er reden konnte hatte er bereits mit eigenen Ohren vernommen. Sicher war der Hyuuga allerdings nicht, doch gleichzeitig bezweifelte er auch, dass die Kohada dazu in der Lage war die andere Überlebende einfach so zu töten. Ein Blick auf sie zeigte, dass sie in traurigen Gedanken schwelgte. Sogar im Regen konnte man erkennen, dass ihr Tränen in den Augen standen und gar nicht gehört hatte, was Kayo von sich gab. Der Junge aber machte auf sich aufmerksam, denn noch einmal bäumte sich sein Körper auf. In heftigem Husten richtete sich sein geschundener Körper in die Höhe, Blut spritzt heraus, lief über die bleichen Lippen. Die Augen waren weit aufgerissen und der Versuch eine zitternde Hand zu heben, ebenso wie jener etwas zu sagen, scheiterte. Kraftlos fiel er wieder nach hinten und Junji vermutete, dass es nun endgültig vorbei war. Der Brustkorb des Kohada zeigte keinerlei Bewegung mehr und so wusste wohl auch die Rothaarige, dass es nun vorbei war und ihr Wunsch damit hinfällig.
Der Sannin stand auf, wischte sich eine nasse Strähne aus dem fahlen Gesicht und schickte sich an dem Mädchen langsam zu folgen. Doch er überholte sei schweigend und hockte sich der Anderen gegenüber, die beim Aufbäumen des Jungen vor Schreck nach hinten umgekippt war. Schluchzend hatte sie sich aus dem Matsch erhoben und blickte in einer Mischung aus Angst und Misstrauen in das Gesicht des Hyuuga. Dieser schwieg einen Moment, erhob dann die Stimme schwach gegen den Regen: "Ist bei dir auch alles in Ordnung?"
Seine Frage war ohne Mitleid, doch mit ernst gestellt, was seinem jungen Gegenüber zwar fremd vorkam, doch sie nickte eifrig, wobei sie ein wenig nach hinten rutschte.
"Mir...", begann sie und schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter, "Mir geht's gut. Aber...."
Ihr Blick glitt an ihm vorbei auf die Leichen ihrer Gefährten und ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen, gegen die sie mit aller Macht ankämpfte. Das Mädchen schluckte noch einmal und es war klar, dass sie zum ersten Mal in ihrer Karriere als Shinobi ein solches Massaker zu Gesicht bekam.
"W...Wer waren diese Leute?", fragte sie piepsig, noch immer in die Ferne starrend.
"Niemand, dem ihr etwas entgegenzusetzen hattet.", stellte Junji geduldig klar.
"U-und wer bist du?", nun legte sich ihre Blick wieder auf ihn und eine dicke Träne kullerte ihre Wange hinab, ehe sich ihre Kontur durch den Regen verlor.
"Ich bin Junji."
"Danke, Junji."
Das noch halbe Kind schluchzte und der Hyuuga nickte ihr ausdruckslos zu, während er sich erhob und wieder in Richtung Kayo drehte. Tatsächlich hatte er sich in dem Gedanken nicht geirrt, dass sie den Raben meinte, der dem toten Jungen als Gefährtin gedient hatte. Er kannte die Gepflogenheiten ihres Clans nicht und sie gingen ihn auch nichts an. Sicherlich hatte es einen Grund so zu handeln, doch unnötig wollte er nicht in dieser Wunde herumstochern und fragen warum. So wartete er geduldig, bis die Kohada ihres richtenden Amtes gewaltet hatte und der Vogel tot vor ihr im Schmutz lag.
"Nun?", fragte er ruhig in ihre Richtung, "Wie willst du vorgehen?"
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am Mi Apr 27, 2016 1:18 pm

~Wie ein Abgrund ohne Ende fällst du in der ständigen Angst aufzuschlagen, doch es geht nur immer tiefer in die Dunkelheit hinein. ~

Bittere Gedanken durchfluteten den Kopf des rothaarigen Mädchens als sie sich langsam dem Körper des Jungen näherte. Zu schwach war ihr Körper um rechtzeitig bei ihm anzukommen, ihn lebend noch einmal in ihren Armen zu halten. Der Kreislauf des Lebens schloss auch den Tod mit ein, was jedoch nicht bedeutete, dass nicht auch Kohada in gewisser Weise um jene Leben trauerten, die zu früh zurückkehrten. Es würde jedoch niemals Anschuldigungen geben. Takai war im Kampf für das Dorf gestorben unter freiem Himmel. Kurz bevor seine Seele hinfort geflogen war, hatte sich sein ganzer Körper noch einmal unter einem lauten Husten und dem Ausspucken einer Menge Blut aufgebäumt.  Scheinbar hatte er wie ein fast jeder Totgeweihter noch etwas sagen können. Kayo ahnte auch was und nickte dem Jungen lediglich zu. Sie war stehen geblieben, richtete die Augen gen Himmel während das krächzende Geschrei von Mitako an ihre Ohren gelang. Burakko stimmte ein. Die Raben bedauerten den Verlust. ~ Es ist vorbei. ~ Das Mädchen senkte ihre Kopf wieder und schritt weiter auf den Leichnam zu, während ihre Augen nun auf die andere Genin gerichtet waren.  Schluchzend hatte sie sich über den Jungen gebeugt, rüttelte leicht an seinen Schultern, ehe sie fast schon angewidert und erschreckt die Hände wieder zurückzog, um ihren schmalen Körper klammerte. Junji hatte sie bereits schweigend überholt. Das war nicht verwunderlich, zu schwach fühlte sie sich selber um  normal schnell zu gehen. Er setzte sich zu ihr und schien sie auf seine Art und Weise trösten zu wollen. Sie erschien ihr nicht gerade als die beste. Doch Kayo war selbst nicht gut darin, zumindest nicht wenn jemand gestorben war. Zu sehr hielt sie dabei an ihrer eigenen Moral fest, dass man nicht die betrauern sollte, die im Kampf für das Dorf gefallen waren, sondern ihr Andenken lediglich würdigen und ihnen für ihr Opfer danken sollen. Nichtsdestotrotz schmerzte es auch sie ihren Cousin verloren zu haben, so wie sie es schmerzte ihre Teamkameradin verloren zu haben.  Aber jetzt war nicht die Zeit dafür, später, wenn sie die Chance hatte es wirklich zu realisieren, vielleicht würde es ihr dann gelingen, wirklich zu trauen, wie es Mädchen in ihrem Alter taten. Es war vielleicht auch gut, dass der Sannin sich ihrer nun angenommen hatte. So wurde sie abgelenkt, konnte ihr Leid vielleicht besser verarbeiten und wieder genug zu Sinnen kommen, um den weiteren Weg zu vollstrecken.
