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 Nordpass

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BeitragThema: Nordpass   So Mai 01, 2016 6:28 pm


Nordpass


Ein eher wenig benutzter Pfad, der über die Elendsviertel und um den Vulkan nach Norden führt. Er ist steil, gefährlich, ungesichert und nicht gerade reich an Besuchern. Gerade weil sein Beginn in den Elendsvierteln liegt ist er auch kein besonders beliebter Weg.
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BeitragThema: Re: Nordpass   So Mai 01, 2016 8:47 pm

CV: Timeskip/gescheiterte Mission

Der hochgewachsene Mann richtete sich auf, streckte sich und warf an einem leicht größeren Plateau einen Blick zurück. Ein seufzen entglitt seinen Lippen und er verzog das Gesicht, blinzelte, um die trockenen Augen zu beruhigen. Die letzten Stunden waren wie im Flug vorbeigezogen und was geschehen war, darüber wollte er jetzt noch nicht genau nachdenken. So sehr er dieses System auch hasste und alles, was es getan hatte, er liebte seine Heimat irgendwo noch tief in sich. Er war hier groß geworden, hatte auch schöne Zeiten erlebt und hatte vor allem mal daran geglaubt, dass es sich eines Tages ändern würde. Aber mit den Ereignissen der letzten Stunden hatte sich in ihm ein Knoten gelöst, der ihn 55 Jahre davon abhielt, einem Land den Rücken zu kehren, das danach regelrecht schrie, wenn man wie er gestrickt war. Müde kratzte er sich leicht am Bart und kundschaftete recht routinemäßig die Umgebung ab. Als Sensor war er von Anfang an der gewesen, der aufpasste, dass niemand ihnen folgte.
Sein Blick glitt müde über die schweigend reisende Gruppe. Sie wollten schnell sein, schnell von dem Ort weg, an dem nur wenige Stunden zuvor zwei ihrer Freunde hingerichtet worden waren. Das Bild blitzte abermals vor seinen Augen auf und seine Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten. Er hatte über die Jahre schon so viele Menschen sterben sehen, sterben lassen, selbst getötet. Aber seine Schülerin, eine langjährige Freundin... Er hätte nicht gedacht, dass ihn ein Tod nocheinmal so sehr mitnehmen würde. Sein leichtes, trotziges Schniefen ging in einer aufkommenden Windböe unter. Ihr Weg aus Chigiri war steinig und gefährlich, aber er war wenig bewandert und gerade deshalb so gut geeignet. Die Elendsgebiete wurden von den meisten Shinobi gemieden und wer dort mal geholfen hatte, der fand gute Freunde, die dicht halten würden über das, was sie gesehen hatten. Oder es im Suff einfach wieder vergessen würden.
Nachdem der Blonde sich sicher war, dass ihnen zur Zeit niemand auf erspürbaren Radius folgte, rieb er sich kurz nachdenklich den Nacken und schloss wieder zu der Gruppe auf, die gerade die Küste ansteuerte. Dort würden sie gemeinsam das Meer überqueren und das Festland betreten. Runter von diesen verfluchten Inseln und dorthin, wo sie ein besseres Leben für sich und ihre Liebsten vermuteten. Sein Blick glitt unwillkürlich zu Tori und deren Tochter und Schwester. Seine Kinder hatte er nicht eingeweiht. Sie hatten ein gutes Leben, sein Sohn folgte dem Blutnebel seit seiner Kindheit treu, seine Tochter war gut situierte Zivilistin. Sie würden keinen Schaden nehmen, denn sie waren klug genug, das was er tat, öffentlich zu missbilligen. Im Gegensatz zu ihrem waren seine Kollegen weit sentimentaler gewesen. Jedenfalls wenn man es als sentimental bezeichnen konnte, Kleinkinder aus einem Dorf zu retten, das sie in wenigen Jahren hin zu den Blutspielen schicken und sterben lassen würde. Diese Spiele mit Leben, die bereits morgen beginnen würden. Das ganze Dorf war beschäftigt und niemand würde ihr Verschwinden sofort bemerken.
Seine Schritte führten ihn zu Chiyo, die neben Tori und deren Tochter herging. Der Furyoku sah man an, dass sie geweint hatte. Ihr ging der Tod von Azayaka und Keiko scheinbar ebenso nahe, wie dem Rest der Truppe, was in viel Schweigen resultiert hatte. "Ich denke, wir sind bald an der Küste. Ich hoffe, dass mein Plan mit meinem Kontakt aufgeht", gab der Träger des Kubikiribôchô zu und seufzte leise. Er kannte sich hier aus, wie überall im Land. Er war alt genug, um überall jemanden zu kennen. Menschen, die dachten wie er und handeln würden wie er. Alte Kaguya, Zivilisten und andere Shinobi. Er hatte demjenigen eine Nachricht zukommen lassen und um Hilfe gebeten. Wenn alles glatt lief, lag an der Küste ein kleines Schiff bereit, um sie alle übersetzen zu lassen. Dort würden sich ihre Wege vermutlich nach kurzer Zeit trennen. Ihre Ziele waren schwammig, weil erst so kurze Zeit vergangen war und keiner sich so richtig im Klaren war, was er für die Zukunft wollte.
Außer eines: Leben. Wo das sein würde, stand in den Sternen.
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Kanehana Chiyo
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BeitragThema: Re: Nordpass   Mi Mai 04, 2016 10:36 pm