Angekommen an Takais Leiche, kniete sie sich an seiner Seite nieder. Seine Rabin Mitako ruhte noch immer halb unter seinem Arm. Der noch warme Körper würde alsbald auskühlen und ihr immer mehr bewusst machen, dass ihr Blutspartner tatsächlich tot war. Die Augen die sie anschauten ließen in eine zerrissene, verwirrte, ängstliche Seele blicken, die das Geschehene nicht wahrhaben wollte. Eine Hand streckte Kayo aus, um ihr kurz über den Kopf zu fahren, während sie diese dann zum Gesicht des Jungen hochgleiten ließ. Die Lippen waren blutbefleckt von all dem, was er ausgehustet hatte. Während sie die Hand senkte und dabei seine Lider schloss, begann sie leise Worte an ihn zusprechen als würde er sie noch hören können. „ Der ewige Kreislauf wird sich immer fortwährend drehen. Möge deine Seele ihren Frieden finden, wenn du in ihm erneut aufgehst. Ein jeder wird wissen, dass du als ein Krieger im Diensten des Dorfes gefallen bist, an welches wir uns haben gebunden. Du hast deinem Clan alle Ehre gemacht und jeder wird sich an dich als ein solch ehrenhafter Kämpfer erinnern.“ Eine vereinzelte Träne lief an Kayos Wange herab, doch sie unterdrückte den Schmerz  des Verlustes, stattdessen hob sie seinen einen Arm und griff mit der freien Hand nach der Rabin. Eben hatte sie erneut angefangen zu krächzen und wehrte sich nun mit den Krallen gegen Kayos Bemühen, doch ihr Griff war eisern. „ Ist schon gut Mitako, es wird aufhören. Verzeih mir bitte, dass ich euch getrennt habe. Aber denk daran, ihr werdet dennoch für immer zusammen sein. Pass mir auch weiterhin auf Takai auf.“ Sie hatte den Raben mit beiden Händen fest an ihre Brust gedrückt, während sie sprach. Der Rabe hatte aufgehört Widerstand zu leisten, krächzte nur noch leise und verängstigt an ihren Oberkörper gelehnt.  Kraftlos schien er, als wäre nachdem tot die Lebensenergie auch aus ihm gefahren. Mit ihren erschöpften, aber versucht beherrschten Augen blickte sie zur Seite um sich zu vergewissern, dass die Genin zu sehr mit Junji beschäftigt war. Stattdessen blickte sie diese jedoch groß an. „ Schau weg.“ Befahl Kayo mit ungewohnt kalter Stimme die keinen Widerspruch zu dulden schien. Als würde sie nun zugeben, etwas Schreckliches gleich zu tun, bemerkte sie, wie sich in den Augen ihres Gegenübers erneut sofort Tränen sammelten, die sie langsam nicht mehr zu halten vermochte, aber dennoch wand sie den Blick ab. Eine Hand löste sich von dem schwarzen Gefieder und sie zog ein Kunai aus ihrer Hüfttasche heraus. Dieses Mädchen musste nicht sehen, welche Schandtat sie gegen ihren Clans ausführte. Junji würde ihr Handeln nicht als solches Verstehen und da letztendlich sie den Bericht schrieb, könnte sie behaupten, dass der Rabe ebenso im Kampf gestorben war an der Seite seines Partners. „ Alles wird gut, Mitako.“ Beruhigend strich sie mit der Hand, die den Raben noch festhielt, leicht über das Gefieder, während sie ohne weitere Vorbereitung die Spitze in das Gefieder und damit gegen ihre eigene Brust trieb. Nicht tief genug um sich selbst zu verletzten, doch präzise genug um zu wissen, dass nach dem wenigen Zucken, das Leben auch aus der Rabin gewichen war. Doch dies war nun auch für das rothaarige Mädchen zu fiel, weswegen sie stumm ihren Tränen freien Lauf ließ. Sie bahnten sich hinab bis zu ihrem Kinn, wo sie schließlich auf das schwarze Gefieder des Vogels tropften. Noch enger drückte sie den toten Leib an ihre Brust und erlaubte sie sich ein leises Schluchzen. Burakko landete auf ihrer Schulter, schmiegte seinen Kopf gegen ihre Wange, weil er genau wusste, was in ihr gerade vorging. Zu sehr hatte sie gerade das Gefühl gehabt, nicht nur ihren Clan zu betrügen, weil sie die Rabin getötet hatte, sondern vielmehr weil es sich angefühlt hatte als würde sie selbst Burakko töten und sich damit selbst einen Teil der Seele entreißen. „ Es ist gut.“ Sprach er zu ihr und schmiegte sich enger an sie, während sie nun endlich den Leib frei gab und Mitako auf den Leichnam von Takai bettete.
Es sah ein wenig skurril aus, wie sie dort beide lagen und wenig entfernt die Chunin. Im Dreck während der Regen unerlässlich auf sie niederprasselte. „ Ich weiß… urgh… “ Nachdem Junji das Wort an sie gerichtet hatte, wollte sie nach einem Zögern tatsächlich antworten, doch plötzlich musste sie sich erneut den Magen halten. Diesmal nicht aus Schmerzen. Zwar krampfte erneut, doch war es diesmal vor allem Übelkeit die ihren Körper durchdrang. Sie presste eine Hand auf den Mund, die andere auf ihren Bauch. Warum auch immer erst jetzt, schien ihr Körper sich nun erst gegen den massiven Geruch von Blut zu wenden. Der Boden war durchtränkt von dem roten Saft und kaum an einem Ort hatte man mehr zu riechen als bei Takai – vielleicht einer der Gründe, warum sie ausgerechnet nun und hier diesen realisierte. Nicht schnell genug konnte sie koordiniert aufstehen, als das sie sich stolpernd erhob und nur wenig von ihm entfernt wieder mit den Knien auf den Boden aufschlug und sich dort übergab. Zu spät war es gewesen weiter fortzulaufen.  Zu viel Blut geflossen, um ihren Magen zu beruhigen. Sie wollte zu einem der Bäume, sie würden Kairi Sicherheit geben, alleine schon wenn sie ihre Rinde berührte. Doch nun kauerte sie ihr im Schlamm, während sie drei Leichen hinter ihr hatte und damit zu kämpfen hatte mit dem Würgen aufzuhören. In einer ihr gegönnten Pause, ließ sie sich etwas nach hinten fallen und kramte hektisch in einem Beutel nach ihren Tabletten gegen Übelkeit. Diese hinunter schluckend, bemerkte sie wie Burakko sie mit Gedanken versuchte zu beruhigen und zu trösten.
Die Frage von Junji war ihr immer noch im Kopf hängen geblieben. Wie wollte sie vorgehen? Die Mission beenden? Zurück ins Dorf kehren? Und was war mit den Leichen? Alleine würde sie die Mission nicht beenden können, sowohl sie als auch die Genin würden nicht rechtzeitig an ihrem Ziel ankommen, sie beiden wären mehr körperlich oder mehr psychisch dazu nicht in der Lage. Eigentlich war dies ihre Pflicht, doch in Anbetracht der Situation wäre es tatsächlich ratsamer in das Dorf zurückzukehren und gegebenenfalls einen Boten zu senden. Dawa folgend müsste sie die Leichen lassen wo sie waren, doch sowohl würde es nicht dem Dorf gerecht werden, diese Shinobi hier einfach liegen zu lassen noch wäre dies sicher den Familien gerecht. Nicht recht wissend, was sie nun tun sollte, wandte sie sich als erstes an Burakko, der sich mit einem Nicken lediglich in die Lüfte erhob und verschwand. Es war gut, sich auch ohne Worte zu verstehen, das konnte dem Mädchen ein wenig ausruhen gönnen. Immer noch ein wenig wacklig drehte sie sich zu Junji und der Genin um, sodass sie besser erkennen konnte, was passierte. Sollte sie ihn einfach fragen, ob er nicht das Kommando über das weitere Vorgehen übernehmen könnte? Er schien noch in der besten Verfassung zu sein. Doch andererseits traute sie ihm nicht recht über den Weg. „ Kannst du… laufen, Mei?“ fragte sie das Mädchen direkt. Es wäre wichtig, erst einmal von hier fort zu kommen, gegebenenfalls ein kleines Lager aufzubauen um sich zunächst ein wenig auszuruhen, bevor sie die weitere Reise antraten. Sicherlich würde Kayo länger durchhalten können, doch ihr verlangte es nach einem Augenblick Ruhe, um ihren Körper zu regenerieren. „ Junji-san. Arigatou gozaimasu.“ Sprach sie aus Höflichkeit ihm zugewandt, doch der misstrauische Ausdruck in ihren Augen ihm gegenüber war zurückgekehrt. „ Hier können wir nicht bleiben.“ Wand sie sich zu Mei wieder. Mit dem Ärmel ihrer Kleidung wischte sie sich erneut über ihren Mund. Der Geschmack war grauenhaft, doch er überdeckte zumindest den weiteren Geruch… oder war dies bereits das Wirken ihrer Tabletten? Die Antwort des Mädchens abwartend, richtete sie sich wieder auf und kehrte zu den beiden noch lebenden zurück.
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Sa Apr 30, 2016 9:40 pm

Kalt beobachtete Junji das Schauspiel, dass ihm das Gefühl gab ein Ritual zu sein. Der Kohadaclan hatte ein Mitglied verloren und sein Rabe, sein eng mit ihm verbundener Gefährte musste nun den selben Weg gehen. Er verschränkte die Arme vor der Brust und kein Muskel seines fahlen Antlitzes zuckte, während er die ganze Zeit über in Kayos Gesicht blickte und sehr genau erkannte, wie sehr sie das alles schmerzte. Das Schluchzen in seinem Rücken vernahm der Sannin nur entfernt, das Prasseln des Regens überdeckte vieles, auch das was die Rothaarige hatte verlauten lassen, ehe sie mit einem Kunai das Leben des Vogels beendet hatte. Noch mehr Blut sammelte sich um sie und durch das Wasser des Himmels verdünnt hatten sich mittlerweile einige beachtliche Pfützen gebildet, die ein Zeugnis dessen waren, was man gemeinhin als Brutalität bezeichnete. Sie, die beiden Mädchen, waren noch so jung und sie wussten nichts von dem, was wirklich dort draußen auf sie wartete. Junji schwieg, doch er wusste, dass dieser Weg, der Weg eines Shinobi nicht leichter werden würde und ob man daran zerbrach konnte nur die Zeit zeigen. Ebenso wortlos betrachtete der Hyuuga, wie sich Kayo übergab und den innerlichen Kampf mit der Fassung austrug, den sie tatsächlich nach und nach zu gewinnen schien. Ihr Rabe flog von dannen und noch immer hatte sich Junji keinen Millimeter bewegt. Er wartete, wartete auf die Antwort seiner Frage, die er tatsächlich mit einem gewissen Grad an Spannung erwartete. Doch er wurde enttäuscht. Es gab keine Antwort. Es gab vielmehr ein ausweichendes Abgeben der Befehlsgewalt an ihn, oder zumindest kam es ihm so vor.
Natürlich konnte jenes Mädchen namens Mei laufen, er war sich auch sicher, dass die Koahada dies wusste, doch sie hatte Angst. Ja, er sah es in ihren Seelenspiegeln, wie all das, die Zerstörung und der Tod ihr nahegingen und es belustigte ihn tief in seinem Inneren. Der Sannin erfreute sich nicht an ihrem Leid, er belachte nicht ihren Verlust, so plump ließ sich Junji, der schwarze Lotus von Konoha nicht in den Abgrund des Wahnsinns fallen, viel mehr amüsierte ihn, was Dunkelheit aus den Menschen machte. Es amüsierte ihn zu sehen, wie man so viel tiefere Einblicke in Menschen bekam, die man gar nicht kannte, von denen man nichts wusste. Kayo war niemand, der einen Entschluss mit Risiko fasste, wenn man mit dem Rücken zur Wand stand, sie ging einen sicheren Weg und das war ein Umstand, der viel über einen Menschen aussagte. Der Hyuuga brach sein Schweigen nicht, zumindest nicht vorerst, auch dann nicht, als man sich bei ihm bedankte. Sein kalter Blick lag noch immer auf dem rothaarigen Mädchen und etwas gefiel ihm an ihrem Blick ganz und gar nicht. Vielleicht hätte Junji dies einfach ignoriert, wenn er nicht aus einem bestimmten Grund hier gewesen wäre, doch jetzt, in diesem Moment, er wäre ein Narr gewesen ein solches Zeichen zu ignorieren. Die Antwort des Mädchens Mei war stumm, ein einfaches Nicken, ehe sie sich wacklig aufrappelte und aus dem Morast zum stehen kam. Sie machte keine Anstalten ein Wort sagen zu wollen, ihr wässriger Blick nämlich hatte die selben Anzeichen von Misstrauen, als sie Kayo zaghaft ansah, wie sie durch den Regen näher zu ihnen kam und so umfing das Schweigen alle drei.
"Euer Auftrag", begann schließlich Junji, weiterhin ohne Bewegung des Körpers. Seine Haare waren so durchnässt und schwer, dass nicht einmal der starke Wind es schaffte sie von Haut und Kleidung loszureißen, um sie zu wehen zu bringen, "Bringt ihr ihn zu Ende?"