Völlig geistesabwesend und mit gesenktem Blick lief die Kanehana stillschweigend neben Tori und ihrer Tochter nebenher. Ihr Kopf war so überfüllt, dass sie keinen klaren Gedanken fassen konnte, ohne dass sich ihre Augen mit Tränen füllen würden. Sie versuchte die Tatsachen zu verdrängen, was in den letzten Stunden geschehen war und doch war es unvermeidlich sich damit auseinanderzusetzen. Ihr Körper fühlte sich an als wäre er von einer Wand gerammt und durchgeschüttelt worden. Nervös umschloss sie auf ihrem Weg immer wieder den Griff eines ihrer Wakizashi und spielte daran herum – so auch jetzt. Am liebsten hätte sie die nächstbeste Gelegenheit dazu genutzt sich eine Zigarette anzuzünden, doch sie rauchte grundsätzlich nie vor Kindern. Diesem Prinzip war sie sich wenigstens treu geblieben. Vielleicht hätte sie sich in ihrer Wohnung eingeschlossen und ihren Qualen unter Alkoholeinfluss hingegeben und wäre im Elend versunken. Einfach um vor der Realität wegzulaufen. Sie hatte selbst in Blut anderer gebadet, sie sah Menschen kommen und gehen und sterben und fallen, scheitern und brechen, doch fiel es ihr schwer sich damit abzufinden, vor allem, wenn es nahestehende Personen waren.  Das System hatte sie endgültig gebrochen. Es brauchte nicht einmal einen Wimpernschlag, um zu wissen, dass alles was sie sich erarbeitet hatte, keinen weiteren Tod mehr wert war.
Ihr Shibuki, das sie einst durch das Ermorden ihres Lehrmeisters ergattert hatte und viele mit Ehrfurcht und Neid erfüllte, war für sie bedeutungslos geworden. Ihr Blick schweifte zu Tori und ihrer Tochter, mit denen sie auf bis ein paar leere Halbsätze kein Wort gewechselt hatte. Sie war die einzige, die keinen ihrer Verwandten zum Treffpunkt mitgebracht hatte. Die Kanehana hatte zuvor lautstark mit ihren Eltern diskutiert, sie versuchte wirklich alles, um sie zu überreden mitzukommen, doch sie wollten nicht. Sie wusste, was das für Konsequenzen haben würde. Egal wie sehr sie es ihr auch versuchten zu erläutern, sie würde nie ganz begreifen. Der Gedanke an ihre Familie trieb Chiyo schlagartig Tränen ins Gesicht, die sie sich mit ihrem Handrücken von den Wangen wischte. Das einzige was blieb war eine feste Umarmung und ein paar Trost spendende Worte. Ihre Geschwister wussten nichts von ihren Plänen. Es hätte der Frau das Herz zerrissen, wenn sie auch nur ein Wort gesagt hätte.
Es war schon schlimm genug für Kiba dass er dazu verdammt war an den Blutspielen teilzunehmen. Sie hatte ihren Bruder noch nie so aufgewühlt und angespannt erlebt. Er wirkte wie ausgewechselt und total still. Aus seinen Augen sprach die Angst vor dem morgigen Tag. Am liebsten hätte sie sich an seine Stelle gewünscht, um ihm das Leid zu ersparen. Alles was sie noch tun konnte, hatte sie getan, doch reichte dies bei weitem nicht aus. Die einzigen beiden Menschen, um den sich Chiyo keine Sorgen machen musste war ihre Schwester Amaya, die für das grausame System Chigiris lebte und für Saitos Tochter, die sie für ihn aus dem Dorf geschleust hatte. Sie hatte ihren Onkel beauftragt, sich um sie zu kümmern und notfalls an einen seiner Kontakte weiterzureichen.
Ihr Kopf wirbelte in Richtung des Blondschopfs, der gerade etwas abseits war und das Gebiet sonderte. Wie schon die weiteren Male zuvor. Ihre Augen musterten ihn sorgfältig, jetzt, wo er ein wenig abseits der Gruppe war. Auch an ihm war das Ereignis nicht spurlos vorbeigegangen, das konnte sie nicht nur spüren, sondern sehen. Auch Chiyo wurde von der Windböe erfasst, die ihre Haarsträhnen kurzzeitig umherwirbelte und für einen Moment von Yaten ablenkte. Im Gegensatz zu ihr, machte er einen deutlich gefassteren und ruhigeren Eindruck, doch das konnte trügen. Sie wendete ihren Blick von ihm ab, als er sich ihnen näherte.
„Ich denke, wir sind bald an der Küste. Ich hoffe, dass mein Plan mit meinem Kontakt aufgeht.“ Sie kannte dieses Gebiet vermutlich genauso gut wie Yaten und vermutlich hätte sie eine ähnliche Route veranschlagt, doch hatte sie dafür keinen Kopf gehabt, sich um jene Angelegenheiten zu kümmern. Stattdessen war sie froh, jemanden wie ihn an ihrer Seite zu schätzen, der sich darum gekümmert hatte. Sie schenkte ihm vollstes Vertrauen. „„Ich habe noch einen Plan B, aber ich hoffe, dass auch weiterhin alles reibungslos abläuft.“, antwortete sie ihm ungewöhnlich kühl, ohne ihn dabei auch nur eines Blickes zu würdigen, während sie neben ihm herlief. Damit hatte sie auf ihre Kuchiyosegeister angespielt, die notfalls mit ihren Verwandlungskünsten ausgeholfen hätten. Die Kanehana zog kurzerhand an ihrem Ärmel der ein wenig zwickte, ehe sie erneut nach einer längeren Pause ansetzte: „Mein aufrichtiges Beileid Yaten-sama. Ich weiß es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Sentimentalitäten, aber wann ist das schon …“. Ihr Ton klang dabei ein wenig freundlicher, aber immer noch rau und von einer gewissen Schwere gesättigt. Es war das erste Mal, dass sie über die Hinrichtung auch nur ein Wort an ihn verloren hatte und sie wusste nicht so recht, wie sie mit ihm reden sollte. Vor allem, nachdem der Kaguya sie davor abgehalten hatte, einzuschreiten, was sie immer noch zu tiefst bereute. Sie wusste dass sie durch ihr Handeln, selbst am Pranger gestorben wäre, aber wenigstens wäre sie mit Würde und für ihre Überzeugungen aus dem Leben geschieden. Sie wusste nicht, was ihr an diesem Leben eigentlich noch blieb.
Eine weitere Böe peitschte Chiyo kräftig gegen das Gesicht, der sie entgegentrotze. Am Horizont zeichnete sich schon schwach ihr Bestimmungsort ab, der sie in eine unbestimmte und hoffentlich bessere Zukunft lenken könnte. Sie spürte nämlich immer mehr, wie schwer sich ihre Füße anfühlten und der trotzige Wind machte es nicht gerade besser.
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BeitragThema: Re: Nordpass   So Mai 08, 2016 10:24 pm