Eine pragmatische Frage, die in ihrem Tonfall eine pragmatische Antwort verlangte, doch der Hyuuga rechnete nicht mit einer Solchen. Tatsächlich war er sich nicht einmal sicher, ob er überhaupt eine direkte Antwort bekommen hätte, deshalb fuhr er fort: "Denn auch wenn nicht, du würdest niemals, weder im Dorf noch am Ziel deiner Reise ankommen."
Sein kalter Blick bohrte sich noch unverhohlener in den der Kohada, "Nicht mit dem Mal, dass du auf deinem Körper trägst."
Seine Klarstellung war so unmissverständlich wie nur irgend möglich. Sein Tonfall, seine Haltung, sein Klang, alles war so pragmatisch, gar stoisch, wie es nur sein konnte. Das bedeutete jedoch nicht, dass Junji sich irgendwie für das Schicksal des Mädchens interessierte. Er hatte im Kampf eingegriffen, sie so gut es ging vor einem Schicksal bewahrt, dass sie selbst nicht verschuldet hatten, nun aber konnte sie auch anders entscheiden. Wenn sie nicht wollte, dass sich der Hyuuga ihrer annahm, würde er ohne ein weiteres Wort verschwinden und sie ihrer Wege gehen lassen, doch für sein Dorf war er kein Unmensch. Zumindest nicht auf den ersten Blick.
"Entscheide dich, Kohada, ich werde bald aufbrechen."
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am So Mai 01, 2016 10:31 pm

Den Rang eines Chunin zu tragen, hieß von nun an Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur noch für sich selbst, sondern von nun an auch für Teams und damit für andere Menschenleben. Ihre erste Mission war gescheitert. Ihre ersten Tage als Teamführer endeten in einem Massaker, dass sie weder hatte verhindern noch Leben hatte retten können. Takai war für das Dorf gestorben und damit ehrenhaft in den Augen der Kohada. Wenn gleich es für Junji fremd wirken musste, dass sie sich eine solche Mühe gemacht hatte, die Worte zu ihm zu sprechen und nicht zuletzt sogar seinen treusten Begleiter getötet hatte. Doch dies kümmerte sie nicht. Von Anfang an nicht, denn was brachte es? Sie selbst würde ebenso wenig die Gedankengänge, Riten, Gebräuche anderer Familien verstehen, die für Kayo manchmal genauso fremdartig wirkten, wie die ihre Moralvorstellung für Fremde.
Burakkos Gestalt verschwand bereits am Horizont. Ihre Augen hatten sich für einen Moment erneut zum Himmel gewendet. Dass er auch der menschlichen Sprache fähig war, erleichtert es, auch ohne geschriebene Worte dem Dorf vorweg bereits Bericht zu erstatten. Den Blick zurück auf ihre Kameradin gerichtet, lächelte sie ein wenig erleichtert. Für einen kurzen Moment hatte sie die Befürchtung gehabt, das Geschehene könnte sie zu sehr gelähmt haben. Eine Bestätigung von ihr, und sei es nur dadurch, dass Mei aufstand und wacklig zu ihr lief. „ Nein bleib da.“ Kommandierte Kayo sie zurück. Es mussten Entscheidungen gefällt werden und so wenig sie sich auch dazu bereit fühlte, so wenig sie dies gerade wollte, es würde nichts ändern – als Teamführerin war es ihr Pflicht. Egal was sie nun sagen würde, Mei würde es tun. Mehr oder weniger freiwillig, doch Kayo wusste, dass sie ihr in diesem Punkt loyal genug gegenüber stand. Die Entscheidung welchen Weg sie einschlagen würde, hatte die rothaarige Chunin zwar noch immer nicht gefasst, aber egal wie diese ausfallen würde, dieses eine sollte sie zumindest versucht haben. „ Ich möchte, dass du die Leichen versiegelst. Du bist bei einem hervorragenden Fuuinjutsuka in die Lehre gegangen, du wirst es sicherlich hinkriegen.“ Die Körper in Schriftrollen zu transportieren wäre sicherlich leichter. Doch wenn man genau hinsah, konnte sie ihren Zweifel aus ihren Augen nicht vertreiben. Ihre Worte waren nicht gänzlich gelogen, aber sie war nicht sicher, ob es nicht eigentlich die Fähigkeiten eines einfachen Genin überschreiten würde, dies zu tun – schon gar keinen jungen mit einer noch nicht lang währenden Ausbildung. So oder so, würde es sie möglicherweise erst mal beschäftigen und Kayo die Zeit geben, die sie brauchte um eine Entscheidung zu fällen.
„ Danach machen wir uns auf dem Weg zurück ins Dorf.“ Zähneknirschend musste sie sich eingestehen, das Junji Recht hatte. Bevor sie diese Worte gesprochen hatte, hatte sie den Blick in seine Augen zunächst gemieden und sich von der Stille ebenso einhüllen lassen. Kairi biss sich auf die Lippen, als das gefiel ihr gar nicht .Eine Hand krallte sie in die noch übrigen langen Haare fest, zog ein wenig an ihnen als würde es ihr helfen eine bessere, klügere, schnellere Entscheidung zu finden. Sie war niemand der Taktiken gut beherrschte, der gut Pläne schmieden konnte. Warum konnte ihr Bauch ihr in diesem Moment nicht helfen? Einen Rat geben? Ihr Instinkt, ihre Moralvorstellung sagte ihr, dass es richtig wäre, den Auftrag fortzuführen. Kohada dienten dem Dorf, das Shinobi auf Missionen starben war für sie natürlich in gewisser Art und Weise… und dennoch, es war doch nicht richtig. Sie würden die Leichen nach Hause bringen müssen und Mei… wer wusste, ob sie tatsächlich noch dazu in der Lage war den Auftrag auszuführen, viel eher glaubte Kayo daran, dass sie nun jemanden brauchte der ihr beistand. Gänzlich in der Lage fühlte sie sich dazu nicht, zu sehr hatte sie die Befürchtung auf Grund ihrer eigenen Religion nicht den richtigen Ton, die richtigen Worte zu finden. Und sie selbst? Wie stand es mit ihr. Junji hatte es sehr gut auf den Punkt gebracht. Sie fühlte sich zu erschöpft um eine weite Reise anzutreten, weder zurück ins Dorf noch zum Zielpunkt der Mission. Sie wusste nicht, was mit ihrem Körper geschehen war, doch wenn es stimmte, was Junji ihr sagte und bei den ausgelösten Schmerzen könnte sie es sich gut vorstellen, würde sie sterben. Dann war es also doch ihre Bestimmung hier zu sterben? Aber es könnte einen Ausweg geben – sie müsste nur die Hilfe von dem Hyuuga annehmen, die er ihr zuvor angeboten hatte. „ Ich sterbe also?“ fragte sie leise, blickte in den Himmel und drehte sich dann halb zu dem Hyuuga um. Kalte, stechende Augen bohrten sich in sie und Kayo unterdrückte ein Auflachen. Sie erwartete keine Antwort auf ihre Frage, es war vielmehr eine Feststellung dessen was sie aus seinen Worten heraus gehört hatte.
„ Die Mission war nicht dazu gedacht zu sterben und ich habe sie noch längst nicht erfüllt…“ um nicht zu sagen, sie hatte in gewisser Weise versagt. Ihre Worte waren leise und wohl eher an sich selbst gerichtet als an irgendjemand der Anwesenden. Nicht lange hatte sie seinem Blick standhalten können und sich wieder abgewandt. Nicht nur wegen dem Ausdruck, sondern auch der Befürchtung dessen was geschehen konnte, wenn sie nun nachgab. Ihr Instinkt sagte ihr einerseits, dass es richtig war und sie dies tun musste um zu überleben, doch gleichzeitig schrie alles in ihr sich von diesem Kerl fernzuhalten. Sie war ihm dankbar für sein Angreifen doch nun… Erneut griff sie oberhalb des Stoffes den Anhänger einer ihren beiden Ketten. Wenn sie es ihm zeigen würde… würde er es herausfinden. Junji würde wissen, dass sie ihn schon länger beobachtet hatte, mehr über ihn wusste, als ihr vielleicht gut tat und vielleicht würde er sogar etwas dagegen unternehmen wollen. Doch einerseits war Mei hier… und andererseits gab es Burakko. Egal was der Sannin tun würde, Burakko würde alles wissen und sie schätze ihn nicht so ein, dass er der Genin erst geholfen hatte, nur um sie am Ende dennoch zu töten… oder ihr etwas nicht ganz so schlimmes anzutun. „ Kohada haben eine besondere Verbindung zu ihren Raben, sie sind nicht wie Kuchiyose, wir teilen alles. Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Träume, Wünsche. Was wir wissen, wissen sie und umgekehrt. Die Verbindung durch das Blut führt uns am Ende jedoch Schmerzen zu, wenn wir auseinander gerissen werden.“ Ruhig erklärte sie diese Worte, als wollte sie dem Hyuuga ihren eigenen Clan erläutern. Dabei sah sie ihn nicht an, stattdessen fingerte Kayo mit der freien Hand an dem Saum ihres Oberteils während die andere Hand noch immer den Kettenanhänger umschloss. Es war ihr dabei jedoch nicht darum gegangen Junji etwas zum Bluterbe ihres Clans zu vermitteln, sondern um sich ihm gegenüber sicherer zu fühlen. Der erschöpfte Ausdruck in ihren Augen kehrte zurück, als sie sich Junji wieder zu wand. „ Gut, seht es euch an.“ Es fühlte sich an, als würde sie sich in die Höhle des Löwen begeben. Wissend was geschehen könnte, aber dennoch nicht wissend, ob und wie es geschah. Sie könnte sterben durch das Juin, sie könnte sterben, weil er es erfuhr. Erneut fiel ihr der Gedanke ein, dass sie wie ein unterwürfiges Tier ihm ihre verletzlichste Stelle präsentierte. Wie wahr es doch war.
Der Stoff klebte an ihrer Haut, nicht durch Blut, sondern durch den Regen, der ihn schwer gemacht hatte und durch den Wind, welcher ihn an ihre Haut nur noch feste drückte. Beide Hände ließ sie nun den Saum umschließen, während sie ihr Oberteil hochschob und es letztlich gänzlich über ihren Kopf zog. Unachtsam ließ sie es zu Boden fallen. So oder so war es nass und dreckig, da machte es keinen Unterschied wenn es nun auf dem Boden lag. Es war genauso kalt wie zu vor. Wenn gleich sie sich leichter anfühlte. Kayo schämte sich nicht, so vor dem Hyuuga zu stehen, ein wenig, aber ihr Hauptproblem, war eher, dass sie sich verletzlich fühlte. Auf ihrem Bauch prangte nun mehr das Juin des Mannes. Nur einen kurzen Blick riskierte sie darauf, wollte sie doch diesmal dem Blick von Junji standhalten und seine Regungen genau wahrnehmen. Ihr Blick hingegen war erneut von Angst durchsetzt, die zum Großteil daher rührte, dass man nun deutlich sehen konnte, dass sie die Phiole mit der goldenen Flüssigkeit und den Partikeln mit einem Lederband um ihren Hals trug. Ebenso wie ihre Flöte. Auf ihrem Rücken prangte nun das gut sichtbare Clansymbol der Kohada, das bei ihr bereits soweit erweitert worden war, dass es beide Schulterblätter bedeckte. Es fühlte sich an, als würde bedrückende Stille über sie einkehren. Stille, die sie noch schrecklicher empfand als ihre Angst vor diesem Mann, die sie dazu veranlasst hatte, ihm eigentlich die Hilfe anzunehmen verweigert hatte. Um diese zu durchbrechen, fasste sie den Mut etwas zu sagen, wenn gleich man mittlerweile selbst in ihrer Stimme heraus hören konnte, das sie sich ganz und gar nichtwohl fühlte. „ Könnt ihr es auflösen?“
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Mo Mai 02, 2016 6:36 pm

Es dauerte, Zeit verstrich, doch die Sonne in den Augen der Rothaarigen schien nicht gänzlich an Kraft zu verlieren. Im Gegenteil, ihr Glanz stärkte sich, ihre Kraft kehrte zurück. Eine gewisse Klarheit machte sich auf ihrem Antlitz bemerkbar, doch es fehlte noch immer an Sicherheit. Das Mädchen namens Mei blickte zu ihm auf, Junji erwiderte diese Geste nicht. Die Anweisung der Kohada war klar gewesen und auch wenn seine Anwesenheit das Gefüge der Befehlsgewalt ins Wanken brachte, so war es auch nicht an ihm die Verhältnisse zu klären. Die junge Kunoichi bemerkte dies aber schnell und nickte einfach nur kaum merklich, schwieg, zog ihre Beine näher an den durchnässten Körper. Sie unterbrach ihre Bewegungen, als sich die Anweisungen ihrer Teamführerin spezifizierten und wieder blickte sie zu dem Sannin, der noch immer reglos verharrte, die Arme vor der Brust verschränkt.
"I - ich", hauchte sie zögerlich und mit sichtlicher Mühe, dass man es nur schwer über dem Geprassel des Regens vernehmen konnte, doch eine Armbewegung Junjis , der die Hand vor ihr Gesicht hielt, ließ sie stocken.