Yaten schluckte unangenehm und zwang seine Gedanken immer wieder dazu, konzentriert bei der Sache zu bleiben. Es fiel ihm schwer, nicht auch irgendwelche Formen der Trauer zu zeigen, wo sie eigentlich alle völlig niedergeschlagen waren. Er hatte sich schon lange nicht mehr so abgrundtief schlecht gefühlt, aber er konnte sich nicht leisten, jetzt in alte Muster zu fallen. Im Moment galt seine oberste Priorität der Sicherheit der Gruppe und der Menschen, die mit ihnen hier unterwegs waren. Sie alle sollten irgendwo eine sichere Zuflucht finden, bevor er sich entspannen könnte. Ihm war bewusst, dass man sie jagen würde, früher oder später und ihm war bewusst, dass er geradezu eine feurige Flagge an seinem Rücken trug. Er trug nicht nur Kubikiribôchô auf dem Rücken, er war auch einer der wenigen Sensoren und einer der letzten wirklich alten Schwertshinobi.
Tief durchatmend zwang er seine Gedanken davon weg, dass er ein Leben lang auf der Flucht sein würde. Er würde eine Zuflucht finden, nicht da, wo die anderen waren, aber er würde eine finden. Nur würde er niemand anderen von ihnen dafür in Gefahr bringen. Die Worte von Chiyo beruhigten ihn kurzfristig, auch wenn in seinem Geist eine unstete Unruhe herrschte, die er nur schwer beherrschen konnte. Das letzte Mal hatte er eine solche Leere vor 23 Jahren gefühlt... Doch daran war jetzt nicht zu denken. Die Worte der Frau neben ihm, holten ihn wieder aus seinen Gedanken und ließen ihn blinzeln. Dem Kaguya wurde bewusst, dass ihm Tränen in den Augen standen und er sie unwillkürlich wegblinzelte. Seine Lippen verzogen sich zu einem matten Lächeln und das erreichte nichtmal seine Nasenspitze, geschweige denn die Augen. Sein Blick war starr geradeaus gerichtet, wo am Horizont die Küste zu sehen war. Zwischen ihnen und ihrem Ziel lag nicht mehr viel, außer einem kurzen, spärlich bewachsenen Waldwegabschnitt. Ihre Spuren würden hier im Regen ziemlich schnell verwaschen, was gut für sie alle war.
"Für Sentimentalitäten ist nie der richtige Zeitpunkt, aber ich denke, ich werde das alles ohnehin erst richtig begreifen, wenn die Sicherheit der Leute hier keine all zu große Frage mehr ist", gab er ruhig zu und schieltezu der Kanehana. Sie war die einzige von ihnen, die ihr Schwert in dem verfluchten Dorf gelassen hatte. Er konnte den Gedanken dahinter nachvollziehen, aber irgendwie war das Gewicht auf seinem Rücken ein Teil von ihm... und er wollte niemanden unnötig stärken. Dennoch konnte er sie vollends verstehen. Alle Bande zu kappen war womöglich auch eine Art und Weise, damit abzuschließen, was passiert war. Nachdenklich betrachtete der Blonde die Kleinere kurz und fragte sich, wie lange ihre Wege wohl die gleichen bleiben würden. Er hatte sich irgendwie an sie gewöhnt.
Sie war nun mehr oder weniger eine der letzten Vertrauten, die er noch bei sich hatte.
"Danke, dass du auf mich gehört hast...", murmelte er recht leise und spielte damit darauf an, dass er sie hatte zurückhalten müssen, ihr Leben nicht auch noch wegzuwerfen. Er wäre selbst gern für Azayaka gestorben, aber die Augen der Erdbeerblondine hatten ihn eindringlich davor gewarnt. Manchmal fragte er sich, ob es ein Hilfeschrei gewesen war und keine Warnung davor, das eigene Leben weg zu werfen. Vielleicht hatte die Terumii seine Hilfe erwartet... Grübelnd nagte Yaten an seiner Unterlippe. "Hast du irgend eine Ahnung, wohin du gehen möchtest?", fragte er letztendlich, um vom Thema abzulenken. Er musste sich auf das Ziel fokussieren. Alle sollten eine Zuflucht finden und nicht mehr fortwährend um ihr Leben fürchten müssen, auch wenn sie womöglich stetig vor Chigiri auf der Hut sein müssten, so wäre ein sicherer Schlafplatz doch die erste Etappe.
Mit ruhigen, aber weiten Schritten, kamen sie der Küste immer näher und zu Yatens Erleichterung spürte er eine ihm bekannte Chakrasignatur.
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BeitragThema: Re: Nordpass   Fr Mai 13, 2016 10:57 am

Chiyos Blick wurde ein kleinwenig misstrauischer, je mehr das Ziel zum Greifen nah war. Sie spürte diese tiefe innere Unruhe in sich aufkommen wie eine tosende Welle, die alles unter sich begrub und mitriss. Immer und immer wieder. Sie spürte in jeder einzelnen Faser ihres Körpers die seelische Anspannung, als würde ihr Körper sich mit all seiner Macht gegen ihre Flucht sträuben wollen und in einem Augenblick der Unachtsamkeit zerbersten. Sie wollte nicht gehen. Sie musste. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als all jenem, was nun hinter ihr lag, den Rücken zu kehren. Die Frau wusste, dass diese Entscheidung die weitreichendste ihres Lebens war für die sie nie bereit sein würde. Diese Bürde auf ihren Schultern tragen zu müssen, war unerträglich und würde sie wohl ihr ganzes Leben verfolgen. Das war also der  Preis, den sie für ihr eigenes Überleben zahlen musste.  Sie flüchtete in die Ungewissheit, in ein Leben, dass vielleicht nie ihres sein würde…
All jene Gedanken machten sie taub für ihre Umwelt. Nur das leise Knistern und Knacken der Blätter und Zweige, der Wind, der immer wieder gegen sie bließ und die Stimmen ihrer Begleiter, holten sie aus ihrer Gedankenwelt zurück in die Gegenwart.

Fast hätte sie gar nicht realisiert, dass sich der großgewachsene Mann an sie gerichtet hatte: „Für Sentimentalitäten ist nie der richtige Zeitpunkt, aber ich denke, ich werde das alles ohnehin erst richtig begreifen, wenn die Sicherheit der Leute hier keine allzu große Frage mehr ist“. Ihre Blicke kreuzten sich als die Kanehana mit ernstem Gesichtsausdruck zu ihm aufblickte. „Bisher habe ich das Sentimentalitäts-Gefasel den melancholischen Dichtern überlassen …“, entgegnete sie ihm trocken, was ein leichtes starres Lächeln zu Folge hatte. Es klang aus ihrem Mund mehr wie ein deplatzierter Witz, während sich ihre Augen ohne Umschweife dem näheren Umfeld widmeten. Chiyo konnte heilfroh sein, dass den Blonden an ihrer Seite hatte. Es beruhigte ein wenig das eigene Gewissen, das er nicht nur über die Fähigkeiten  eines Sensorshinobis verfügte,  sondern auch eine Person darstellte, der sich Chiyo anvertrauen konnte.
Ihr wurde nur ganz anders bei dem Gedanken, als das Wort Begreifen fiel. Selbst war sie noch weit davon entfernt zu erfassen, was die letzten Stunden passiert war. Seit der Hinrichtung war sie innerlich taub und leer und die Zeit verging wie im Flug. Alles zog an ihr vorbei, während sie wie angewurzelt dastand und sich kaum rühren konnte. Innerlich wollte sie nicht ankommen. Innerlich war sie noch zu Hause. Es schnürte Chiyos Lippen zu, während sie Tränen unterdrückte. Es tat weh. So unheimlich weh.  

„Danke, dass du auf mich gehört hast...“  … Die Tränen flossen ihre Wangen hinab, sie schüttelte den Kopf und biss sich dabei auf die Unterlippe. Sie ließ es einfach laufen. Es hatte keinen Sinn, sich weiter dagegen zu wehren. Chiyo holte eines ihrer zerknüllten Taschentücher hervor und wischte sich immer wieder  das warme Nass aus ihrem Gesicht. Sie wusste nicht wohin mit sich. Dass die Terumii und Arashi gestorben waren, war ein Umstand, denn sie nicht ertragen konnte. Die Schwarzhaarige machte sich ein stückweit verantwortlich für ihren Tod. Manchmal hasste sie sich regelrecht dafür, so emotional zu sein. Sie war schon immer ein Mensch gewesen, der viel Mitgefühl für Freunde und Verwandte zeigte. Etwas das in Chigiri keinen Platz hatte.  Langsam flachte die Welle der Tränen ab und Chiyo konnte sich ein kleinwenig beruhigen. „Zum Glück habe ich wasserfestes Makeup.“, scherzte sie verbittert um vom Thema abzulenken und zwirbelte verloren an ihrem Taschentuch herum, um nicht sofort wieder los zu weinen.
Verdutzt blickte sie Yaten an und schüttelte den Kopf, woraufhin ihre Züge wieder erstarrten und sich ihre Aufmerksamkeit an ihr zerfetztes Taschentuch richtete. Sie hatte sich bisher keine großartigen Gedanken gemacht, wo es für sie hingehen sollte. Dazu gab es bisher keine Zeit. Sie wusste nur eines, weg von hier, weg von diesem Ort, mit dem sie dieses schreckliche Ereignis verband. Sie legte ihre Stirn in Falten und überlegte einen Moment: „Ich… weiß es nicht.“, sprach sie leise aus und ließ den Kaguya offen an ihrer Ratlosigkeit teilhaben. Sie hatte sich wirklich absolut gar keine Gedanken gemacht, was ihr erst jetzt bewusst wurde. „… Ich… ich weiß es wirklich nicht… Ich weiß nur, dass ich für einige Zeit reisen möchte.“, antwortete sie ihm unsicher und fügte nach einer Pause flüsternd hinzu: „Allein…“ Eine eigenartige Vorstellung. Chiyo hasste Einsamkeit und ihr fiel es schon immer wahnsinnig schwer sich mit sich selbst zu beschäftigen. „Ich möchte die Welt sehen, bisher habe ich mein ganzes Leben hier verbracht und so wirklich viel Zeit für reisen, hatte ich auch nicht… “, ein Lichtschimmer, der ihr Gemüt etwas aufhellte. „Bei Dir?“, warf sie ihm zurück. Es tat ihr gut, darüber zu reden, weil sie ehrlich gesagt schon immer davon geträumt hatte auf große Reisen zu gehen, auch wenn diese Umstände nicht die beste Voraussetzung dazu waren. Sie sehnte sich in den fernen Ländern nach Erholung und Entspannung. Dort, wo sie hoffentlich niemand mehr versuchen würde zu verfolgen und sie nicht mehr töten musste, denn davon hatte sie vorerst genug. Wahrscheinlich war das mehr Wunschdenken als Realität.
„Huch?“, plötzlich verspürte Chiyo einen Tritt gegen den Rücken und ihr Blick wandte sich erschrocken über ihre Schulter dem Rucksack zu, was sie langsamer werden ließ. Und da war noch einer. „Bitte nicht jetzt…“, flüsterte sie, darauf hoffend dass Miu nicht aufwachen würde. Sie war eine schlechte Katzenhalterin, sogar eine, die ihrer Katze Schlaftabletten unter das Futter gejubelt hatte, damit sie sie irgendwie außerhalb Chigiris hat schaffen können. Auf die Schnelle war ihr nichts anderes eingefallen. Sie musste zugeben, Miu in ihrem Rucksack zu verstecken, war nicht das cleverste, was ihr eingefallen war. Chiyo blieb stehen und horchte, aber sie schien wohl nur zu träumen. Das kleine Fellknäul war ihr ans Herz gewachsen. Wenn schon ihre Familie nicht mitkommen konnte, dann Miu. Sie schloss zu der Gruppe auf und seufzte: „Oder ich setze mich zur Ruhe und gründe irgendwo im nirgendwo eine Katzenpension und werde alt grau und hässlich.“, sprach sie mit einem sichten Lächeln auf ihren Lippen. Sie näherten sich immer mehr ihrem Zielort, die vereinzelten Hütten zeichneten sich nicht weit vor ihnen ab. Chiyo machte sich jetzt gefasst auf das, was jetzt noch vor ihnen liegen würde.
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BeitragThema: Re: Nordpass   So Mai 15, 2016 9:23 pm


{Woah. Hoffe der Zwischenpost ist nicht #schlimm, oder so.