"Ich bringe die Leichen ins Dorf.", unterbrach der Hyuuga sie mit einer Stimme, die sich in der Temperatur dem eisigen Wind anglich, der um sie herumpfiff. Niemand, der es nicht wusste, würde ahnen, dass er dies nicht ohne Hintergedanken tat, doch die gab es. Der Fakt, dass es nicht möglich war einen organischen Körper in eine gängige Schriftrolle zu versiegeln, auch wenn dieser nicht mehr lebte, unterstützte seine scheinbare Selbstlosigkeit nur noch. Ob die beiden verbliebenen Mädchen ihre Mission nun zu einem Ende führten oder, wie es Kayo offensichtlich entschieden hatte, abbrach kümmerte ihn dabei nicht. Sie machte auf ihn jedoch nicht den Eindruck, als hätte sie diese Entscheidung mit festem Herzen gefällt, sondern viel eher aus Resignation. Vielleicht war dies ein schweres, gar hartes Wort, doch letztendlich brauchte man in ihrer Situation auch nichts zu beschönigen. Es war vielleicht sogar einfacher es sich einfach selbst und auch vor anderen einzugestehen, um daran zu wachsen, doch was waren seine Gedanken schon wert? Warum machte er sich überhaupt Gedanken?

Zuerst war Junji überrascht über die Worte der Kohada, da sie im ersten Augenblick keinen Sinn für ihn ergaben. Sie erschienen wie eine stolze Präsentation dessen, was sie war, wie ein Funken Arroganz, der eine Flamme entzündete, wie eine subtile Art der Prahlerei. Er irrte, doch auch in diesem Augenblick, da er nicht wusste warum zeigte sich auf den Zügen des Sannin keinerlei Bewegung. Es schien fast so, als hätten seine Ohren die kühlen Worte nicht vernommen, die an ihn gerichtet wurden, doch das hatte er und er rätselte. Ohne weitere Vorwarnung hatte sich die Chuunin ihr Oberteil vom Körper gerissen, was den Hyuuga schlucken ließ. Seine Blick wanderte jedoch nicht sofort von ihrem Gesicht nach unten, sondern blieb einige Sekunden unmittelbar auf ihre Augen gerichtet. Wohin er sah konnte man bei seinen Augen ohnehin nicht erkennen, doch als er begann über ihren Hals nach unten zu wandern erkannte er ein Detail, ein kleines unauffälliges Detail, dass einen seltsam bekannten Anblick darstellte. Nur eine Sekunde verharrte seine Aufmerksamkeit dort, dann wanderte sie weiter, über ihre noch immer verhüllten Brüste hinunter zum Bauch. Genau um den Bauchnabel herum erkannte man das Fluchmal, dass an eine stilisierte Spirale aus drei Strichen erinnerte, die anstelle von Rundungen eher Knicke aufwiesen, um das Bild einer Drehung hervorzurufen. Gesehen hatte Junji dieses spezifische Mal noch nie, doch es war ohne Zweifel ein Fluch und kein einfaches Siegel, welches sie dort in ihrer Körpermitte trug.
Der Blick des Sannin, der nach wie vor reglos dastand hob sich wieder zu ihrem Gesicht. Sie drohte ihm, sie drohte ihm, weil sie etwas zu wissen glaubte, weil sie sich in dem Wissen über etwas wähnte, was sie ganz sicher nicht verstand. Und nun fürchtete sie ihn. Innerlich grinste er böse, einmal sich dessen bewusst, dass sein Instinkt ihn nicht im Stich gelassen hatte. Die Kohada hatte Mumm, das musste er ihr lassen, wenngleich er nicht wusste, was sie genau gesehen hatte, doch jene Phiole ließ ihn ahnen. Sie hatte Mumm, doch sie war gleichermaßen töricht, wenn sie glaubte, dass so etwas ihn, den schwarzen Lotus von Konoha vor Skrupel stellte.
Junji ließ die Arme sinken, ging langsamen Schrittes auf die Rothaarige zu, der der Regen nun auf die nackte Haut fiel. Unmittelbar vor ihr blieb er stehen, hockte sich hin, dass sein stoisches Gesicht auf Höhe des Fluchmals war und legte es schief. Zähe Minuten verharrte er so, ohne eine Antwort auf die Frage geben zu wollen, dann drehte er seinen Kopf wieder gerade, blickte zu ihr auf.
"Nein.", sprach er neutral und der Wahrheit entsprechend. Auflösen konnte man ein Fluchmal nicht, nicht ohne das Chakra des Anwenders, weshalb diese Techniken auch so gefährlich waren. Es gab jedoch eine Möglichkeit sich solchen Techniken anzunehmen, die allerdings nicht leicht war und vor allem die Hilfe des Opfers erforderte. Dass die Kohada dem Hyuuga nicht traute war klar und sie tat auch sehr gut daran, denn er hätte sie und ihre Teamkameradin ohne mit der Wimper zu zucken ermordet, wenn da nicht dieser Rabe gewesen wäre. Die Adern an Junjis Schläfe begannen sich einmal mehr zu verdicken und sofort erkannte er, dass das Fluchmal sich nicht nur von dem Chakra bediente, dass für Jutsus geschmiedet wurde, sondern dauerhaft vom Chakra in ihrem Körper lebte. So wurde sie mit der Zeit ausgesaugt und konnte dagegen ohne Eingreifen nur bedingt etwas tun. Wenn sie ruhte und sich regenerierte, konnte sie diesen Verlust vielleicht ausgleichen, doch letztendlich würde es das Unausweichliche nur verzögern, womöglich sogar lange verzögern, doch am Ende würde sie sterben. Mehr als einen kurzen Augenblick dachte Junji tatsächlich daran die Kohada daran verenden zu lassen und einfach zu sagen, er konnte nichts tun, doch womöglich erreichte sie doch das Dorf und dort würde man sich dann ganz sicher ihrer annehmen und das Nötige tun, um ihr Leben zu retten. Möglicherweise blieb ihr ausreichend Zeit, um jene Dinge in ihrem Kopf einmal am falschen Ort laut zu äußern und dann war er es, der in Gefahr schwebte.
Nun war es der Hyuuga der eine Entscheidung treffen musste und während er so in die Augen der Heranwachsenden blickte, zeichnete sich ein böses Grinsen auf seinen Lippen ab.
"Manchmal", sprach er in einem Ton, der so monoton und nichtssagend war, dass es nicht so recht zu seinem Grinsen passen wollte, "tut sich die Erde unter einem auf und man weiß nicht so recht warum. Ein weiser Mann hat mir einst gesagt, dass es die Kunst des Lebens ist jenen Orten auszuweichen, an denen dies passieren kann."
Die Adern an der Stirn des Sannin zogen sich zurück, seine Augen normalisierten sich wieder zu jener Leere, die man von Angehörigen seines Clans kannte. Die Kohada hatte einen Fehler gemacht. Sie hatte geglaubt, sie konnte sich mit ihren Worten vor Dem schützen, was sie von ihm fürchtete, doch sie irrte sich gewaltig. Junji war nicht dort wo er war, wenn solche Stolpersteine seinen Weg behindern würden und so drehte die Realität, wie es ihm beliebte.
"Das ist ein Fluchmal.", fuhr er fort und das Lächeln verschwand von seinen Lippen, "Derartige Techniken kann man nicht ohne Weiteres auflösen."
Einen Moment pausierte er, senkte den Blick wieder auf ihren Bauch.
"Man kann sie jedoch überschreiben und eindämmen."
Ohne ein weiteres Wort erhob sich Junji, seine Augen bohrten sich in die Ihren. Mit keinem Zucken hatte er seine Gedanken verraten und das würde er auch nicht tun, denn ein dahergelaufenes Mädchen drohte ihm nicht. Sie schaufelte sich nur ihr eigenes Grab. In seinem Kopf ging er viele Szenarien durch, doch es war nicht unwahrscheinlich, dass sich Kayo bei Mei erkundigen würde, ob seine kurze Ausführung auch der Wahrheit entsprochen hatte und jeder Anfänger in der Kunst der Fuuin würde das bestätigen. Fluchmale waren eine gefährliche Kunst, die womöglich das oberste Ziel für jene darstellte, die sich besonders in den Siegeln übten. Überschreiben konnte es Junji, doch von sich aus würde er dies nicht tun, sie musste es wollen, sie musste es von ihm erbeten oder die Konsequenzen tragen.
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Kohada Kayo am Sa Jun 04, 2016 9:01 am

Nein, er sollte sie nicht bekommen. Ein protestierendes Nein lag ihr bereits auf der Zunge. Laut, schneidend und um gänzlich klar zu machen, wer das Recht hatte über den Verbleib der Leichen zu entscheiden. Sie wollte sie nicht Junji übergeben. Es behagte ihr ganz und gar nicht, den Gedanken fassen zu müssen, er könnte sie nur als Farbfässer sehen. Blutspeicher, die er leeren könnte, um neue Farbe für seine Bilder zu haben. Oder wer wusste, was dieser verdorbene Mensch, normal konnte dies doch nicht sein, alles mit den Leichen noch tun wollen würde. Nein, sie müsste etwas dagegen unternehmen. Die Leichen müssten bei ihr bleiben. Bei ihr und bei Mei. Irgendwie. Und dennoch hatte sie das Wort wieder herunter geschluckt, nur mit finsterer Miene zu ihm herüber geschaut. Sie war nicht dumm genug zu glauben, dass es eine andere Möglichkeit gab als erst einmal ihn die Leichen zu überlassen. Aber sobald dieses verdammte Siegel aufgebrochen war, würde sie sicher wieder auf ihr Chakra zurückgreifen können. Sie könnte sich in einen Raben verwandeln und vielleicht sogar selbst die Leichen transportieren. Was für ein naiver Gedanke, doch die einzige Möglichkeit die ihr gerade blieb, an die sie sich klammern konnte.

„Nein?! Habt ihr nicht noch bis eben gesagt, dass ihr mir helfen könnt?“ Hatte er das wirklich gesagt? Nein es war nur das, was sie in seine Worte gedeutet hatte. Genauso wie sie in seine Taten und ihr eigenes Wissen um ihn, hinein deutete, dass er sie nicht nur einfach töten könnte sondern es vielleicht auch würde. Warum also war sie für diesen Moment so töricht gewesen, dass er wirklich helfen würde? Sie biss ihre Zähne fest zusammen und schaute kurz in die Ferne. Für diesen Augenblick ließ sie ihren Körper den Regen wahrnehmen, bevor sie ihn wieder ausblendete. Das Prasseln auf ihre nun nackte Haut an Armen und Schultern, das Wasser das sie komplett durchnässt hatte, der schneidende Wind, der sicher zu einer Erkältung führen würde. Doch das Kalte hatte auch etwas Gutes. Es kühlte nicht nur erhitzte Gemüter oder zeugte davon, dass man noch am Leben war, sondern es hinterließ auch ein Gefühl von klareren Gedanken. Vielleicht ein Grund warum sich manche Menschen dafür eiskaltes Wasser in Gesicht schütteten. Nicht nur weil sie wach werden wollten.
Das konnte nicht der Wille des Dorfes sein, daran wollte Kayo noch nicht glauben. Nein und solange sie sich nicht sicher war, dass es doch so war, würde sie ihm nicht bereitwillig ihr Leben geben. Es wäre sinnlos zu kämpfen, denn dann würde sie erst recht an dem Fluchmal sterben, aber es wäre besser als kampflos ihm gegenüber zu sterben. Oder würde er sie vielleicht einfach zurück lassen und am Fluch sterben lassen? Die arme Mei müsste dann wohl auch für das leiden, was sie wusste. Sie blickte zu ihr hinüber, nur flüchtig bevor sie ihre Augen wieder starr auf diesen Mann richtete.
Er schien selbst in seiner eigenen Welt versunken zu sein. Bis zu dem Moment wo er sich auf einmal regte, zu ihr hinauf blickte und es waren diesmal nicht seine Augen, die dafür sorgten, dass sich erneut die Furcht vor ihm zeigte und sie zusammen zucken ließ. Nein, dieses Grinsen. Bösartig zeigte es, dass er nicht der nette Shinobi von nebenan war, der für einen die entlaufende Katze wieder einfing. Sie zwang sich ihm entgegen zu sehen ohne sich allzu sehr ihre eigene Furcht anzusehen zu lassen. Zwang sich nicht schützend die Arme vor sich zu halten oder Abstand zwischen ihnen zu bringen. Nein er würde sie sicher nicht einfach so töten. Zu leicht könnte man Rückschlüsse auf das Geschehene hier ziehen, oder etwa nicht?
Die Erde tat sich unter einem auf? Ohja, das tat sie gerade wirklich. Nur wusste Kayo warum, nur nicht was sie am Ende der Schlucht erwarten würde. Sie hatte es doch versucht, wirklich versucht, was der weise Mann gesagt hatte. Doch ihre Neugier hatte ihr einen Strich durch die Rechnung gezogen und dann war es bereits zu spät gewesen. Dann hatte sie bereits etwas gewusst, was sie niemals hatte wissen wollen. „ Doch über Spalten in der Erde kann man hinweg fliegen. Und manchmal gerät man an diese Orte ohne es zu wollen, aber der Wind hat einen dort hingetrieben.“ Sprach sie weniger bildlich. Wahrscheinlich nicht einmal, um wirklich eine Antwort zu geben, sondern um sich selbst besser zu fühlen, sich nicht einzugestehen, wie sehr es dieser Mann mit seiner bloßen Anwesenheit ihr gegenüber sie einzuschüchtern. Und wie gerne sie nun ihre Flügel ausbreiten wollen würde um nach Hause zu fliegen. Doch es ging sie nicht, sie konnte kein Chakra schmieden um ihre Arme zu verändern.