CV: Timeskip/Haus der Kazama


"Du solltest etwas trinken, Tante Miu.", Chizuru tippte sie leicht an der linken Schulter an, woraufhin die Blonde ein Zusammenzucken unterdrückte. Miu war die letzte Stunde in Gedanken versunken gewesen, hatte seit der übereilten Entscheidung, Chigiri den Rücken zuzukehren, kaum ein Wort gesprochen, sondern sich mehr darum gekümmert, dass sie es mehr oder minder heil herausschaften und ein jeder von ihnen mithalten konnte.
Für Yuudai und seine Frau, Suzume, war es als Shinobi nicht so schwer. Selbst seine Kinder, Chizuru und Ryōma, konnten einen Teil des Weges bisher gut selbst beschreiten, wobei Letzterer nun von seinem Vater auf dem Rücken getragen wurde und seelenruhig schlief.
Wieder, spürte sie ein leichtes Tippen an der selben Stelle, bemühte sich ihrer Nichte wenigstens ein müdes Lächeln zu schenken, was grandios scheiterte. "Keine Sorge, mache ich gleich.", antwortete sie auf die erneute, dieses Mal jedoch ungestellte Frage, ob sie nicht doch etwas zu sich nehmen wollte, sei es Essen oder Trinken. Eigentlich, hatte sie gerade nur wenig Lust auf irgendetwas. Hauptsache, sie schafften es heil zur Grenze und darüber hinaus. Das war gerade das Mantra, was sie innerlich immer wiederholte.
Chizuru entfernte sich von ihrer Tante, und gesellte sich zu ihrer Mutter, die dem Mädchen ein paar aufmunternde Worte zusprach. "War ich etwa zu schroff?", fragte Miu sich innerlich, schüttelte den Gedanken jedoch schnell wieder ab. Es war belanglos. Es war wichtig, dass sie heil ankamen. Wo auch immer, sie hinwollten. Die Blonde ließ ihren Blick über die Gruppe schweifen, blieb dabei an Kenji hängen, der seine Tochter, Mayu, in seinen Armen trug.
Bei den Hinrichtungen Azayakas und Keikos, hatte sie ihn zurückhalten müssen. Erst nur mit einem festen Griff, um einen seiner Arme, doch als er immer unruhiger zu werden schien, hatte sie ihm bloß zugeflüstert, dass er an seine Familie denken sollte, vor allem jedoch auch an seine Kinder. Die Flucht, würde für den Rest der Kazama eben solche Folge haben, wie für ihren eigenen Clan. Aber am hellichten Tag gegen den Blutnebel aufbegehren. Vor aller Augen... Sie hätte es getan. Also, ein Teil von ihr hätte es ohne zu zögern gemacht.
Da sie jedoch Tanemura Miu war, und so oder so schon immer eher nach ihrem Verstand gehandelt hatte, als ihren Gefühlen nachzugeben, war es nur logisch, dass sie sich nicht gerührt hatte. Außerdem, hätte sie, hätte die Tanemura nur irgendwie falsch reagiert, keinen Einfluss mehr darauf gehabt, was mit ihren Liebsten geschehen würde. So, konnte sie noch wenigstens versuchen, einige von ihnen zu retten.
Miu hätte gerne mehr Familienmitglieder mitgenommen. Doch je weniger über ihr Vorhaben Bescheid wüssten, desto besser. Vor allem, wenn der Tanemura Ichizoku in seinem Großteil aus regimetreuen Shinobi bestand. Es wäre eine gute Absicht gewesen, wäre aber, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, bitterböse nach hinten losgegangen.
Yuudai sagte einst, dass es in jeder Familie ein paar schwarze Schafe gab. Miu hätte sich nie träumen lassen, dass sie einmal ins Profil eines solchen schwarzen Schafes passen würde. Die Wahrheit war jedoch, dass ihr bisheriges Leben in Chigiri To sie schon seit geraumer Zeit auf die Prüfung stellte. Zudem noch der Tod Azayakas und Keikos, wie die am nächsten Tag beginnenden Blutspiele, in denen das Leben der nächsten Generationen des Dorfes geopfert wurden.
„Oder ich setze mich zur Ruhe und gründe irgendwo im nirgendwo eine Katzenpension und werde alt grau und hässlich.“, hörte sie Chiyo sagen. Trockener Humor - oder Humor irgendeiner Art - war jetzt wahrscheinlich eine der besten Art und Weise mit deren Situation umzugehen. Womöglich auch nicht, aber wer war Miu schon, um so etwas beurteilen zu können? Sie kannte sich so oder so nicht aus mit so einem Kram, und Sarkasmus war nie etwas gewesen, was sie schnell gepeilt hatte.
"Das hört sich äußerst friedlich an.", meinte die Tanemura, als sie der Kanehana und Yaten näher kam. Sie musterte die beiden.
"Ich wollte euch nicht stören oder gar belauschen.", begann sie und räusperte sich. Sie kam sich ungewohnt ungeschickt vor.
"Ich wollte nur fragen, wie es bisher aussieht, Yaten-san.", versuchte sie es erneut, dieses mal nicht so unbeholfen, wie bei vorausgeganenem Versuch, "Haben wir bisher schon Verfolger?". Sie waren erst einige Stunden unterwegs, waren direkt nach den Hinrichtungen losgezogen. Wahrscheinlich würde deren Verschwinden erst auffallen, wenn weder die Jüngeren unter ihnen bei den Blutspielen aufliefen, noch die Älteren zu ihren Diensten erschienen.





Zuletzt von Tanemura Miu am So Jun 05, 2016 11:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Nordpass   Sa Mai 21, 2016 6:05 pm


cf Timeskip / Haus der Kazama

Noch immer war es schwer die Gedanken zu ordnen. So viel war geschehen in den letzten Tagen. Dinge, die die sonst so lockere Zunge, Kenjis schwer werden lies. Kein freches Grinsen zierte sein Gesicht, kein unangemessener Spruch kam ihn über die Lippen. Eine Wut hatte den jungen Mann erfasst wie sie erst einmal zuvor gespürt hatte. Es konnte ihn all seine Kraft einfach weiter zu gehen. Dem Dorf den Rücken zu kehren. Seiner Heimat. Seiner Eltern. Alles in ihn schrie, dass er Kämpfen musste. Jeder Schritt den er machte fühlte sich an als würde er alles verraten für das er im Leben stand. Er ging weiter. Der Tod Azayakas. Er war dort gewesen, hatte die Hinrichtung mit angesehen. Wollte ebenfalls eingreifen wie Keiko es tat und mit ihrem Leben bezahlte. Wäre da nicht Miu gewesen sie ihn aufgehalten hätte. Er wäre jetzt nicht mehr am Leben. Er wusste das sie recht hatte, er wusste das es die einzig richtige Entscheidung gewesen war. Dennoch fühlte er sich elend wie noch nie zuvor. Dennoch verlangte so viel in ihn zurück zu rennen und so viele mit in den Tod zu nehmen wie es nur möglich war. Alles Menschen die bereitwiillig zuschauten wie einer von ihnen hingerichtet wurde, nur weil sie nicht zusehen konnte. Alles Menschen die zuschauten wie sich ihre Kinder gegenseitig töteten, um eine Chance zu haben zu überleben. Der Abscheu, den Kenji empfand schnürte ihn die Kehle zu.
Der Gedanke, was der Preis dafür war, dass er seine Kinder, und die seiner Schwester vor den Spielen rettete. Er wusste, das jeder in seiner Familie bereit war diesen Preis zu zahlen. Sein Vater hatte ihn sein Segen gegeben zu tun was getan werden muss. Nie zuvor hatte er ein solches Leid in dem Gesich des Mannes gesehen, zu dem er sein ganzes Leben lang aufgesehen hatte. Schuldbewusstsein, dass seine Generation und die vor ihn es haben soweit kommen lassen. Noch am heutigen Morgen hatte er seinem Sohn geholfen, das Familien Erbe zu versiegeln. Alle Waffen seiner Ahnen, die Geschichte seines Clans, in einer Schriftrolle. Er versprach, ihnen den Rücken freizuhalten. Sollte es Verfolger geben so viele wie möglich aufzuhalten. Er wusste das Opfer das seine ganze Familie brachte. Dennoch wollte er zurück... etwas tun.
Kenji schluckte den Kloß in seinem Hals herunter. Drückte den schlafenden Körper seiner Tochter, die er auf den Armen trug ein wenig näher an sich. Er trug sie schon den ganzen Weg über bei sich, wagte es nicht sie abzugeben. Aus Angst doch zu straucheln. Es war ironisch, dass ausgerechnet ein so junges Mädchen, die noch nichts von alledem Verstand ihn stützte und die Kraft gab weiter zu machen. Neben ihn ging sein Sohn. Nicht unweit von ihm ging seine Schwester, mit den Zwilingen an ihrer Hand, neben ihr sein Sohn. Die Kinder verstanden nicht was los war, hielten es womöglich für einen Ausflug. Sie waren unbeschwert, ja fast schon gut gelaunt. Sein Sohn ärgerte seinen Cousin. Kenjis Nichte, zetterte ein wenig herum. Kenjis Blick fiel auf seine Schwester. Nie zuvor hatte er sie so bewundert wie an diesem Moment. Sie war immer die liebe, kleine Schwester. Er dachte immer er wäre es der sie schützte. Nie zuvor war ihm bewusst wie stark sie eigentlich war. Er wusste, dass es ihr nicht anders gehen musste als ihn, hatte sie doch ihren Mann zurück gelassen. Doch sie lächelte, sprach auf die kleinen gut zu, gab ihnen kein Grund  zu glauben, das etwas schlimmeres passiert wäre. Kenji war ihr äußerst dankbar dafür, hatte er selbst nicht die Kraft dafür. Sie kam wohl mehr nach seinem Vater als er es je können würde.
Auch sah Kenji zu Miu, die sich zu Yaten und Chiyo gesellte. Kurz überlegte er sich zu ihnen zu gehen. Er entschied sich dagegen, ging stattdessen schweigend weiter, mit Mayu auf seinen Arm und Miu von hinten betrachtend.
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BeitragThema: Re: Nordpass   So Mai 22, 2016 12:16 am

Yaten widerstand dem Drang, seine Arme um den schmalen Körper Chiyos zu legen und sie an sich zu drücken nur schwer. Ihre Tränen schmerzten ihn ebenso sehr wie die offensichtliche Trauer, die sie empfand. Tori, die noch immer neben ihnen ging, schwieg zwar die ganze Zeit über, drückte aber kurz die Schulter der Dunkelhaarigen und schenkte ihr einen grimmigen Blick. "Wir schaffen das gemeinsam... bis sich unsere Wege aus freien Stücken trennen können", murmelte sie sanftmütig und gab ihre Tochter an ihre kleinere Schwester ab, um das Gewicht der schlafenden Tani kurze Zeit aus ihren müden Armen zu bekommen. Der Kaguya musterte die hellhaarige Frau und bewunderte einmal mehr ihre Stärke. Die Bandagen an ihrer linken Seite, die sie seit zwei Jahren stetig trug, um starke Brandnarben zu verstecken, erinnerten ihn immer wieder daran, wieviel sie ertragen hatte. Und dabei war sie noch 20 Jahre jünger als er.
Er war alt und hatte viel erlebt, viele Freuden und viel Leid erfahren, aber alles in allem ein gutes Leben gehabt. Er war in Chigiri nicht schlecht behandelt worden, aber er hatte seine Ideale immer in einer anderen Welt vertreten gesehen. Nicht dort, wo Menschen derart behandelt wurden. Hörbar stieß der Schwertkämpfer die Luft zwischen seinen Zähnen aus und schüttelte leicht den Kopf. Es war alles ein bisschen viel. Offenbar sogar seine Frage an die Kanehana, die plötzlich etwas überfordert mit dem schien, was man von ihr wissen wollte. Aber sie fand eine Antwort für sich und so nickte Yaten leicht. Der großgewachsene Mann legte den Kopf kurz schief und zuckte mit den Schultern. "In erster Linie werde ich versuchen, meine Attraktivität für Chigiri hoch zu halten, damit sie euch in Ruhe lassen. Ich vermute mein Weg wird weit länger von hier entfernt sein als eurer. Solang sie damit beschäftigt sind, mich zu finden, werdet ihr Ruhe haben, hoffe ich..." Zumindest klang das in seinem Kopf plausibel. Ob das ganze im Nachhinein so ablaufen würde, war eine andere Frage.
Sein Blick folgte ihrem über ihre Schulter und er musterte Chiyos Rucksack, der sich kurz bewegte. "Vielleicht will sie sehen, wohin sie geht?", fragte er mit einem vorsichtigen Lächeln im Gesicht. "Ich bin mir sicher, du wirst finden, was du suchst. Vielleicht braucht das nur etwas Zeit." Und die würde sie haben. Chiyo war von ihnen allen, wenn man realistisch war, die geringste Priorität in Sachen Jagd. Und dass sie ihre Katze mitgenommen hatte, dürfte wohl kaum irgendwem fies aufstoßen. Ihre Worte hätten ihn wohl zum Lachen gebracht, wäre die Situation nicht ernst und er eigentlich traurig. Der alte Mann seufzte leise. "Du wirst sicher alt und grau, aber hässlich nicht", gab er freudlos zurück, aber im Versuch, sie etwas aufzuheitern und ihre Bitterkeit zu teilen. Keinem hier war nach Lachen zu Mute.
Wie um das zu unterstützen, grollte der Himmel kurz und entließ recht plötzlich Wasser aus seinen Pforten. Der Nieselregen verdichtete sich recht rasch. "Wie gerufen, um unsere Spuren zu verwässern...", schwirrte es Yaten durch den Kopf, während sie dem Ufer nahe kamen und man einzelne, verlassene Häuser, eine Anlegestelle, ein mittelgroßes Boot und einen grimmig dreinblickenden Schemen erkennen konnte. Sein Blick glitt zu Miu, die sich zu ihnen gesellte und ihre Worte an sie richtete. Er zuckte leicht mit den Schultern und schüttelte den Kopf, um zu singalisieren, dass sie nicht störte. Daraufhin blieb er kurz stehen und konzentrierte sich ein letztes Mal, um seinen Spürradius bis zum Limit auszuweiten. Er suchte lange und zum Glück vergebens. Rasch schloss er wieder zu den anderen auf und schüttelte den Kopf. Es hatte einige Augenblicke gedauert, bevor er weitergegangen war. "Niemand, den ich spüren kann", erwiderte er leise.
Ohne noch etwas zu sagen, beschleunigte er seine Schritte und ging im Laufschritt auf den grimmigen Schemen zu, der am Boot wartete und ihn musterte, sowie die Gruppe, die in etwas Abstand hinter ihm folgte. "Mit der Aktion sind wir definitiv quitt, alter Mann. Ich hasse dieses Wetter wie die Pest und Osamu so schnell ein Boot abzuschwatzen war nicht einfach. Eher hab ich noch was gut bei dir, als jetzt noch in deiner Schuld zu stehen!", wetterte der Schwarzhaarige, dem die halblangen Haare im Gesicht klebten, weil der Regenguss in erwischt hatte. Offensichtlich hatte er seinen Hut verlegt. Er trug einen dunklen Mantel, war aber offensichtlich oberkörperfrei und trug eine kurze Hose, sodass ihm wohl kaum kalt war. Sein Körper war ganz offensichtlich trainiert und er war nur wenig kleiner als Yaten, aber genauso breit und muskulös, wie der Träger Kubikiribôchôs.
"Ich schätze, hiernach stehe ich in deiner Schuld, Roku", gab der Kaguya daher zu und versuchte ein schiefes Grinsen aufzulegen, woran er aber mehr oder minder scheiterte. Der Gesichtsausdruck des Bootsmannes veränderte sich, wurde grimmiger, indem er erfasst, in welcher Stimmung die Gruppe war. Ohne weitere Beschwerden deutete er auf das Boot und half den Damen und Kindern nicht vom schmalen Aufgang zu fallen. "Unter Deck sollte genug Platz zum Schlafen und für euren Krempel sein. Wir sind nur wenige, also wäre es klug, wenn ihr euch mit darum kümmert, ein Auge auf die See zu werfen", erklärte der Teruya und wippte mit seinem Blick von einer Person zur anderen. "Hab gehört man sucht hier ein paar Verräter", beendete er den Satz grimmig. So witzig fand er das selber nichtmal, war er doch in einem anderen Dorf genauso gesucht und wusste daher um das Schicksal dieser Truppe. Glücklicherweise war er damals noch ein kleiner Fisch gewesen und so definitiv nicht so begehrt, wie diese Schwertfuchtler.
Nachdem alle an Bord gegangen waren, legte das Wassergefährt langsam ab und nahm an Fahrt auf, weg von der Küste des verfluchten Landes, hin zum riesigen Feuerreich. Irgendwo würden sie eine Bleibe finden, aber vorerst war Zeit, etwas zu verschneufen. Tori war bereits mit ihrer Tochter und Schwester unter Deck verschwunden, während Yaten seinen Platz an Deck suchte und sich auf eine von wenigen festgeschnallten Kisten setzte.