„ Und das könnt ihr? “ fragte sie ein wenig hoffnungsvoll. Doch dafür schellte sie sich sogleich wieder, biss sich selbst auf die Lippen. Bildete sie sich immer noch ein, dass er ihr helfen würde? Das war derart schwachsinnig. Er würde sie wahrscheinlich wirklich einfach hier sterben lassen, ob mit oder ohne sein Zutun. Nicht genau wissend, ob es klug war ihm für einen Moment den Rücken zu zu drehen, drehte sie ihren Oberkörper zur Seite, um einen besseren Blick auf Mei zu erhaschen. Ihr durchdringender, immer noch etwas ängstlicher Blick schien die Genin zu durchbohren, verwirrte sie scheinbar, doch wissend, was Kayo wohl von ihr wollte, nickte diese nun. Den Blick wieder auf Junji gerichtet, schien zu überlegen. Schloss immer wieder ihre Hände zu Fäusten. Was sollte sie tun? Er schien ihre einzige Möglichkeit zu sein, lebend in Konoha anzukommen. Aber dieser Mann wollte sie töten. „ Würdet ihr das überhaupt tun?“
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Re: Hilfe annehmen - schwerer als gedacht.

Beitrag von Hyuuga Junji am Sa Jun 11, 2016 1:13 am

Innerlich haderte Junji. Die Notwendigkeit das rothaarige Mädchen zu töten wurde immer sichtbarer, immer unausweichlicher. Sie hatte einen Fehler gemacht, mehrere Fehler sogar, womöglich auch auch unbeabsichtigt, doch in einer solchen Welt war das keine Entschuldigung. Kayo war jung, sie mochte es sich schönreden, über Hindernisse hinwegsetzen wie ein Vogel, der Hyuuga mochte diese Analogie, doch letztendlich war dies auch nur eine utopische Romantik. Warum aber haderte Junji? Ihr das Leben zu nehmen war einfach, ohne zu zögern würde der Sannin jedem Menschen in seinem Weg das Leben nehmen, doch seine Zurückhaltung fußte auf Gründlichkeit, auf der Reinheit seine Kunst, zu der auch der Akt des Mordens selbst gehörte, nicht mit unwürdigen Opfern zu beschmutzen. Der Tod eines Individuums sollte einen Sinn haben und nur dann erfolgen, wenn man sich in einer direkten Konfrontation befand, oder aber ein Attribut der Besonderheit ihr anheim fiel. Beides war nicht der Fall. Die Kohada war einfach nur eine Bedrohung und mit Bedrohungen kannte sich Junji sehr gut aus, wusste mit ihnen umzugehen. Dennoch war dies der unwürdigste Weg durch seine Hand zu sterben und deshalb, nur deshalb haderte der Schwarzhaarige, der nach außen hin seine innere überhaupt nicht erahnen ließ.
Der Hyuuga antwortete nicht auf ihre trotzige Reaktion, die nur noch mehr zeigte, wie tief sie in all das verwickelt war und wie schwer das Gewicht ihres Lebens am seidenen Faden über der Schlangengrube hing. Dann würde er sie eben töten, sie und ihre verbliebene Freundin. Es war nicht das erste Mal, dass der Sannin derartig viel Mühe aufbrachte, um sein Geheimnis zu wahren, was vermutlich auch der Grund war, weshalb es noch immer ein Geheimnis war. Aufzufliegen war keine wünschenswerte Option für ihn als Mörder und so konnte er sich nicht leisten reumütige Emotionen zu zeigen. Wer ihn aber kannte, falls das überhaupt möglich war, wusste, dass das niemals der Fall war, ist oder sein würde. Beiläufig drehte sich Junji zu dem anderen Mädchen um, dass noch immer sichtlich mitgenommen von den Geschehnissen unkonzentriert und müde wirkte. Auch sie würde sterben müssen, genau wie der Rabe der Rothaarigen, den er auf dem Rückweg ausfindigmachen und zur Strecke bringen würde.
"Ich kann und würde.", sagte der Hyuuga nun schließlich doch und legte den Blick wieder auf die Chuunin, die halb entblößt vor ihm stand und nicht im Geringsten wusste, dass dieses Fluchmal nun ihr geringstes Problem war, "Jedoch gibt es da noch eine Sache, die es für mich zu tun gilt, ehe ich mich um dich kümmere."
Kalt wie Eis war die Stimme des Schwarzhaarigen und der leere Blick wandte sich wieder von ihr ab, zu ihrer Partnerin hin. Mei war ihr Name und noch immer war sie unentschlossen, ob nun sie oder Junji die Leichen zurück ins Dorf bringen würde, unwissend, dass sie bald eine dieser Leichen sein würde. Langsam schritt er zu ihr hin, hockte sich vor sie, sah ihr tief in die Augen, während sich die Adern an seiner Schläfe erneut verästelten.
"Das wird gleich etwas weh tun.", hauchte er sanft und legte dem Mädchen die Hand auf die Brust, woraufhin kurz sein Chakra blau aufleuchtete und gezielt in ihren Körper geleitet wurde. Es war ein aufregendes Schauspiel, wie sich die Lider der Kleinen vor Schreck weit aufrissen, die Adern sogleich rot hervortraten und der Versuch nach Luft zu schnappen in einem Husten mit blutigem Auswurf endete. Beinahe schon fürsorglich legte Junji eine Hand auf ihren Kopf und begann Mei makaber zu streicheln, die von innerlichen Schmerzen zerfressen hilflos zuckte.
"Psst.", säuselte der Sannin und streichelte sie, Blut lief ihre aus Nase und Mund, "Entspanne dich, gleich ist alles vorbei. Für immer."
Und er sollte Recht behalten. Nicht einmal eine Minute dauerte der Todeskampf, dann schlich sich eine leblose Ruhe in das blutverschmierte Gesicht der Kleinen. Junji stand auf, legte den Kopf etwas schräg, wandte sich wieder Kayo zu. Mit dem aktiven Byakugan hatte sein sonst stoisches Gesicht eine unheimliche Härte, die alles nur noch schlimmer und aussichtsloser machte, als es ohnehin schon war.
"Es tut mir Leid, ich habe nichts persönliches gegen euch.", hob er monoton die Stimme und kam auf die Rothaarige zu, "Aber es gibt da Dinge, die du besser nicht hättest erfahren dürfen und ich mag es darüber hinaus gar nicht, wenn man mich bedroht. Du verstehst sicher meine Beweggründe."
So etwas wie ein freudloses Lächeln legte sich für wenige Sekunden auf Junjis fahle Lippen.
"Ich werde dich jetzt töten, Kayo. Doch ehe ich das tue, gibt es noch jemand der davon weiß was du gesehen hast? Abgesehen von deinem Raben?"
Hyuuga Junji
"Künstler des Todes"


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