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BeitragThema: Re: Nordpass   Do Jun 09, 2016 2:15 pm



Die Tanemura nickte dem Älteren knapp zu, blickte daraufhin gen Himmel. Der Regen hatte sich verdichtet, was dem Verwischen ihrer Spuren sicher helfen würde. Doch Miu war gerade auch damit beschäftigt, ob es ihrem Neffen und ihrer Nichte noch gut ging.
Der Junge klebte noch am Rücken seines Vaters, ließ sich nicht durch das stärkere Prassen des Regens arg stören. Chizuru, hingegen, sah nicht allzu zufrieden aus, warf sich gerade einen leichten Regenüberzug über ihren Kopf.
Wenn die Blonde darüber nachdachte, dass beide jetzt eigentlich bei den Blutspielen mit von der Partie sein sollten, so stieg in ihr ein starkes Gefühl der Übelkeit hoch. Sowohl Chizuru als auch ihr Bruder, waren gut trainiert und hatten die Akademie soweit überstanden. Die Blutspiele, jedoch, waren ein ganz anderes Level. Ryōma wäre zu überstürzt an die Sache herangegangen. Natürlich würde sie dem Jungen seine Chancen einräumen, aber bei solchen Spielen war es mehr als wahrscheinlich, dass die Schwächeren und Unerfahrenen zuerst daran glauben mussten. Chizuru, die nur einige Jahre älter als ihr Bruder war, hätte als Medicnin sicher ein paar mehr Vorteile. Da sie nach dem Abschluss der Akademie sich jedoch lange geweigert hatte auch nur irgendeiem Lebewesen etwas anzutun, wäre auch sie sicher schon früh ausgeschieden. Es war nicht leicht die Gewalt, die Tag für Tag in Chigiri herrschte, zu ignorieren, geschweige ihr denn aus dem Weg zu gehen. Da das Mädchen die letzten Jahre jedoch nur rein als Iryōnin eingesetzt worden war, und sich mehr mit ihrer Ausbildung zu einem solchen beschäftigte, war sie nicht mehr aufgefallen als vorher.
Ja, sich die Kinder Chigiris bei solchen Spielen vorzustellen, gerade dann, wenn deren Ausgang schon vorherzusehen war, bereitete einem jeden von ihnen mehr als bloß Kopfschmerzen und Unbehagen.
Als Yaten auf eine im Regen schemenhaft erscheinende Gestalt zuging, ließ sich Miu erneut ein paar Schritte zurückfallen. Die Tanemura musterte den Schwarzhaarigen, der scheinbar auf den Namen Roku, hörte. Niemals, hätte sie mit solch einer Gestalt zu tun gehabt. Doch der Zug der vornehmen Clanführerin war schon lange abgefahren, und angesichts ihres Vorhabens, Chigiri zu verlassen, verließ sie sich voll und ganz auf Yaten und seine Kontakte.
"Hab gehört man sucht hier ein paar Verräter.", bei diesem letzten Satz, wurde Miu wieder hellhörig, der Griff um Nuibari verstärkte sich. Die Nachricht ihrer Flucht verbreitete sich gerade sicherlich wie ein Lauffeuer, und bis zur Grenze dauerte es noch ein wenig. Sie hoffte inständig, dass der restliche Verlauf ihrer Flucht, weiterhin eher, auch wenn dies nicht der richtige Ausdruck war, friedlich verlief. Aus Erfahrung, und auch von ihrem Bauchgefühl her, auf welchen sie nur selten hörte, ahnte die Blonde jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit recht gering war.
An Bord angekommen, blieb Miu unter Deck bei ihrem Neffen und der Nichte, hörte sich Erzählungen ihres Bruders an, der scheinbar unbeschwert von deren Kindheit sinierte, als ob dies ein ganz normaler Tag sei. Tief drinnen, wusste sie, dass er nur so viel redete, wenn er angespannt war, was man seiner Haltung mehr als nur deutlich entnehmen konnte. Seine Frau, die sich auf dem Deck aufhielt, war da ein wenig entspannter, könnte ihrem Mann in diesem Moment sicher mehr helfen, als seine sozial inkompetente Schwester. Nun ja, hoffentlich war dies alles bald vorbei und sie konnten sich dann in eine trügerische Sicherheit wägen.
Der Gedanke vor den ihnen noch bevorstehenden Gefahren, bereitete Miu jetzt schon Kopfschmerzen.




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BeitragThema: Re: Nordpass   Do Jun 16, 2016 11:29 am



Es fing an zu regnen. Nichts besonderes in Kenjis Heimat doch hatte es etwas seltsam passendes wie er fand. Zwar mochte er regen und verband nicht mit negativen, doch am heutigen Tag könnte es wohl passender nicht sein. Bei den Gedanken an all das Blut welches heute vergossen wurde schnürte sich seine Kehle zu. Das prasseln des Regens hatte aber auch etwas sehr beruhigendes wie er fand. Für ihre Flucht konnte es natürlich nicht vorteilhafter sein.
Es dauerte nicht lange und sie erreichten das Ufer. Ein Schiff war angelegt, Yaten wechselte ein paar schnelle Worte mit dem Kapitän. Der Satz, das nach Verrätern gesucht wurde fiel. Kenjis Hand zuckte und bevor er sich versah lag es auf einem seiner Schwerter. Hass schaukelte sich hoch. Er wollte Kämpfen! Erschreckt stellte er fest, dass seine Hand jedoch weder auf Idaina Shomei lag noch auf Hiramekarei. Stattdessen hatte er instinktiv nach dem Schwert, welches ihn als Clanoberhaupt auszeichnete gegriffen. Einen Moment lang sah er auf die Klinge herab, auf das Siegel welches verhindern sollte das es zum äußersten kommt. Den Hass den er spürte, kannte er vom letzten mal als er diese Waffe benutzt hatte. War er dieses mal wieder vom dem Schwert ausgehend? Oder war es sein eigener. Erschreckender weise konnte er dies nicht mehr beurteiilen. Er biss sich leicht auf die Unterlippe und lies die Waffe los um Mayu ein wenig dichter an sich zu drücken. Diese schlief weiter friedlich vor sich hin. Er beneidete sie ein wenig darum.
Langsamen Schrittes folgte er den anderen aufs Schiff, ging für einen Moment Unterdeck um Mayu bei Yuki abzuliefern bevor er wortlos zurück ans Deck ging um währennd der Fahrt im Regen an der Reeling zu stehen.

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BeitragThema: Re: Nordpass   Mo Jun 20, 2016 10:39 pm

Auf ihrem weiteren Weg hatte Chiyo geschwiegen. Nervös hatte sie immer wieder den Griff ihres Schwertes umfasst, sich auf die Unterlippe gebissen und den Gedanken an ein alkoholisches Getränk oder eine Zigarette verschwendet, um all ihren Kummer und Sorgen hinwegzuspühlen. Sie hatte sogar dadurch unbeabsichtigt Mius Worte überhört.
Als sie bei dem Kontakt angekommen waren, hielt sich die Frau bewusst mit ihren Worten zurück. Ein unbehagliches Gefühl machte sich in ihrer Magenkuhle bereit, als sie dem Mann gegenüberstanden, dem sie vermutlich ihr weiteres Leben zu verdanken hatte. Es fiel ihr schwer das zu tun. Sie fühlte sich an ihre Familie gebunden. Hätte sie jetzt etwas gesagt... Gott behüte! Gegen all jenen Widerstand musste sie ankämpfen in seine Worte zu fallen und zu sagen, dass sie nicht für jenen Schritt bereit war. Chiyo konnte es nicht. Mit jenem schrecklichen Gefühl, war sie an Board gegangen.

Das Rauschen des Meeres bestimmte den Rhythmus indem die Gedanken kommen und gingen. Manchmal war da diese bedrückende Leere in ihrem Kopf und ein anderes Mal rauschten die Gedanken auf den Nervenbahnen wie wild umher, ohne dass die junge Frau wirklich Kontrolle darüber hatte was in ihrem Kopf vorging. Es war für sie beängstigend, so mitten auf der Flucht eine solche Ruhe um einen herum zu haben. Sie fühlte sich mehr auf einer Kreuzfahrttour, als wirklich Gefahr zu laufen, dass etwas passieren könnte. Ein Moment des Innehaltens und des Ruhens. Es erschien so absurd.  So absurd, dass sich Chiyo im stickigen Frachtraum verkrochen hatte und die letzten ihr übrig gebliebenen Erinnerungen an ihrer Hand abzählte, während sie auf dem Boden kauerte. Ein paar geknickte Bilder, das war alles, was sie von ihrer Familie und von Freunden noch bei sich hatte und gerade in ihren Händen hielt.
Sie wollte alleine sein, an diesem dunklen Fleck. Sie hätte sich sicherlich ein bequemeres Plätzchen suchen können, aber gerade passte dieser Ort zu ihrer Stimmung und ihrem Befinden. Hier konnte sie toben, wüten, weinen. Niemand konnte sie davon abhalten. Nicht einmal die schwere Kiste aus Eichenholz, die ihr im Weg gestanden war. Ihre Jacke, vermeintlich das letzte, was sie an Chigiri erinnerte, hatte sie voller Frust an die Wand geschmissen. Sie war fertig. Mit jedem Atemzug merkte sie die körperliche und psychische Erschöpfung in ihren Gliedmaßen. Sie legte die Bilder bei Seite und machte für einen Augenblick die Augen zu, wodurch sie im Schlaf versank.

Nach etlich verstrichener Zeit war der Moment gekommen zu gehen. Sie spürte das tiefe Verlangen ihren eigenen Weg gehen zu müssen. Ihre Verabschiedung fiel karg aus, hatte die Schwarzhaarige Tränen in den Augen und konnte kaum das hervorbringen, was ihr auf der Seele lag. Der erste Schritt in einem Land, dessen Heimat nicht die ihre war, war getan. Es war an der Zeit, eigene Wege zu gehen.

Tbc: Hi no Kuni - Nakazama-Bach
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